Island wird wieder kommerziell Wale jagen: Nach Angaben der britischen BBC sollen Schiffe jährlich neun Finnwale - Tiere einer vom Aussterben bedrohten Art - sowie 30 Zwergwale fangen. Dabei hatte Island die kommerzielle Jagd eingestellt, nachdem 1986 ein Moratorium eingeführt worden war. In dessen Folge sind die Quoten des kommerziellen Walfangs für alle Walarten und Jagdgebiete auf Null gesetzt worden. 2002 wurde Island zudem Mitglied der Internationalen Walfangkommission.
Nichtsdestotrotz gilt das nordeuropäische Land als Befürworter des kommerziellen Walfangs - so wie auch Japan. Beide Länder jagen zurzeit Zwergwale "zu Forschungszwecken" - was formell erlaubt ist, jedoch nicht immer so wissenschaftlich zugeht , wie es eigentlich der Fall sein sollte.
Schon seit einigen Wochen habe es laut BBC Gerüchte gegeben, dass Island den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen wollte. Die Bestände seien groß genug, um etwas Jagd zu erlauben, begründet Island seinen Vorstoß. Fischereiminister Einar Gudfinnsson werde demnächst die Pläne bekanntgeben, berichtet die BBC weiter.
Bereits im Frühjahr hatte Island eine Resolution unterzeichnet, in der es hieß, der Stopp des kommerziellen Walfangs sei nicht mehr länger nötig. Die Resolution war von sechs karibischen Staaten eingebracht worden; zu den Mitunterzeichnern gehörten auch Japan, Norwegen und Russland. Das Moratorium konnte in einer Abstimmung der Internationalen Walfangkommission zwar nicht gekippt werden - für Walfang-Gegner war die Abstimmung dennoch die erste Niederlage seit 20 Jahren.
fba
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