Meeressäuger Forscher filmen seltene True-Wale

Wie viele True-Wale es gibt, weiß niemand. Die Tiere lassen sich nur selten an der Wasseroberfläche blicken. Nun haben Forscher die Meeressäuger wohl zum ersten Mal gefilmt.


Dass es True-Wale (Mesoplodon mirus) gibt, weiß man vor allem, weil sie gelegentlich stranden. Lebendig im Meer beobachtet werden sie nur sehr selten. Nun gibt es das wohl erste Unterwasservideo von den Meeressäugern.

Forscher um Natacha Aguilar de Soto von der University of St. Andrews in Großbritannien haben sieben True-Wale beobachtet und gefilmt, wie sie im Fachmagazin "PeerJ" berichten. Die Tiere hielten sich im Bereich der Azoren und der Kanarischen Inseln auf, dem südlichsten Punkt ihres Verbreitungsgebiets im Nordost-Atlantik.

Auf einem der Unterwasser-Videos ist eine Gruppe von drei Tieren zu sehen, die gemeinsam tauchen. Ein Foto zeigt zudem die Nahaufnahmen eines Kalbs, laut den Forschern ebenfalls eine Premiere.

Walkuh mit Kalb
Ida Eriksson/dpa

Walkuh mit Kalb

Bislang ist über das Sozialverhalten der True-Wale wenig bekannt. Sie verbringen viel Zeit in großer Tiefe, verborgen vor menschlichen Beobachtern. Weil sie sehr lange tauchen können, kommen sie nur selten zum Atmen an die Oberfläche. Wie viele True-Wale es gibt, ist unbekannt. Neben dem Atlantik kommen sie auch in den gemäßigten Meeren auf der Südhalbkugel vor.

Farbmuster am Kopf

Die Wissenschaftler untersuchten auch ein männliches Tier, das auf der Kanaren-Insel El Hierro gestrandet war sowie ein weiteres, das nahe der Azoren tot im Wasser trieb. Molekulargenetische Untersuchungen bestätigten, dass es sich in beiden Fällen um True-Wale handelte. Die Meeressäuger werden leicht mit anderen Arten von Schnabelwalen verwechselt.

An den Kadavern und in den Filmaufnahmen entdeckten die Wissenschaftler unter anderem ein Farbmuster am Kopf dieser Art von Schnabelwal, das zuvor noch nicht beschrieben war.

Der Bereich der Azoren und der Kanarischen Inseln, wo die True-Wale nun beobachtet wurden, sei möglicherweise ideal, um die Tiere weiter zu studieren, schreiben die Forscher. Dort fällt das Wasser nahe der Küste steil ab, was Beobachtungen erleichtere.

jme/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.