Treibhausgas-Ausstoß: Deutschland stemmt sich gegen Klimawandel

Weltweit wird immer mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen. Auch die Wirtschaftskrise konnte den gefährlichen Trend nicht umkehren. In Deutschland zeigt der Umweltschutz dagegen Wirkung: 2010 stiegen die Treibhausgas-Emissionen zwar - aber nur sehr leicht.

Windräder vor Kohlekraftwerk in Bergheim: Deutschland will Kyoto-Ziele erfüllen Zur Großansicht
DPA

Windräder vor Kohlekraftwerk in Bergheim: Deutschland will Kyoto-Ziele erfüllen

Berlin - Der Trend ist beunruhigend: Im Jahr 2010 hat der weltweite Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid eine neue Rekordmarke erreicht. Sechs Prozent mehr als im Jahr davor sollen in die Atmosphäre gelangt sein, berichtete das US-Energieministerium. Der absolute CO2-Ausstoß betrug demnach 2010 mehr als 33.500 Millionen Tonnen.

Auch in Deutschland sind die Treibhausgas-Emissionen 2010 gestiegen - aber nur leicht. Wie das Bundesumweltministerium am Montag mitteilte, nahm der Ausstoß klimaschädlicher Gase nach dem Krisenjahr 2009 um 2,7 Prozent zu. Trotzdem ist Deutschland auf einem guten Weg, das im Kyoto-Protokoll vereinbarte Ziel zu erreichen. Denn im Vergleich zum Jahr 1990 sind die deutschen Treibhausgas-Emissionen um fast 25 Prozent gesunken. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 295 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Laut dem sogenannten Nationalen Inventarbericht 2012, den das Umweltbundesamt erstellt hat, lag der Treibhausgasausstoß im Jahr 2010 immer noch rund vier Prozent unter dem des Vorkrisenjahres 2008. Wegen der Wirtschaftskrise waren die Emissionen zwischen 2008 und 2009 um 6,6 Prozent gesunken.

Bis 2020 will Deutschland die Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent vermindern. Knapp zwei Drittel des Weges seien also geschafft - und man könne feststellen, dass von der Klimaschutzpolitik gleichzeitig Impulse für Wirtschaftswachstum, Innovation und Beschäftigung ausgehen würden, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

Löwenanteil der Emissionen entfällt auf Kohlendioxid

Der größte Teil der deutschen Treibhausgas-Emissionen fällt auf Kohlendioxid (CO2) - es nimmt einen Anteil von 87,4 Prozent ein, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Der Ausstoß geht größtenteils auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurück. Die Emission anderer Treibhausgase sei dagegen weiter gesunken.

Der Ausstoß von Methan machte laut Bericht 5,1 Prozent der Treibhausgas-Emissionen aus. Das Gas entsteht unter anderem in der Tierhaltung. Knapp sechs Prozent gehen auf Lachgas zurück, das unter anderem in der Landwirtschaft, bei industriellen Prozessen sowie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht.

Erste Schätzungen zu den deutschen Emissionen im Jahr 2011 werden im Frühjahr erwartet. Vergangene Wochen hatten Forscher einen einfacheren Weg vorgeschlagen, wie Treibhausgase gemindert werden könnten.

wbr/dapd

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insgesamt 576 Beiträge
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1. Jetzt
simon2012 16.01.2012
Jetzt kommen wieder die ganzen Klimaleugner und stellen die seriöse Wissenschaft als einen Club von Trotteln und / oder zynischen Manipulatoren dar. Klimaleugner verstehen oft einfache, geschweige kompliziertere Zusammenhänge der komplexen Materie nicht. Statt jedoch sich an die Fachleute zu wenden, tun sie sich mit anderen Leuten zusammen, die es ebenfalls nicht verstehen - und dann geht das Geschrei los: Wie war das noch mal? _Klimaskepsis 1.0_: Eine globale Erwärmung findet nicht statt. Irgendwann, als auch dem Dümmsten auffiel, dass die Rekordsommer sich häufen, die Gletscher schmelzen, etc., also als man diese abstruse These nicht aufrecht erhalten konnte, kam _Klimaskepsis 2.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, aber das CO2 bzw. Klimagase sind nicht Schuld. Als diese These auch nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte,weil der Zusammenhang zwischen CO2 und Treibhauseffekt unstrittig ist, kam _Klimaskepsis 3.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, hat es aber schon immer mal wieder gegeben. Aber der Mensch ist nicht Schuld. Wilde Theorien entstehen, um den anthropogenen Einfluss zu relativieren - die Beweise allerdings sind erdrückend und so kam es zu nächsten Stufe der _Klimaskepsis 4.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, vielleicht ist auch der Mensch Schuld, aber das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Vielleicht ist das für mich oder uns sogar von Vorteil - wer weiß? Und ausserdem gibt es andere Probleme, die wohl wichtiger sind. Wenn die Klimakatastrophe kommt, können wir - wir heisst in dem Fall hoffentlich nicht die aktuelle Generation - immer noch reagieren. Dies führt dann zu letzten Stufe: _Klimaskepsis 5.0_: Zu spät - jetzt hilft nur noch Geoengineering. In den USA werden solche Leute ja direkt von der Öl- und Kohle-Lobby bezahlt, andere laienhafte Wichtigtuer können sich zumindest in eine Reihe stellen mit angeblich aufrechten aber verfemten Wissenschaftlern. Man kann sich ein bisschen fühlen wie Galilei ohne Anstrengung und Gefahr...
2. Entscheidend ist,
Thomas Weber 16.01.2012
Zitat von sysopWeltweit wird immer mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen. Auch die Wirtschaftskrise konnte den gefährlichen Trend nicht umkehren. In Deutschland zeigt der Umweltschutz dagegen*Wirkung: 2010 stiegen die Treibhausgas-Emissionen zwar - aber nur sehr leicht. Treibhausgas-Ausstoß: Deutschland stemmt sich gegen Klimawandel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,809386,00.html)
dass sich eine Politik, die den CO2 Anteil in der Atmosphäre reduzieren will, auf zwei Wege konzentriert: weniger CO2 freisetzen einerseits, freigesetztes CO2 wieder binden andererseits. Die Reduzierung der Freisetzung von CO2 ist letztlich nur durch die Reduzierung der Förderung fossiler Energieträger zu erreichen, weil alles, was gefördert wird, auch verbrannt wird, und je weniger gefördert wird, desto weniger verbrannt wird. Die Reduzierung der Förderung fossiler Energieträger wird am ehesten gelingen, wenn CO2-neutrale Energien, d.s. erneuerbare Energien kostengünstiger als CO2 emittierende Energien erzeugt werden können. Dieses zu zeigen, muss das Hauptziel jeder Klimapolitik sein. Die Bindung von freigesetztem CO2 wird am ehesten durch globale Aufforstungsaktivitäten gelingen. Klimapolitik muss sich auf zwei Wege konzentrieren: auf erneuerbare Energien einerseits und auf Aufforstung andererseits - Am besten, Sie dächten auf der Stelle selber nach (http://thomasweber.blog.de/2011/11/27/co2-frage-12226928/)
3. na klar...
Medienkritiker 16.01.2012
Zitat von sysopWeltweit wird immer mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen. Auch die Wirtschaftskrise konnte den gefährlichen Trend nicht umkehren. In Deutschland zeigt der Umweltschutz dagegen*Wirkung: 2010 stiegen die Treibhausgas-Emissionen zwar - aber nur sehr leicht. Treibhausgas-Ausstoß: Deutschland stemmt sich gegen Klimawandel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,809386,00.html)
Das "sich gegen den Klimawandel" stemmen ist natürlich Unfug, da es nicht in der Macht des Menschen steht, das Klima zu beeinflussen. Röttgens Behauptung, dass "nachhaltig" Arbeitsplätze durch die subventionierte Energiekosten-Treiberei zulasten des "kleinen Mannes" geschaffen werden, ist ebenfalls als dummes Zeug zu betrachten. Ohne Subvention wird die PV und andere parasitären Industrien zusammenbrechen, im günstigsten Fall von asiatischen Unternehmen verdrängt. Eine wirkliche Reduktion des Co2 Ausstoßes in D kann nur auf Kosten unserer Nachbarn erfolgen, siehe Österreich, welche alte Umweltverpestende Ölkraftwerke für uns anwerfen müssen. Auch Tschechien ist ein nettes Beispiel, dort stand das gesamte Stromnetz kurz vorm Kollaps wegen Einspeisung deutschen "grünen" Stroms;) weiter so mit dem Selbstbetrug...
4.
kinich_janaab 16.01.2012
Zitat von simon2012Jetzt kommen wieder die ganzen Klimaleugner und stellen die seriöse Wissenschaft als einen Club von Trotteln und / oder zynischen Manipulatoren dar. Klimaleugner verstehen oft einfache, geschweige kompliziertere Zusammenhänge der komplexen Materie nicht. Statt jedoch sich an die Fachleute zu wenden, tun sie sich mit anderen Leuten zusammen, die es ebenfalls nicht verstehen - und dann geht das Geschrei los: Wie war das noch mal? _Klimaskepsis 1.0_: Eine globale Erwärmung findet nicht statt. Irgendwann, als auch dem Dümmsten auffiel, dass die Rekordsommer sich häufen, die Gletscher schmelzen, etc., also als man diese abstruse These nicht aufrecht erhalten konnte, kam _Klimaskepsis 2.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, aber das CO2 bzw. Klimagase sind nicht Schuld. Als diese These auch nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte,weil der Zusammenhang zwischen CO2 und Treibhauseffekt unstrittig ist, kam _Klimaskepsis 3.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, hat es aber schon immer mal wieder gegeben. Aber der Mensch ist nicht Schuld. Wilde Theorien entstehen, um den anthropogenen Einfluss zu relativieren - die Beweise allerdings sind erdrückend und so kam es zu nächsten Stufe der _Klimaskepsis 4.0_: Eine Erwärmung? Ja vielleicht, vielleicht ist auch der Mensch Schuld, aber das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Vielleicht ist das für mich oder uns sogar von Vorteil - wer weiß? Und ausserdem gibt es andere Probleme, die wohl wichtiger sind. Wenn die Klimakatastrophe kommt, können wir - wir heisst in dem Fall hoffentlich nicht die aktuelle Generation - immer noch reagieren. Dies führt dann zu letzten Stufe: _Klimaskepsis 5.0_: Zu spät - jetzt hilft nur noch Geoengineering. In den USA werden solche Leute ja direkt von der Öl- und Kohle-Lobby bezahlt, andere laienhafte Wichtigtuer können sich zumindest in eine Reihe stellen mit angeblich aufrechten aber verfemten Wissenschaftlern. Man kann sich ein bisschen fühlen wie Galilei ohne Anstrengung und Gefahr...
Was qalifiziert SIE für eine fachliche Beurteilung des Themas?
5. Die Aussage ist ein Witz
mopsfidel 16.01.2012
Wenn man sich den Kontrollbericht näher durchliest, oder nach relevanten Textstellen sucht, wird man Folgendes feststellen: *der CO2-Gehalt wird nicht gemessen sondern berechnet* So etwas bezeichnet man als Treppenwitz, da Berechnungen auf Annahmen beruhen.
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