Überraschender Fund Neue Walart im Museum entdeckt

Japanische Wissenschaftler haben eine neue Art der Bartenwale identifiziert. Die Skelette der Meeressäuger lagen seit mehr als 25 Jahren in einem Museum, ihre Bedeutung aber wurde erst jetzt erkannt.


Kadaver der neu entdeckten Bartenwal-Art: Erste Exemplare schon vor mehr als 25 Jahren gefangen
S. Shimizu

Kadaver der neu entdeckten Bartenwal-Art: Erste Exemplare schon vor mehr als 25 Jahren gefangen

In den siebziger Jahren wurden acht Exemplare der neuen Walart gefangen, konnten aber bis dato keiner bekannten Art zugeordnet werden, wie die Forscher im Fachblatt "Nature" berichten. Erst nach einer erneuten Untersuchung der Überreste und eines 1998 gefundenen Kadavers seien sie nun sicher, es mit einer neuen Art zu tun zu haben. Die Wissenschaftler gaben ihr den Namen Balaenoptera omurai.

Die neue Walart ähnele in seiner äußeren Erscheinung dem Finnwal (Balaenoptera physalus), sei aber mit einer Größe von weniger als zwölf Metern deutlich kleiner, schreiben Shiro Wada vom Nationalen Forschungsinstitut für Fischerei in Yokohama und seine Mitarbeiter. Der Schädel von Balaenoptera omurai sei ungewöhnlich breit und flach. Mit einer Zahl von 200 besitze der Wal vergleichsweise wenige Barten, jene Hornplatten im Maul, mit denen die Meeressäuger ihre Nahrung aus dem Wasser filtern.

Skelett eines Balaenoptera omurai: Jahrzehntelang im Museum verstaubt

Skelett eines Balaenoptera omurai: Jahrzehntelang im Museum verstaubt

Die Untersuchung von Körperbau, Knochen und Erbgut zeige, dass alle neun Tiere derselben Art angehören. Zugleich seien sie von allen anderen bekannten Arten der Furchenwale (Balaenopteridae) zu unterscheiden, die eine von vier Familien innerhalb der Bartenwale bilden. Die DNS-Analysen zeigten weiterhin, dass einige bislang in der Art Balaenoptera edeni eingeordneten Brydewale ebenfalls eine eigenständige Art darstellen. Die Zahl der Arten in der Familie der Furchenwale wuchs damit auf einen Schlag von sechs auf acht.



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