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Trotz Februarkälte: Deutschland erlebte milden Winter

Der Eindruck der letzten Wochen täuschte: Dieser Winter fiel trotz der Kältewelle im Februar mild aus. Vor allem der Süden bekam aber auch viel Schnee ab. Jetzt wird es wärmer.

Krokusse auf Verkehrsinsel in Hamburg (26. Februar 2012): Schöne Aussichten Zur Großansicht
DPA

Krokusse auf Verkehrsinsel in Hamburg (26. Februar 2012): Schöne Aussichten

Offenbach - Trotz der Eiseskälte im Februar war der Winter 2011/2012 wärmer als die meisten anderen Winter. Die Temperatur der Monate Dezember bis Februar lag im Durchschnitt um 0,8 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990, berichtet der Deutsche Wetterdienst DWD. Auch verglichen mit den Wintern der letzten 30 Jahre fiel dieser Winter zu warm aus, um 0,1 Grad. "Nach wenigen Wochen Kälte haben wir vergessen, wie mild es war. Die Statistik rückt das nun zurecht", sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche.

Der DWD beruft sich auf erste Ergebnisse seiner bundesweit rund 2000 Messstationen. Von Anfang Dezember bis Ende Januar und in der zweiten Februarhälfte strömten nach DWD-Angaben meist milde Luftmassen über die Bundesrepublik hinweg. Am höchsten kletterte das Thermometer dabei im 983 Meter hoch gelegenen bayerischen Mittenwald-Buckelwiesen am 24. Februar auf 17,3 Grad. Klimatologen hatten bereits vergangenes Jahr eine Studie eingereicht, in der sie anhand einer neu entdeckten Faustregel einen milden Winter für Europa vorhergesagt hatten.

Regen im Schwarzwald

Im Februar traten jedoch strenge Fröste von unter minus 20 Grad auf. Je nach Region herrschte bis Mitte Februar zwei bis drei Wochen strenger Frost; in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden örtlich Kälterekorde unterboten. Die kälteste Nacht registrierten die Meteorologen in Oberstdorf am 6. Februar mit minus 29,4 Grad.

Die gemessenen Schneemengen waren sehr unterschiedlich - im Westen gab es wenig und im Süden viel. Mit einer Niederschlagsmenge von etwa 249 Litern pro Quadratmeter, das entspricht 138 Prozent des Mittelwerts von 181 Litern pro Quadratmeter, gehöre dieser Winter zu den acht nassesten seit 1881, teilte DWD-Sprecher Uwe Kirsche in Offenbach weiter mit.

Die meisten Niederschläge in den letzten drei Monaten wurden bundesweit in Freudenstadt im Schwarzwald mit 687 Litern pro Quadratmeter gemessen. Am trockensten blieb Artern im nördlichen Thüringen mit nur 80 Litern pro Quadratmeter. Die höchste Tagesmenge meldete Beerfelden im Odenwald am 4. Dezember mit 70,3 Litern pro Quadratmeter.

Extreme Dürre in Spanien

Spanien hingegen erlebt den trockensten Winter seit mehr als 70 Jahren. Wie die Zeitung "El País" am Dienstag berichtete, gingen seit Dezember 2011 im Land nur 60 Liter Niederschläge pro Quadratmeter nieder. Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Trockenheit hatte zur Folge, dass in Metropolen wie Madrid, Barcelona, Sevilla oder Bilbao die Luftverschmutzung drastisch zunahm.

Pünktlich zum Beginn des meteorologischen Frühlings am kommenden Donnerstag sollten Schnee, Eis und Frost kein Thema mehr sein. Hoch "Eitel" werde schon am Donnerstag bis zu 17 Grad im Südwesten bringen. Auch sonst wird es deutlich wärmer, schon am Mittwoch klettern die Temperaturen tagsüber auf zweistellige Plusgrade. Nur an den Küsten bleibt es kühler. Allerdings mischt zunächst noch Tief "Wally" mit einigen Regenwolken mit. Und nach dem sonnigen Donnerstag wird es wieder etwas unbeständiger und kühler.

boj/dapd/dpa

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1. Mal wieder
champagnero 28.02.2012
die unselige Formulierung, es sei "ZU" warm gewesen, verglichen mit dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Das Wesen des Durchschnitts ist es nun einmal, dass er sich aus Werten zusammensetzt, die mal darüber und mal darunter liegen. Es war eben nicht ZU warm sondern einfach wärmer als der Durchschnitt...
2. Die Experten eingetroffen
dick_&_durstig 28.02.2012
Zitat von sysopDPADer Eindruck der letzten Wochen täuschte: Dieser Winter fiel trotz der Kältewelle im Februar milde aus. Vor allem der Süden bekam aber auch viel Schnee ab. Jetzt wird es wärmer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,818101,00.html
Die Experten sind heute über mich hinweggezogen. Sie zeigen an, daß es wärmer wird. Auf Kraniche ist im Allgemeinen Verlaß.
3. Paßt schon
dick_&_durstig 28.02.2012
Zitat von champagnerodie unselige Formulierung, es sei "ZU" warm gewesen, verglichen mit dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Das Wesen des Durchschnitts ist es nun einmal, dass er sich aus Werten zusammensetzt, die mal darüber und mal darunter liegen. Es war eben nicht ZU warm sondern einfach wärmer als der Durchschnitt...
Und wenn mal nicht, nimmt man eben die letzten 31 Jahre als Grundlage.:)
4. nochmal rechnen
ascanier 28.02.2012
...ja und wenn man den letzten Sommer mit einrechnet, dann war der Winter erst recht zu warm. Dafür war dann aber der Sommer zu kalt... und nass natürlich. Aber das passt nicht in's Bild. Nur in die BILD.
5. Frage: Wo wurden die Messstellen
na,na,na 28.02.2012
aufgebaut. kann mir nicht vorstellen, dass sich diese seit 30 Jahren an dem gleichen geologischen Messpunkt befinden. Trau einer Statistik nur, wenn du sie selbst gefälscht hast. PIK Potsdam und Wuppertal Institut ist nicht zu trauen.
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