Wirtschaftsaufschwung Treibhausgas-Ausstoß in der EU gestiegen

Dem Aufschwung erneuerbarer Energien zum Trotz ist der Ausstoß an Treibhausgasen in der Europäischen Union 2010 wieder gestiegen. Drei Staaten sorgen für mehr als die Hälfte der Emissionen.

Kraftwerk Niederaußem und Windräder (Archivbild): Aufschwung sorgt für Abgase
DPA

Kraftwerk Niederaußem und Windräder (Archivbild): Aufschwung sorgt für Abgase


Brüssel/Kopenhagen - Nach Jahren ist der Ausstoß von Treibhausgasen in der Europäischen Union wieder gestiegen. Die wirtschaftliche Erholung und ein kalter Winter haben ihn im Jahr 2010 nach kurzzeitigem Rückgang wieder in die Höhe getrieben. EU-weit wurden 2,4 Prozent mehr Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre abgegeben als noch 2009, teilte die Europäische Umweltagentur (EEA) mit. Damit bestätigte sich eine vorläufige Schätzung der Kopenhagener Behörde vom vergangenen Oktober.

Dass der CO2-Anstieg 2010 nicht noch höher ausfiel, ist laut EEA der "schnellen Ausbreitung erneuerbarer Energien" zu verdanken. Noch 2009 war der Treibhausgasausstoß gegenüber dem Vorjahr um gut sieben Prozent zurückgegangen.

Trotzdem sind die 27 Mitgliedsländer nach Auffassung der Agentur "auf einem guten Weg", die im Kyoto-Protokoll festgelegten Ziele zur Verringerung der Emissionen zu erreichen. In dem Abkommen hatten sich die 15 alten EU-Staaten verpflichtet, bis 2012 ihren Treibhausgasausstoß verglichen mit 1990 um acht Prozent zu mindern. Den EEA-Informationen zufolge haben diese Staaten bis Ende 2010 elf Prozent Treibhausgase eingespart. Insgesamt sei der Ausstoß in der EU seit 1990 um 15,5 Prozent gesunken.

Deutschlands Auf und Ab

Die CO2-Emissionen seien nun für 82 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes der EU verantwortlich, heißt es in dem Bericht. Zudem wurden nach EU-Angaben mehr fluorierte Kohlenwasserstoffe freigesetzt. Dagegen seien weniger Methan und Distickstoffoxid ausgestoßen worden.

Die Zahlen zeigen, dass Deutschland, Polen und Großbritannien für 56 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in der EU verantwortlich sind. Den stärksten Anstieg des Ausstoßes hingegen verzeichnen Finnland, Estland, Schweden und Lettland. In Spanien, Griechenland und Portugal sank 2010 der Treibhausgas-Ausstoß.

Deutschlands Treibhausgasausstoß stieg zwar 2010, er ist 2011 aber wieder um rund zwei Prozent zurückgegangen. Die Energieeinsparungen durch den milden Winter übertrafen dabei den steigenden Abgasausstoß durch den Wirtschaftsaufschwung. Auch weltweit steigen die CO2-Emissionen weiter, wie Zahlen der World Meteorological Organization zeigen.

boj/dapd/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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rolandjulius 30.05.2012
1. Treibhausgase
Ein gesundes Nebenprodukt der deutschen Exportindustrie !
jenli 30.05.2012
2. Wen interessiert ...
Zitat von sysopDPADem Aufschwung erneuerbarer Energien zum Trotz ist der Ausstoß an Treibhausgasen in der Europäischen Union 2010 wieder gestiegen. Drei Staaten sorgen für mehr als die Hälfte der Emissionen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,835932,00.html
... das noch, nachdem die EU nun den fossilen Brennstoff Gas, der zwar weniger, aber immer noch genug CO2 emittiert, nun wohl heftig fördern wird: "In a secret document seen by the Guardian, a large slice of billions of euros of funds that are supposed to be devoted to research and development into renewables such as solar and wave power are likely to be diverted instead to subsidising the development of the well-established fossil fuel ..." Gas - Ein "erneuerbarer" Energietrger ? - Klimablog (http://klimablog.blog.de/2012/05/30/gas-erneuerbarer-energietraeger-13775006/)
mike. 30.05.2012
3. Gute Nachricht
Mehr co2 in der Luft führt dazu dass Pflanzen besser wachsen. Also können sich Wälder schneller erholen und bei der Landwirtschaft gibt es vielleicht höhere Erträge. Ich verstehe nicht warum man den co2-Ausstoß senken will. Die Angst vor der Klimakatastrophe ist völlig absurd weil der geringe Anteil (0,038%) von dem Spurengas co2 in der Atmosphäre so etwas nicht verursachen kann.
knuty 30.05.2012
4.
Zitat von mike.Mehr co2 in der Luft führt dazu dass Pflanzen besser wachsen. Also können sich Wälder schneller erholen und bei der Landwirtschaft gibt es vielleicht höhere Erträge. Ich verstehe nicht warum man den co2-Ausstoß senken will. Die Angst vor der Klimakatastrophe ist völlig absurd weil der geringe Anteil (0,038%) von dem Spurengas co2 in der Atmosphäre so etwas nicht verursachen kann.
Aber nur, wenn es auch mehr Wasser, Nährstoffe und Licht für die Pflanzen gibt und das gilt noch nicht mal für alle Pflanzen, denn die viele sind auf einen niedrigeren CO2-Gehalt "eingestellt". Der geringe Anteil von 0,028% CO2 ermöglicht eine Temperaturerhöhung der Oberfläche von -18° C auf + 14° C und gut 40% mehr CO2 in der Luft soll gar keine Auswirkung haben? (Es sind übrigens inzwischen 0,04% Co2.)
Hermes75 30.05.2012
5.
Zitat von mike.Mehr co2 in der Luft führt dazu dass Pflanzen besser wachsen. Also können sich Wälder schneller erholen und bei der Landwirtschaft gibt es vielleicht höhere Erträge. Ich verstehe nicht warum man den co2-Ausstoß senken will. Die Angst vor der Klimakatastrophe ist völlig absurd weil der geringe Anteil (0,038%) von dem Spurengas co2 in der Atmosphäre so etwas nicht verursachen kann.
Vermutlich glauben Sie auch, dass wenn man Kindern mehr zu essen gibt, diese schneller wachsen, oder? Ein höherer CO2 Gehalt der Luft führt nur dann zu einem erhöhten Pflanzenwachstum, wenn CO2 tatsächlich der Engpassfaktor für das Pflanzenwachstum ist. Minimumgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Liebigsches_Minimumgesetz) Und woher beziehen Sie ihre Meinung, dass das "Spurengas" CO2 keine drastischen Klimaveränderungen verursachen kann? Sagt Ihnen das Ihr Bauchgefühl oder haben ihnen das selbsternannte "Skeptiker" erzählt? Tatsache ist, dass es auf der Erde bereits extreme Warm- und Kaltzeiten gab, die u.a. durch Veränderungen der Atmosphärenzusammensetzung verursacht wurden. Entwicklung der Erdatmosphäre (http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklung_der_Erdatmosph%C3%A4re) Zu behaupten dass eine 50%ige Konzentrationserhöhung von CO2 in der Atmosphäre keine weitreichenden Folgen hätte ist im hohen Maße naiv und widerspricht schlicht dem Stand der Wissenschaft. Treibhausgas (http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas)
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