Klimaverhandlungen in Berlin: Altmaier drängt zur Eile

Zwei Tage lang beraten Umweltpolitiker aus 35 Staaten in Berlin beim Petersberger Dialog. Bundesumweltminister Peter Altmaier fordert klare Bekenntnisse von seinen Kollegen. Trotz Wirtschafts- und Schuldenkrise soll der Klimaschutz weiter gefördert werden.

Petersberger Klimadialog in Berlin: Mehr Anstrengungen zum Klimaschutz gefordert Zur Großansicht
dapd

Petersberger Klimadialog in Berlin: Mehr Anstrengungen zum Klimaschutz gefordert

Berlin - Vertreter aus 35 Staaten wollen den Klimaverhandlungen beim dritten Petersberger Dialog neuen Schwung verleihen. "Wir wollen heute helfen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Montag zum Auftakt des Klimadialogs, der in der deutschen Hauptstadt stattfindet. Auf dem zweitägigen Treffen wollen Umweltpolitiker über neue Ideen und Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel beraten. Auch China und die USA, die zusammen mehr als 40 Prozent der Emissionen verursachen, nehmen teil.

Altmaier äußerte sich besorgt, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Seit dem ersten Petersberger Dialog in Bonn vor zwei Jahren beherrsche nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Wirtschafts- und die Finanzkrise das internationale Geschehen, sagte Altmaier. Beiden Krisen gemeinsam sei kurzfristiges Denken. Nachhaltiges Wirtschaften könne jedoch helfen, diese Krisen zu überwinden. Er forderte mehr Anstrengungen zum Klimaschutz.

Zugleich versicherte Altmaier, dass sich die Wirtschaftskrise nicht negativ auf die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen auswirken werde. "Wir werden trotz der Schuldenkrise, trotz der wirtschaftlichen Krise dafür sorgen, dass es neue und innovative Finanzierungsinstrumente gibt", sagte er. Zugleich wolle er sich dafür einsetzen, dass die Zusagen zur Klimafinanzierung auch wirklich eingehalten würden. Deutschland sei hier auf einem guten Weg.

Vorbereitungen für Katar

Auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hatten sich Vertreter von 194 Staaten auf einen Fahrplan für weitere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Bis 2015 soll ein Abkommen ausgehandelt werden, dem alle Staaten angehören sollen. Umgesetzt werden soll es ab 2020. Beschlossen wurde außerdem eine neue Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, mit dem sich Industriestaaten zu einer Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes verpflichten. Allerdings wollen Kanada, Russland und Japan keine neuen Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen, kurz nach der Konferenz in Durban verkündete Kanada offiziell seinen Ausstieg aus dem Protokoll.

Von der nächsten Klimakonferenz forderte Altmaier ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. "Alle sind sich bewusst, dass die Zeit knapp ist", betonte er. Die Beratungen in Berlin sollten nun dazu dienen, die Verhandlungen vorzubereiten und zugleich konkrete Schritte einzuleiten.

Den nächsten Uno-Klimagipfel Ende des Jahres richtet Katar aus, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß der Welt. "Wie können wir ein Ergebnis erzielen, das für alle Verhandlungspartner akzeptabel ist?" fragte Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah mit Blick auf die unterschiedlich ambitionierten Klimaziele der UN-Staaten. Für das öl- und gasreiche Land kündigte er eine verstärkte Initiative für Energieeffizienz und erneuerbare Energien an.

wbr/dapd/dpa

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1. Die Zeit läuft uns davon, jetzt muss gehandelt werden!
spon-facebook-10000009156 16.07.2012
Wir müssten den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit ab sofort um 60 bis 70 Prozent verringern, sagt Lonnie Thompson, Glaziologe der Ohio State University in den USA. http://www.geo.de/GEO/natur/51523.html?p=1 Was ist Spekulation und was ist die Wahrheit? http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst/#/beitrag/video/1643870/Übrigens-..-zur-Sendung-vom-22.05.2012 Kommt es zu Naturaktstrophen apokalyptischen Ausmaßes? Werden wir uns in naher Zukunft in einer Welt wiederfinden, die wie ein Alptraum anmutet? Man weiß es alles nicht. Was wirklich passiert, liegt immer noch an uns. Selbst wenn wir die Schwelle zum umkehrbaren Klimawandel schon überschritten haben, werden Ausmaß und Tempo der Veränderungen noch immer davon beeinflusst, was wir in nächster Zukunft tun. Vielleicht aber auch davon, was die Erde tut: Denn ihre Regelkreise und Mechanismen, von denen erst ein winziger Teil erforscht ist, lassen vermuten, dass hinter allem eine überragende Intelligenz steckt. Eine ordnende Kraft, die weit über den Rahmen des menschlichen Ermessens und Berechnens hinausgeht! Wir sind uns vieles nicht mehr bewusst! Ist die Erde intelligenter als wir? Sie hat 30 schwere Katastrophen überlebt. Warum? Die Erde ist ein lebender Organismus, der sich selbst heilen kann. Energiereserven sind unser Erderbe. Sie entstanden in Jahrmillionen aus dem Zusammenspiel von Sonne und Pflanzen. Jetzt ist das Ende der globalen Energiereserven in Sicht, und die letzten Tage des "alten Sonnenlichts" brechen an. Innerhalb eines einzigen Tages werden auf der Erde über 50000 Hektar Regenwald vernichtet, 13 Millionen Tonnen giftiger Chemikalien freigesetzt, sterben mehr als 45000 Menschen an Hunger, werden durch menschliche Aktivität 130 Pflanzen- und Tierarten ausgerottet. Die Fakten in Thom Hartmanns Buch sind alarmierend: Schon sind die letzten Tage des alten Sonnenlichts in Sicht. In weniger als einer Lebensspanne wird der Mensch die fossilen Energieträger, die einst die mit dem Sonnenlicht auf die Erde strömende Energie gespeichert hatten, aufgebraucht haben. Die Erde wird dann noch Energie und Nahrungsmittel für höchstens eine Milliarde Menschen bieten. http://www.buecher.de/shop/allgemein/unser-ausgebrannter-planet/hartmann-thom/products_products/detail/prod_id/08490615/
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