Getötete Tiere "Deutschland hat ein Wilderei-Problem"

Erschossene Wölfe, verschollene Luchse, gewilderte Greifvögel - viele Wildtiere in Deutschland werden illegal getötet. Der WWF setzt für die Ergreifung der Täter eine hohe Belohnung aus.

Wolf im Wildpark Sababurg
WWF/ Ralph Frank

Wolf im Wildpark Sababurg


Nach der Tötung eines Wolfes in Sachsen haben Naturschützer des WWF eine Belohnung von 25.000 Euro auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Zugleich forderte die Umweltorganisation eine intensive Strafverfolgung.

In den vergangenen Jahren seien in Deutschland nachweislich achtzehn Wölfe illegal getötet worden, erklärte WWF-Wildtierexperte Moritz Klose am Donnerstag in Berlin.

Hinzu kämen getötete oder auf mysteriöse Weise verschollene Luchse sowie unzählige gewilderte Greifvögel. "Deutschland hat ein Wilderei-Problem. Immer wieder werden bedrohte und geschützte Tiere illegal getötet."

Bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe

Die tote Wölfin war am vergangenen Samstag in einem Wald bei Biehain im Landkreis Görlitz gefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen wurde das Tier erschossen.

Nach einer Statistik des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz wurden damit seit 2009 in Sachsen acht illegal getötete Wölfe gefunden. In sieben Fällen waren die Tiere erschossen worden, ein Wolf wurde mit einem Auto gejagt und vorsätzlich überfahren.

Für Fälle von Wolfstötungen ist in Sachsen das Dezernat "Sonderfälle" beim Landeskriminalamt (LKA) zuständig. Bislang wurden noch nie Täter ermittelt. Sie müssten mit bis zu fünf Jahren Freiheits- oder einer Geldstrafe rechnen. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt.

Fotostrecke

8  Bilder
Raubtier Wolf: Rückkehr in den Süden Deutschlands

boj/dpa



insgesamt 73 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Faceoff 14.07.2016
1. Hinweise
Zitat: "Bislang wurden noch nie Täter ermittelt." Das ist mehr als enttäuschend und wirkt nicht gerade abschreckend. Dafür allerdings nur die Polizei verantwortlich zu machen, wäre falsch. Jagdpächter, Anwohner, Tier-Präperatoren, etc. sind gefordert, entsprechende Hinweise zu geben. Dann kann die Polizei erfolgreich sein.
see_baer 14.07.2016
2. Ich fürchte....
Jäger und Landwirte sind Teil des Problems. So finden sich vergiftet Fischadler in der Nähe der Flächen eines Geflügelzüchters - aber an den Giftködern stand kein Name.
c.PAF 14.07.2016
3.
Und wieviele Wölfe haben jetzt nochmal Menschen angegriffen? 0? Muß da noch jemand fragen, wer das gefährlichere "Raubtier" ist?
Trench 14.07.2016
4.
"Immer wieder werden bedrohte und geschützte Tiere illegal getötet." Und ständig werden bedrohte und geschützte Tiere legal getötet. Zum Beispiel Rotmilane und Fledermäuse in den Windmühlen der heiligen Energiewende. Aber das gehört wahrscheinlich in eine andere Rubrik...
Rayleigh 14.07.2016
5.
Das mit den Wölfen ist wirklich furchtbar. Aber hier in Sachsen wird da sicher niemand jemals belangt, da 1. es nie Zeugen gibt und 2. die Landbevölkerung größtenteils wolfsfeindlich eingestimmt ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.