Treibhausgas-Emissionen Privater CO2-Ausstoß der Deutschen sinkt

Effizientere Heizungen, sparsamere Autos, Strom aus Wind - die Bundesbürger haben ihren privaten Ausstoß an Kohlendioxid seit dem Jahr 2000 um sechs Prozent gesenkt. Die Gesamtbilanz für Deutschland sieht weniger gut aus, weil die Exporte boomen.

Thermostatventil: Privathaushalte produzieren weniger Treibhausgase
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Thermostatventil: Privathaushalte produzieren weniger Treibhausgase

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Der Klimagipfel in Cancún endete überraschend versöhnlich - nun legt das Statistische Bundesamt die nächste frohe Botschaft in Sachen Kohlendioxid vor: Weil die Deutschen in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf umweltfreundliche Energieerzeugung umgestiegen sind, haben sie ihren privaten CO2-Ausstoß deutlich gesenkt.

Lag die Zahl im Jahr 2000 noch bei 8,0 Tonnen je Bundesbürger, so erreichte sie im Jahr 2009 immerhin 7,5 Tonnen - das ist ein Minus von 6,25 Prozent. Die Statistiker haben dabei die direkten Emissionen durch Heizungen, Autoverkehr und Flüge ebenso berücksichtigt wie indirekte Emissionen, die bei der Produktion der verbrauchten Konsumgüter entstanden sind.

Berücksichtigt wurden auch CO2-Emissionen, die beispielsweise in Spielzeug und Turnschuhen stecken, die in China hergestellt und in Deutschland verkauft wurden. Üblicherweise werden diese Klimagase China zugeschlagen. Bei der Kalkulation dieser CO2-Werte müssen die Besonderheiten jedes Landes berücksichtigt werden. So kann ein aus Frankreich importiertes Auto fürs Klima günstiger sein als eins aus China, weil Frankreich Strom überwiegend aus Atomkraft statt aus Kohle produziert.

Wie hat sich der private CO2-Ausstoß der Deutschen im Einzelnen entwickelt? Zwischen 2000 und 2009 sanken die direkten CO2-Emissionen der Haushalte mit minus 6,8 Prozent etwas stärker als die Emissionen bei der Herstellung der Konsumgüter (minus 4,3 Prozent). Die direkten Emissionen durch Heizen verringerten sich um 7,7 Prozent die durch den Kraftstoffverbrauch privater Pkws um 5,7 Prozent.

Das Umweltbundesamt erklärt die Rückgänge unter anderem mit dem erhöhten Einsatz von Erdgas und mit dem Umstieg auf Dieselfahrzeuge. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht im Vergleich zu Heizöl weniger CO2 je Energieeinheit. Und Dieselfahrzeuge haben im Vergleich zu Benzinern einen geringeren Verbrauch, sodass sie trotz des etwas höherem CO2-Ausstoßes je Energieeinheit insgesamt weniger Treibgausgas emittieren.

Kehrseite der Medaille: der boomende Export

Ein weiterer wichtiger Faktor war der Umstieg auf emissionsärmere oder -freie Energieträger. So ist in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 6,4 Prozent im Jahr 2000 auf 16,3 Prozent im Jahr 2009 gestiegen. Rund die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen, die auf die Konsumgüter entfallen, gehen laut Statistischem Bundesamt auf die Stromerzeugung zurück.

Umweltpolitiker mögen sich über den gesunkenen privaten CO2-Ausstoß der Deutschen freuen, die Gesamtbilanz des Landes sieht jedoch weniger gut aus. Das liegt vor allem am boomenden Export. Wenn der Weltklimarat IPCC die CO2-Bilanz eines Landes berechnet, dann werden nämlich alle Emissionen aus einem Land zusammengezählt, egal ob hergestellte Waren fürs Inland bestimmt sind oder exportiert werden.

Und weil Deutschland bekanntermaßen sehr viel exportiert, verschlechtert das bei der Produktion von Exportware entstandene CO2 die Bilanz erheblich. So erreicht der Pro-Kopf-CO-Ausstoß beispielsweise im Jahr 2007 11,7 Tonnen und übersteigt damit sogar noch die 11,5 Tonnen aus dem Jahr 2000. Entsprechende Zahlen aus dem Jahr 2009 liegen leider noch nicht vor.

In den Statistiken des Weltklimarats IPCC kommen die Deutschen etwas besser weg, denn das Statistische Bundesamt hat in seine Kalkulation auch Emissionen aus der Schifffahrt, dem Luftverkehr und im Ausland getanktem Kraftstoff mit einbezogen.

Die absoluten Zahlen enthüllen jedoch, dass die in exportierten Produkten steckenden CO2-Mengen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind - von 273 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 348 Millionen Tonnen im Jahr 2007.

Helmut Mayer von Statistischen Bundesamt räumte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ein, dass es bei der Berechnung der CO2-Emissionen, die in Produkten stecken, verschiedene Methoden gibt, die auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

Der Fall zeigt, dass auch Berechnungsmethoden darüber entscheiden, wie gut oder wie schlecht Deutschland mit seinen Treibhausemissionen dasteht. Rechnet man beispielsweise im Jahr 2007 alle exportierten CO2-Emissionen heraus und bezieht stattdessen die importierten mit ein, so sinkt der Pro-Kopf-Ausstoß von 11,7 auf 10,8 Tonnen. Alles nur eine Frage der Statistik.



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