Dinosaurier T. rex zerkleinerte Beute unter hohem Druck

Tyrannosaurus rex presste seine Reißzähne mit 30 Tonnen pro Quadratzentimeter zusammen. So konnte er die Knochen seiner Opfer mühelos zermalmen.

Skelett-Nachbau eines Tyrannosaurus rex im National Museum of Natural History in Leiden, Niederlande
Marten Van Dijl/ANP/dpa

Skelett-Nachbau eines Tyrannosaurus rex im National Museum of Natural History in Leiden, Niederlande


Der Biss des Tyrannosaurus rex war neuen Berechnungen zufolge noch kräftiger als gedacht. Seine Zähne donnerten mit einer Wucht auf die Beute nieder, die dem Gewicht von drei Kleinwagen entspricht. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei Krokodilen, den heutigen Rekordhaltern. Doch damit nicht genug: Wegen der spitzen Zähne bauten die Tiere auch einen besonders hohen Druck auf, schreiben Forscher der Florida State University in Tallahassee im Fachjournal "Scientific Reports".

Die Paläontologen entwickelten ein T. rex-Computermodell. Dazu modellierten sie zunächst, wie die Muskulatur von Krokodilen, die eng mit den Dinosauriern verwandt sind, die Bisskraft steuern. Auch anatomische Eigenschaften von Vögeln, den lebenden Nachfahren der Dinosaurier, bezogen sie ein. Aus allen Informationen erstellten sie schließlich ein Modell für den T. rex. Besonders interessierte sie dabei, wie viel Druck die Dinosaurier auf ihre Zähne bringen konnten.

Typische Fähigkeit von Säugetieren

"Eine hohe Bisskraft allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Tier Knochen zermalmen kann", erklärt Forscher Gregory Erickson. "Der Druck zwischen den Zähnen sagt mehr darüber aus." Nur auf die Bisskraft zu achten sei so ähnlich, wie zu glauben, 600 PS garantierten eine hohe Geschwindigkeit. "In einem Ferrari bestimmt, aber nicht in einem Kipplaster."

Das Ergebnis der Forscher: Mit seinen kegelförmigen und extrem robusten Reißzähnen konnte T. rex einen Druck ausüben, der einer Gewichtskraft von mehr als 30 Tonnen pro Quadratzentimeter entspricht. Das ermöglichte dem Raubsaurier, die Knochen seiner Opfer zu zerkleinern und zu zermalmen. Diese Fähigkeit haben sonst nur Säugetiere wie Wölfe und Hyänen, Reptilien jedoch nicht.

"Es war diese Knochen-zerschmetternde Fähigkeit, die T. rex dabei half, die Gerippe von großen gehörnten Dinosauriern und Schnabelsauriern ganz und gar auszuschlachten", sagte Paläontologe und Co-Autor Paul Gignac. So seien die Riesenechsen auch an die wertvollen Mineralsalze und das Knochenmark gelangt.

jme/dpa



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