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Tote Korallen: Teile des Great Barrier Reefs erholen sich in Rekordzeit

Spektakuläre Wiederbelebung: Ein fast völlig zerstörter Teil des berühmten australischen Great Barrier Reefs hat sich innerhalb von erstaunlich kurzer Zeit erholt. Wissenschaftler sehen sich in ihren Schutzmaßnahmen bestätigt.

Sydney - Mit einer Ausdehnung von 345.000 Quadratkilometern ist es das größte Korallenriff der Erde und eines der Weltwunder der Natur: das australische Great Barrier Reef. Teile seiner Korallen waren fast völlig zerstört. Nun haben Wissenschaftler beobachtet, dass sie sich ungeachtet der Belastungen durch den Klimawandel wieder erholt haben. Hohe Wassertemperaturen im Jahr 2006 hatten zu einer desaströsen Algenbleiche geführt.

Korallen am Great Barrier Reef: In Rekordzeit erholt
AFP

Korallen am Great Barrier Reef: In Rekordzeit erholt

Die Korallen in einem Abschnitt bei Keppel Island am südlichen Ende des Riffs hätten sich "in Rekordzeit" regeneriert, sagte Laurence McCook von der Behörde zur Erhaltung des als Weltnaturerbe eingetragenen Riffs. Normalerweise dauere die Regeneration abgestorbener Korallen etwa zehn Jahre. Im konkreten Fall sei von der Substanz der Korallen auf dem abgestorbenen Riff genug übrig gewesen, dass es innerhalb von zwölf Monaten wieder in voller Blüte stehen konnte.

Und noch zwei weitere glückliche Umstände hätten das Korallenwachstum befördert, wie Guillermo Diaz-Pulido von der University of Queensland sagte: "Es gab einen ungewöhnlich starken Rückgang an Seegras in dieser Zeit." So konnten sich die Korallen gegen das konkurrierende Seegras durchsetzen. Seine Kollegin Sophie Dove glaubt, dass auch die nichtgeschlechtliche Vermehrung schnell wachsender Korallen in diesem Fall ausschlaggebend war. Normalerweise werden Korallen wiederbelebt, indem von entfernten Riffs Larven angespült werden, die sich niederlassen und vermehren.

McCook warnte dennoch vor den negativen Folgen der globalen Erwärmung auf die Korallengriffe. Die Erholung des Riff-Abschnitts sei auf eine seltene Kombination perfekter Bedingungen zurückzuführen. Ohne Maßnahmen zur Wasserreinhaltung, gegen Überfischung und ohne eine stärkere Regulierung des Tourismus hätte sich das Riff nicht regenerieren können, sagte er. Seit Anfang der neunziger Jahre hat sich das Korallenwachstum verlangsamt. Experten führen dies auf die Erwärmung des Wassers und den höheren Säuregehalt zurück.

Wissenschaftler haben jüngst festgestellt, dass die Meere schneller versauern als angenommen. Die sinkenden pH-Werte bedrohen nicht nur Korallen, sondern auch Muschelschalen. Bei den sogenannten Foraminiferen haben Forscher jüngst festgestellt, dass die Kalkschalen der Einzeller heute ein Drittel dünner als vor Beginn des Industriezeitalters sind.

lub/AFP

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