Troposphäre: Fliegende Bakterien könnten Klima beeinflussen

Mikroben: Forscherin DeLeon-Rodriguez untersucht Bakterien aus einer Luftprobe Zur Großansicht
dapd/ Georgia Tech/ Gary W. Meek

Mikroben: Forscherin DeLeon-Rodriguez untersucht Bakterien aus einer Luftprobe

In zehn Kilometern Höhe haben Forscher diverse Pilze und Bakterien nachgewiesen. Die Mikroorganismen könnten die Wolkenbildung und Niederschläge beeinflussen.

Washington - Bakterien gelten als wahre Überlebenskünstler: Solche Mikroorganismen besiedeln etwa heiße Tiefseequellen ebenso wie abgeschiedene Spalten tief in der Erde oder Haarspray. Nun nahmen Nasa-Mitarbeiter von Flugzeugen aus Luftproben in etwa zehn Kilometern Höhe über der Karibik und dem westlichen Atlantik. Dabei sammelten sie Partikel vor, während und nach zwei Hurrikans in Filtern und analysierten dann deren Inhalt.

In der Größenordnung von 0,25 bis 1 Mikrometer Durchmesser waren etwa 20 Prozent aller gefangenen Teilchen lebensfähige bakterielle Zellen. Insgesamt bestimmten die Forscher 17 verschiedene Gruppen von Bakterien. Offenbar hätten Luftbewegungen die Mikroorganismen, darunter auch Pilze, ähnlich wie Staub- oder Salzteilchen in die Höhe gewirbelt, berichten die Wissenschaftler um Natasha DeLeon-Rodriguez in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Winde und Stürme könnten Bakterien und andere Organismen so über größere Strecken transportieren und verteilen, schreiben die Wissenschaftler. Auch Krankheiten verbreiteten sich möglicherweise auf diese Weise.

Wichtigere Rolle für Klima als bisher bekannt

Noch spannender jedoch ist der mögliche Einfluss der Keime auf das Klima. Manche der Bakterien verarbeiten Kohlenstoffverbindungen bei ihrem Stoffwechsel - möglicherweise auch Stoffe in der Atmosphäre wie etwa Oxalsäure. Vor allem aber können einige Mikroorganismen ebenso wie andere Teilchen als Kerne dienen, an denen Feuchtigkeit kondensiert. Auf diese Weise könnten die Organismen zur Wolkenbildung und zu Niederschlägen beitragen.

"Diese Resultate deuten darauf hin, dass es einen weitreichenden transkontinentalen Transport lebensfähiger Bakterien gibt mit möglicherweise wichtigen Folgen für die Biogeografie dieser Mikroorganismen", schreiben die Wissenschaftler. "Unsere Ergebnisse liefern auch Hinweise darauf, dass luftgetragene Mikrobenzellen für das Ausmaß von Wolkenbildung und Niederschlägen wichtiger sind als bisher vermutet. Man sollte diesen Mikroben und ihrer Rolle in der Atmosphäre eindeutig mehr Aufmerksamkeit schenken als bisher."

hda/dpa

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1. Späte Erkenntnis
twebbs 29.01.2013
Zitat von sysopIn zehn Kilometern Höhe haben Forscher diverse Pilze und Bakterien nachgewiesen. Die Mikroorganismen könnten die Wolkenbildung und Niederschläge beeinflussen. Troposphäre: Fliegende Bakterien könnten Klima beeinflussen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/troposphaere-fliegende-bakterien-koennten-klima-beeinflussen-a-880279.html)
Anfang der 80er gab es in den USA eine Auseinandersetzung von Umweltschützern mit der Landwirtschaftsindustrie. Es ging um Freilandversuche mit speziell gezüchteten Bakterien. Diese hatten die Eigenschaft, daß deren Oberfläche, im Gegensatz zu ihren natürlichen Pendants, vollkommen glatt ist. Sie konnten ihre natürlichen Verwandten auf der Oberfläche von Pflanzen, in dem damaligen Fall ging es um Erdbeeren, sogar komplett verdrängen. Ihre glatte Struktur hatte den Vorteil, daß sie nicht mehr als Kristallisationsauslöser für Tautropfen dienten. Die kalifornischen Landwirte wollten mit der Methode Frostschäden bei leichten Minusgraden minimieren. Die Umweltschützer trugen damals die Besorgnis vor, daß man solche Freisetzungen nicht vornehmen soll, da ungeklärt sei was Bakterien bei der Wolkenbildung für eine Rolle spielen und durch die Verdrängung der natürlichen Exemplare in der Atomsphäre unerwartete Auswirkungen auf das Klima zu befürchten sind. Schön, daß die Wissenschaft endlich soweit ist, diese Möglichkeit zu diskutieren. Was aus den Bakterien damals wurde, weiß ich nicht mehr ...... Es werden immer wieder, vermeintlich gewinnbringende, Experimente mit der Schöpfung gemacht, um dann Jahrzehnte, gar Jahrhunderte später festzustellen, wie dämlich man war, weil man die Komplexität unterschätzt hat. An diesem Grundübel wird die Menschheit, auf kurz oder lang, komplett scheitern.
2.
Aquifex 29.01.2013
Zitat von sysopIn zehn Kilometern Höhe haben Forscher diverse Pilze und Bakterien nachgewiesen. Die Mikroorganismen könnten die Wolkenbildung und Niederschläge beeinflussen. Troposphäre: Fliegende Bakterien könnten Klima beeinflussen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/troposphaere-fliegende-bakterien-koennten-klima-beeinflussen-a-880279.html)
Kann man vielleicht mal bitte damit aufhören, alles, aber auch wirklich alles als erstes im gleich mit dem Klimawandel in verbindung zu bringen!? Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß mittlerweile alles irgendwo ins Klima mündet. Wie lange dauert es jetzt noch zum "Rockkonzert gegen das Klima" oder dem öffentlich Aufruf "Klima, hör auf!" Das ist doch langsam an Albernheit nicht mehr zu überbieten.
3. it's raining rocks
cassandros 29.01.2013
Zitat von AquifexWie lange dauert es jetzt noch zum "Rockkonzert gegen das Klima" .
3 Monate. Das Konzert ist am 30. April. Als Vorgruppe sind die "Weather Girls" gebucht.
4.
flyahead 29.01.2013
Zitat von AquifexKann man vielleicht mal bitte damit aufhören, alles, aber auch wirklich alles als erstes im gleich mit dem Klimawandel in verbindung zu bringen!? Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß .....
Wo steht denn etwas von Klimawandel? Klima Beeinflussung, ja. Aber das istkein Wandel. Es kann sein, dass seit Jahrhunderten Bakterien mitwirken, nur das uns das noch nicht bekannt waren. Das Klima (überstrapazierter Begriff...) formt sich aus mehreren Faktoren, so haben Bakterien am Boden sowie Pflanzen usw unser heutiges Klima erschaffen. Ein 'Klimawandel' hingegen kann es nur sein wenn es sich wandelt, da es aber schon immer stürmen und Wind und damit fliegende Bakterien gab ist es kein Wandel. Aber hauptsache man hat selber rumgewettert...immer dieser Klimawandel....die Frage nach einem Wandel stellt sich bei ordentlichem lesen und nachdenken nicht. Ich als Biowissenschaften Student finde es äußerst interessant, denn es ist nicht menschgemacht und ein Grund für einen Wandel sondern eher ein Aspekt der möglichen Entstehung
5.
neuschwab 29.01.2013
@ aquifex: Es geht um das Klima an sich, nicht um dessen Wandel!
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