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Massensterben in Mexiko: Tote Fische bedecken See

Hunderttausende Fischkadaver treiben auf einem See im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Behörden streiten über die Ursache: Ist die Natur schuld - oder der Mensch?

Rund 50 Tonnen toter Fische bedecken den Cajititlan-See im Westen Mexikos. Fischer und Mitarbeiter des betroffenen Bundesstaats Jalisco entfernen die Tierkadaver mit großen Schaufeln und selbstgebastelten Keschern von der Wasseroberfläche. In den nächsten Tagen werden wahrscheinlich noch mehr Fische an die Oberfläche gespült.

Warum die Fische sterben, ist unklar. In diesem Jahr sei es bereits vier Mal zu ähnlichen Vorfällen gekommen, berichtet die bundesstaatliche Umweltbehörde. Lokale Behörden verweisen darauf, dass es sich bei dem Massensterben um ein natürliches Phänomen handele, berichtet die BBC.

Das Sterben wiederholt sich: Der "Guadalajara Reporter", ein Blog aus der Region, berichtet sogar von rund 800 Tonnen Fisch, die im vergangenen Jahr aus dem Wasser gezogen werden mussten. Der See ist neun Kilometer lang und zwei Kilometer breit.

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3  Bilder
Teppich aus toten Fischen: Massensterben in mexikanischem See
Die Umweltbehörde ist alarmiert

Die Umweltbehörde, Semadet, hat Mitarbeiter zum See geschickt, um den Grund des Massensterbens zu ermitteln. Leiterin Ruiz Mejía sieht die Schuld für das Massensterben bei der Verwaltung vor Ort. "Das ist weder ein natürliches noch ein zyklisches Phänomen", schreibt ihre Behörde in einer Mitteilung. Abwässer aus örtlichen Kläranlagen verschmutzten das Wasser und führten zu immer größeren Teppichen aus toten Fischen.

Auffällig ist, dass lediglich eine Spezies von dem Massensterben betroffen zu sein scheint: der Algansea popoche, oder Popoche-Barsch. Er gehört zu den Süßwasserfischen und kommt nur in diesem Teil der Erde vor.

Die Spezies reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen des Sauerstoffgehalts im Wasser. Zu manchen Zeiten gebe es massenhaft Algen, berichtet der "Guadalajara Reporter". Die Organismen verbrauchen Sauerstoff - und nehmen Fischen Luft zum Atmen.

tst

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Die Natur war es!
hobbyleser 01.09.2014
Klar! Das hat sicher nichts mit dem Level an Korruption und illegal entsorgten Chemikalien zu tun. Eine Wasserprobe würde ja Klarheit schaffen, wäre da nicht wieder die Korruption.
2. Der See - eine mexikanische Kloake
peggy 01.09.2014
Die Gemeinde Cajititlan und ein ca. 1 km nördlich gegründetes Neubaugebiet lassen offenbar ihre Abwässer ungeklärt in den See. Man sehe sich das Nordufer des Sees auf Google Earth an und man weiss, wo´s herkommt. Von Industrie weit und breit keine Spur.
3. Parallele zu Amerika
dr.d.magoge 01.09.2014
Ich habe vor einiger Zeit eine Doku gesehen, bei der ein sehr ähnliches Phänomen in einem amerikanischen See beschrieben wurde. Dort war es eine urzeitliche Alge, die sich aufgrund von Überdüngung bei bestimmten Wetterlagen explosionsartig vermehrte und für Fische tödlich und auch für Menschen sehr gefählich waren. Vielleicht ist es hier etwas ähnliches. Hoffentlich finden die Wissenschaftler die Ursache.
4. Eutropierung und Redoxpotential
bart80 01.09.2014
Durch die Zufuhr von Gülle und sonstiger organischer Belastung, Eutropierung, entsteht ein "reduzierendes", heist sauerstoffzehrendes Milieu. Also der Sauerstoff wird chemische "verbraucht", z.B. vermittels Nitrobacter mit der Oxidation von NO2/Nitrit zu NO3/Nitrat. Schick ist auch, wenn durch Chemikalien, Versalzung durch Düngemittel aus der Landwirtschaft, der PH-Wert des Gewässers steigt. Mit der Zufuhr von Stickstoff entsteht aus Ammonium/NH4 im basisch versalzenen Milieu hochgiftiges Ammoniak/NH3. Hochgiftiges Phenol spielt bei diesen Prozessen auch eine wichtige Rolle. Diese Vergiftung - bestens bekannt in der Aquaristik und Landwirtschaft - geschieht solange, bis der gesamte Stickstoff oxidiert wurde und der PH-Wert durch Humus LANGSAM wieder sinkt. Daran ändern Algen, oder Luftblubbler wie man sie aus dem Aquarium kennt garnichts. Die Ostsee ist für diesen Vorgang ein schönes Beispiel, die wahrscheinlich größte Kloake der Welt. Bitte, liebe Spiegel-Redaktion, bringen Sie mehr Sachverstand in die Berichterstattung ein. Das Alles ist kein Geheimnis und sollte Allgemeinwissen eines jeden "Bürgers" mit Abitur sein.
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