Berlin - Vertreter aus 35 Staaten wollen den Klimaverhandlungen beim dritten Petersberger Dialog neuen Schwung verleihen. "Wir wollen heute helfen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Montag zum Auftakt des Klimadialogs, der in der deutschen Hauptstadt stattfindet. Auf dem zweitägigen Treffen wollen Umweltpolitiker über neue Ideen und Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel beraten. Auch China und die USA, die zusammen mehr als 40 Prozent der Emissionen verursachen, nehmen teil.
Altmaier äußerte sich besorgt, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
Seit dem ersten Petersberger Dialog in Bonn vor zwei Jahren beherrsche nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Wirtschafts- und die Finanzkrise das internationale Geschehen, sagte Altmaier. Beiden Krisen gemeinsam sei kurzfristiges Denken. Nachhaltiges Wirtschaften könne jedoch helfen, diese Krisen zu überwinden. Er forderte mehr Anstrengungen zum Klimaschutz.
Zugleich versicherte Altmaier, dass sich die Wirtschaftskrise nicht negativ auf die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen auswirken werde. "Wir werden trotz der Schuldenkrise, trotz der wirtschaftlichen Krise dafür sorgen, dass es neue und innovative Finanzierungsinstrumente gibt", sagte er. Zugleich wolle er sich dafür einsetzen, dass die Zusagen zur Klimafinanzierung auch wirklich eingehalten würden. Deutschland sei hier auf einem guten Weg.
Vorbereitungen für Katar
Auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hatten sich Vertreter von 194 Staaten auf einen Fahrplan für weitere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Bis 2015 soll ein Abkommen ausgehandelt werden, dem alle Staaten angehören sollen. Umgesetzt werden soll es ab 2020. Beschlossen wurde außerdem eine neue Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, mit dem sich Industriestaaten zu einer Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes verpflichten. Allerdings wollen Kanada, Russland und Japan keine neuen Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen, kurz nach der Konferenz in Durban verkündete Kanada offiziell seinen Ausstieg aus dem Protokoll.
Von der nächsten Klimakonferenz forderte Altmaier ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. "Alle sind sich bewusst, dass die Zeit knapp ist", betonte er. Die Beratungen in Berlin sollten nun dazu dienen, die Verhandlungen vorzubereiten und zugleich konkrete Schritte einzuleiten.
Den nächsten Uno-Klimagipfel Ende des Jahres richtet Katar aus, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß der Welt. "Wie können wir ein Ergebnis erzielen, das für alle Verhandlungspartner akzeptabel ist?" fragte Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah mit Blick auf die unterschiedlich ambitionierten Klimaziele der UN-Staaten. Für das öl- und gasreiche Land kündigte er eine verstärkte Initiative für Energieeffizienz und erneuerbare Energien an.
wbr/dapd/dpa
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