Protestaktion Zehntausende Bäume gegen Trump

Umweltaktivisten rufen dazu auf, aus Protest gegen Donald Trump Bäume zu pflanzen. Sie sollen ausgleichen, was der US-Präsident beim Klimaschutz falsch macht.

Baumpflanz-Projekt: Ein Freiwilliger bei der Arbeit
Getty Images

Baumpflanz-Projekt: Ein Freiwilliger bei der Arbeit


Drei Umweltaktivisten und Unternehmer aus den USA und Neuseeland haben eine etwas andere Form des Protests gegen Donald Trump ins Leben gerufen. Unter dem Motto "Where ignorance grows trees" fordern sie Menschen weltweit dazu auf, Bäume zu pflanzen - beziehungsweise pflanzen zu lassen. Das Ziel: Die Bäume sollen dazu beitragen, den durch Trump nachlassenden Klimaschutz in den USA auszugleichen.

Seit März wurden demnach mehr als 300.000 Pflanzaufträge für knapp 40.000 Dollar (etwa 34.000 Euro) erteilt. Die Rolle der Initiatoren besteht dabei im Wesentlichen darin, die Orte zu dokumentieren, an denen neue Bäume gesetzt wurden. Eine Karte zeigt auf der Webseite den globalen Trump Forest.

Wer mitmachen will, kann dazu eine Umweltschutzorganisation gegen eine Spende beauftragen, einen Baum zu pflanzen. So wachsen neue Bäume auf Madagaskar, Haiti, in Nepal und Südostafrika. Alternativ kann man eine Baumschule in seiner Nähe unterstützen und die Quittung einreichen.

"Monumentale Dummheit ausgleichen"

Anlass der Aktion war unter anderem Trumps Klima-Dekret, in dem er sich im März gegen den Klimaschutz und für die Stärkung der Kohleindustrie ausgesprochen hat. Damit konterkarierte er den Clean Power Plan des früheren Präsidenten Barack Obama. Später folgte die Ankündigung, aus dem Pariser Klimaabkommen austreten zu wollen.

"US Präsident Trump glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Er ignoriert eine der größten Gefahren für ein gesundes Leben auf der Erde", schreiben die Organisatoren des Trump-Forest-Projekts. Der Wald solle deshalb jene Treibhausgase abfangen, die durch Trumps Klimapolitik zusätzlich entstehen. "Wir pflanzen einen globalen Wald, um Trumps monumentale Dummheit auszugleichen."

Die Aktivisten gehen davon aus, dass weltweit etwa 100.000 Quadratkilometer neuer Wald entstehen müssen, um das Ziel zu erreichen. Das entspricht in etwa der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Etwa zehn Milliarden Bäume müssten gesetzt werden. Über Photosynthese sollen sie bis 2025 ein Treibhausgasäquivalent von 650 Megatonnen Kohlendioxid ausgleichen.

"Natürlich wäre es einfacher gewesen, einfach den Clean Power Plan beizubehalten", schreiben die Initiatoren. "Aber wir halten dir den Rücken frei, Don."

jme



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.