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Umwelt: Exportindustrie verschmutzt Chinas Luft

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AFP

Peking im Januar 2014: Dicke, graue Luft

Immer häufiger bedeckt dichter Smog Chinas Großstädte. Neue Berechnungen zeigen: Bis zu einem Drittel der Abgase des Landes stammen aus Fabriken, die Waren für andere Länder produzieren. Und manche Schadstoffe wehen sogar bis in die USA.

Ein großer Teil der Umweltverschmutzung in China entsteht bei der Produktion von Waren für ausländische Märkte. Verschiedene Schadstoffe, die China in die globale Atmosphäre abgebe, stammten im Jahr 2006 zu jeweils 17 bis 36 Prozent aus Chinas Exportindustrie, wie Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten. Der Handel lautet also: Auftraggeberländer bekommen die Waren, China Geld und Schmutzluft.

Allein die Herstellung von Gütern für den amerikanischen Markt sei zu 21 Prozent für diese Schadstoffe verantwortlich, stellt die Studie fest. Angesichts der Klagen darüber, wie China die Luft in anderen Ländern verschmutze, zeigt die Studie, dass Verantwortung auch woanders geschultert werden müsse.

Produktion in China ist effizienter geworden

Einen Teil der verschmutzten Luft bekommen die Auftraggeberländer ab: "Wir haben unsere Produktion und einen Großteil unserer Umweltverschmutzung ausgelagert, aber ein Teil davon weht über den Pazifik zurück und verfolgt uns in die USA", sagte der Ko-Autor Steve Davis von der University of California in Irvine.

Die Forscher erklären, dass ihre Studie erstmals die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die US-Westküste berechnet habe. Die Arbeit zeigt, dass drei bis zehn Prozent der durchschnittlichen jährlichen Sulfatanhäufung und 0,5 bis 1,5 Prozent des Ozons im Westen der USA aus der chinesischen Exportindustrie stammten. Die Daten bilden den Stand im Jahr 2006 ab.

Gleichzeitig schreiben die Forscher, dass die Produktion von Gütern zwischen 2000 und 2009 in China effizienter geworden und der dadurch bedingte Schadstoffausstoß damit nicht so schnell gewachsen sei wie das Bruttoinlandsprodukt. Dennoch habe die Effizienz noch nicht diejenige der USA erreicht.

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Smog in Peking: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

boj/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Das ist bekannt
Horacio 21.01.2014
China bekommt Arbeitsplätze für mehr als 350 Millionen Einwohner, dafür dürfen die Firmen hier günstiger produzieren. Die Chinesen könnten jetzt den Firmen Umweltauflagen machen. Das wird aber nicht geschehen, aus Angst der Abwanderung in Südostasiatische Nachbarländer. Dann wäre nämlich der Aufschwung mitsamt seinem Wachstum dahin. Schlechte Luft heute in Shenzen.
2. Dreister gehts wohl kaum noch
nixda 21.01.2014
Die Chinesen sind von ganz alleine auf die Idee gekommen so umweltfeindlich zu produzieren. Die Politik in der EU hat die Vorlagen und Gesetze immer mehr angezogen bis die entsprechenden Firmen einfach nach Asien zogen. Die Chinesen wussten von Anfang an, dass dies ihr Vorteil ist und sie so den Staaten, die umweltgerechter Produzieren müssen, die Arbeit wegnehmen. Das war die Masche. Das ist die Masche. Nun plötzlich noch diesen Staaten die Schuld in die Schuhe zu schieben ist dreist. Als einzige Entschuldigung an die Chinesen könnte ich mir vorstellen, dass die EU die dafür verantwortlichen Politiker nach China zum Aufräumen schickt. Da wir diese Brüsseler Kasper zum Denken ja nicht gebrauchen können wären sie ja vielleicht zu harter und ehrlicher Arbeit zu gebrauchen? Ach, egal.... Hauptsache diese Luftikusse sind weg.
3. schöne Ausrede
mori1982 21.01.2014
in Deutschland wird auch viel für andere Länder produziert. Entlässt uns das jetzt deshalb aus unserer Verantwortung? Ich denke nicht. Die Studie ist meiner Meinung nach am sinnlos, denn wenn die USA die Produkte nicht kaufen würde, täte es ein anderer, dann eben andere Produkte. Es ist völlig irrelevant, wer welche Produkte von wo kauft, entscheidend ist die Art der Produktion, bzw das setzen von Umweltstandarts die dann bei der Produktion gehalten werden müssen.
4. Das ist so gewollte
rotkaeppchen_online 21.01.2014
Zitat von sysopAFPImmer häufiger trübt dichter Smog Chinas Großstädte. Neue Berechnungen zeigen: Bis zu einem Drittel der Abgase des Landes stammen aus Fabriken, die Waren für andere Länder produzieren. Und manche Schadstoffe wehen sogar bis in die USA. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/umwelt-chinas-luft-verschmutzt-durch-exportindustrie-a-944537.html
Fruher stellten wie in Grundstofffabriken unseren Bedarf selber her. Die Gewinnmargen sind gering und die Umweltbelastung ist hoch. Es war doch reichlich schlau, diese Produktionsstätten nach China auszulagern, unseren Schadstoffausstoß leicht zu senken und jetzt mit dem Finger auf das böse China zu schauen. Das böse erwachen wird kommen, wenn China abrupt die Preise erhöht, wie es bei seltenen Erden passierte.
5. Neueste Erkenntnisse?
dafor 21.01.2014
Zitat von sysopAFPImmer häufiger trübt dichter Smog Chinas Großstädte. Neue Berechnungen zeigen: Bis zu einem Drittel der Abgase des Landes stammen aus Fabriken, die Waren für andere Länder produzieren. Und manche Schadstoffe wehen sogar bis in die USA. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/umwelt-chinas-luft-verschmutzt-durch-exportindustrie-a-944537.html
Manchmal muss man sich dann doch wieder fragen was wohl in den Köpfen der Medien Macher vorgeht. Die Möglichkeit Billiglöhne zu zahlen und Umweltschutzbestimmungen auszuhebeln ist doch der Grund dafür, dass in China billiger produziert werden konnte als daheim, wo immer das gewesen sein mag. Also exportiert man im Zuge der sogenannten Globalisierung viele der negativen Folgen der Industrialisierung in arme Länder, die sich nicht dagegen wehren konnten. Was daran ist überraschend oder heutzutage wert berichtet zu werden?
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