Weltwetterorganisation Uno meldet neuen Rekord bei Treibhausgas-Konzentration

Laut der Weltwetterorganisation der Uno ist der Treibhausgasausstoß auf einem neuen Rekordniveau. Forscher warnen: Werden CO2-Emissionen nicht schnell reduziert, wird die Erderhitzung unumkehrbare Folgen für die Menschen haben.

Schornsteine in Brandenburg
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Schornsteine in Brandenburg


Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre ist nach den Messungen von Klimaforschern so hoch wie nie. "Es gibt keine Anzeichen für eine Umkehrung des Trends, der zu langfristigem Klimawandel, dem Meeresspiegelanstieg, der Versauerung der Meere und mehr extremen Wettersituationen beiträgt", warnte die Weltwetterorganisation (WMO) der Uno in Genf.

"Ohne eine Verringerung von CO2 und anderen Treibhausgasen, wird der Klimawandel zerstörerische und unumkehrbare Folgen für die Erde haben", warnte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. "Die Chance, noch einzugreifen, ist fast vertan." Die CO2-Konzentration stieg nach Angaben der WMO im vergangenen Jahr auf 405,5 ppm (Teilchen pro Million Teilchen), nach 403,3 im Jahr 2016.

Seit 1990 sei der Strahlungsantrieb durch langlebige Treibhausgase um 41 Prozent gestiegen, so die WMO. Der Strahlungsantrieb misst die Energiebilanz der Erde und umfasst alle Kräfte, die die Erde erwärmen oder abkühlen. CO2 trug nach WMO-Angaben 66 Prozent dazu bei. Methan ist das zweitwichtigste Treibhausgas und trug 17 Prozent bei.

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Grundsätzlich wird der Anstieg durch die Emissionen von Autos, Fabriken, Kraftwerken und der Landwirtschaft verursacht - sie alle sorgen mit Treibhausgasausstößen für eine Erwärmung des Klimas. Denn CO2 entsteht durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, die Zementproduktion und andere Industrieprozesse. Methan entsteht vor allem bei der Rinderhaltung und im Reisanbau.

Das ausgestoßene CO2 wird zu einem Teil von Ozeanen sowie Pflanzen und Böden aufgenommen. Der Großteil gelangt in die Atmosphäre.

2016 lag die Zunahme aber auch am Wetterphänomen El Niño mit seinen erhöhten Ozeantemperaturen und Dürren in den Tropen. Ozeane oder Wälder konnten nicht so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aufnehmen wie in anderen Jahren.

CFC-11, ein altbekannter Ozonkiller

Zudem schlagen die Forscher wegen eines Ozonschichtkillers Alarm, der ebenfalls als Treibhausgas wirkt. Es geht um das längst verbotene Kühlmittel CFC-11 oder Trichlorfluormethan, das nach Angaben der WMO offenbar in Ostasien noch immer hergestellt werde. Der Rückgang von CFC-11 in der Atmosphäre habe sich seit 2012 deutlich verlangsamt.

Der Treibhausgasausstoß in Deutschland ist dagegen vor allem durch Ökostrom-Ausbau in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Im Verkehrssektor nahmen die Emissionen aber zu, meldete das Umweltbundesamt im vergangenen Jahr.

joe/dpa

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