Indonesien und Ecuador: Vulkane verbreiten Schrecken

Alarm in Indonesien und Ecuador: Die Vulkane Lokon und Tungurahua sind ausgebrochen. Menschen mussten ihre Ortschaften verlassen. Ein Aufstand in jüngster Zeit aber lässt daran zweifeln, ob die Anwohner den Warnungen weiter folgen werden.

Vulkan Tungurahua in Ecuador: Ausbruch am Montag vor der Stadt Riobamba Zur Großansicht
AFP

Vulkan Tungurahua in Ecuador: Ausbruch am Montag vor der Stadt Riobamba

Quito/Jakarta/Hamburg - Der Ausbruch zweier Vulkane sorgt für Probleme: In Ecuador spuckte der rund 5000 Meter hohe Tungurahua tonnenweise Asche sowie glühende Gesteinsbrocken, teilte der Katastrophenschutz des südamerikanischen Landes mit. In Indonesien brach der Vulkan Lokon aus. Über dem knapp 1600 Meter hohen Berg auf der Insel Sulawesi sei eine drei Kilometer hohe Asche- und Rauchwolke zu sehen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Antara.

In Ecuador riefen die Behörden die zweithöchste Alarmstufe aus. Einwohner umliegender Ortschaften seien in Sicherheit gebracht worden, hieß es in Medienberichten. Zudem wurden Atemschutzmasken sowie Erste-Hilfe-Pakete verteilt. Über dem Kegel des Tungurahua bildete sich nach Angaben des Geophysikalischen Instituts eine rund sieben Kilometer hohe Rauchwolke. Außerdem seien vereinzelt Explosionen zu hören, die den Boden erschütterten.

Der Lokon in Indonesien ist seit Juli in erhöhter Aktivität. In der näheren Umgebung des Berges leben etwa 30.000 Menschen. In dem Inselstaat gibt es 128 aktive Vulkane, von denen 65 als gefährlich gelten. Vor zwei Jahren starben mehr als 300 Menschen, als auf der Insel Java der Vulkan Merapi ausbrach.

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Rauchzeichen: Krisenherde der Erde
Der Tungurahua liegt in den ecuadorianischen Anden rund 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet der Name "Feuerkehle". Der Vulkan ist nach mehr als einem Jahrhundert Ruhe seit 1999 wieder aktiv. 2006 starben bei größeren Ausbrüchen mehrere Menschen.

Ob die erneuten Ausbrüche den Anwohnern eine Warnung sind, ist keineswegs sicher. Im Winter 1999/2000 kam es sogar zu einem Aufstand gegen eine Evakuierung. Einige Wochen lang hatten die Bewohner von Baños zu Füßen des Tungurahua ihr Städtchen aufgrund akuter Warnungen verlassen müssen - dann marschierten Tausende von ihnen mit Stöcken und Macheten wieder zurück, vertrieben das Militär und erklärten sich für die Folgen eines Ausbruchs selbst verantwortlich.

In den vergangenen Monaten hatten erneut Anwohner ihre Häuser verlassen müssen. Wie oft sie den Warnungen der Behörden aber noch Folge leisten werden, erscheint angesichts der Erfahrungen von vor 13 Jahren unklar. Dabei ist die Bedrohung ernst: Immer wieder rauschten nach Ausbrüchen in den letzten Jahren Schlamm- und Glutlawinen die steilen Bergflanken hinab auf die vielen Ortschaften am Fuß des Vulkans.

boj/dpa

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