Hamburg - Diese Woche beginnt im brasilianischen Rio de Janeiro der Uno-Umwelt-Gipfel Rio+20. Fehlen werden dort nicht nur US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premier David Cameron, sondern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte ihren Besuch Anfang Mai abgesagt. Der Direktor des Uno-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, hat die Absage bedauert. Die Enttäuschung über Merkels Fernbleiben sei "bei vielen Ländern groß", sagte Steiner der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Merkel genieße "international großen Respekt". Überdies spiele Deutschland eine wichtige Rolle bei diesen Verhandlungen. "Daher bin ich sicher nicht der Einzige, der ihre Abwesenheit in Rio bedauert." Deutschland wird von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) auf der Konferenz Rio+20 vertreten, die am Mittwoch beginnt.
Niebel hat die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt, nicht an der Konferenz teilzunehmen. "Ich kann gut verstehen, dass es jetzt zunächst einmal darum geht, den Euro zu retten", sagte der FDP-Politiker. Zudem werde Deutschland in Rio mit Bundesumweltminister Altmaier (CDU) und ihm von zwei gewichtigen Ministern vertreten. "Das hat dann auch Durchschlagskraft", sagte Niebel.
Deutschland spiele bei den Verhandlungen eine wichtige Rolle. Seit der ersten Nachhaltigkeitskonferenz in Rio, dem sogenannten Erdgipfel vor 20 Jahren, habe Deutschland gezeigt, dass Wachstum und Umweltschutz keine Gegensätze seien. Beispiele hierfür seien vor allem die Veränderung der Energieversorgung und ein anderer Umgang mit Ressourcen. "Wir haben dadurch gezeigt, dass wir Umwelt und Klima schützen können und gleichzeitig Wohlstand und Wachstum mehren können", sagte Niebel.
Der Gipfel in Rio findet genau 20 Jahre nach dem Erdgipfel (UNCED) in der brasilianischen Metropole statt. Im Jahr 1992 hatte die Staatengemeinschaft die Nachhaltigkeit zum Grundprinzip für verschiedenste Bereiche erklärt, etwa für die Produktion in Industriestaaten oder die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. Zu dem Nachfolgetreffen werden Vertreter aus etwa 120 Staaten erwartet, darunter zahlreiche Staatsoberhäupter.
boj/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Natur | RSS |
| alles zum Thema Rio+20 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH