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Ukraine: Mit Napalm gegen die Vogelgrippe

Ukrainische Behörden greifen im Kampf gegen die Vogelgrippe zu harten Mitteln: Auf der Halbinsel Krim will die Regierung einem Zeitungsbericht zufolge Napalm einsetzen. Erst am Wochenende wurden Teile der Krim zu Katastrophengebieten erklärt.

Hamburg - Am Wochenende waren über 2500 tote Vögel auf der Halbinsel Krim entdeckt worden. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat die Region daraufhin zum Katastrophengebiet erklärt, fünf Dörfer gelten als Sperrbezirk. Wie die russische Zeitung "Kommersant" heute berichtet, seien drei Tonnen Napalm auf die Krim gebracht worden, um die noch lebenden Nutzvögel zu töten.

"Die Vögel werden eingesammelt und verbrannt", sagte der Verantwortliche für die ukrainische Veterinärmedizin Petr Werbitzki. Eine Sprecherin der Tiermedizin-Behörde auf der Krim erklärte, dass viele Vögel über Nacht gestorben seien, ohne vorher irgendwelche Symptome zu zeigen.

Präsident Juschtschenko will heute die betroffenen Gebiete besuchen. Er sagte vorher seine heutigen Termine in Tschernobyl ab. Zurzeit warten die ukrainischen Behörden auf die Laborergebnisse aus Italien und England, wohin am Wochenende mehrere tote Vögel gebracht worden waren. Es ist bisher nicht sicher, dass es sich um das auch für Menschen gefährliche Grippevirus H5N1 handelt.

Frühe Anzeichen

Tote Vögel auf der Krim seien bereits seit Oktober immer wieder entdeckt worden. Die Regierung in Kiew sagte jedoch, erst seit wenigen Tagen würden die Vögel massenweise sterben. Veterinärmediziner erklärten, dass Zugvögel das Virus in das Gebiet gebracht hätten. Das gleiche Problem werde nun auch für den Frühling erwartet, wenn Zugvögel aus ihren Winterquartieren im Süden zurückkehren und auf der Krim rasten.

Viele Bewohner betroffener Dörfer auf der Krim sind zurzeit ebenfalls an Grippe erkrankt. Allerdings betonen die Verantwortlichen vor Ort, es handele sich dabei nicht um die Vogelgrippe. Menschen, die engen Kontakt mit Geflügel hatten, wurden jedoch vorbeugend unter Quarantäne gestellt.

Seit der ersten Registrierung des H5N1-Virus im Jahr 2003 in Asien sind weltweit 68 Menschen an einer Infektion mit dem Erreger gestorben. 2005 wurde das Virus unter anderem in Rumänien, Kroatien, Russland und der Türkei entdeckt.

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