Umweltbelastung: Ammoniak-Ausstoß übersteigt zulässigen Grenzwert

Dünger: Ein Großteil der Ammoniak-Emission stammt aus der Landwirtschaft Zur Großansicht
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Dünger: Ein Großteil der Ammoniak-Emission stammt aus der Landwirtschaft

In Deutschland nimmt die Verschmutzung durch Ammoniak-Belastungen zu. Nach Informationen des SPIEGEL gelangten 2011 etwa 563 Kilotonnen gasförmiger Stickstoffverbindungen in die Umwelt. Dieser Wert liegt deutlich über der zulässigen Grenze.

Problem für die Umwelt und für Deutschland: Die Verunreinigung von Böden und Grundwasser in Folge von Ammoniak-Emissionen nimmt weiter zu. Im Jahr 2010 gelangten nach SPIEGEL-Informationen 552 Kilotonnen der gasförmigen Stickstoffverbindung in die Umwelt, im Jahr 2011 waren es sogar 563 Kilotonnen - obwohl sich Deutschland international verpflichtet hat, ab 2010 die Höchstmenge von 550 Kilotonnen nicht zu überschreiten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung an die Grünen hervor.

Demnach stammen 95 Prozent der Ammoniak-Emissionen aus dem Agrarwesen, vor allem aus der Tierhaltung. In Regionen mit intensiver Landwirtschaft, zum Beispiel in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder den ostdeutschen Bundesländern, verunreinigen die Ammoniak-Emissionen das Grundwasser massiv. Die Belastungen sind teilweise so heftig, dass es sich nicht mehr zum Trinken eignet. "Die Maßnahmen, die jetzt im Baurecht ergriffen werden, reichen nicht aus", kritisiert Vize-Fraktionschefin Bärbel Höhn.

So sind etwa in großen Schweinehaltungsanlagen spezielle Filtersysteme vorgeschrieben, die die Schadstoffemissionen mindern sollen.

"Kommunen in Ostdeutschland haben kaum Möglichkeiten, sich gegen Mega-Mastanlagen zu wehren", sagt Höhn. Tatsächlich ermöglicht die gerade verabschiedete Novelle des Baugesetzbuchs den Kommunen nur Planungshoheit über einen Teil der Anlagen. Der massive Bau von Mastanlagen sorgt etwa in Niedersachsen seit langem für Kritik und gilt als ein Grund für die Wahlniederlage der CDU Anfang des Jahres.

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insgesamt 124 Beiträge
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1. Die Lage ist dramatisch
Ylex 28.04.2013
Die Probleme sind seit langem bekannt, sie sind in ihren bedenklichen Auswirkungen durcherforscht, besonders bei der Überdüngung mit Stickstoffverbindungen (Ammoniak, Nitrit und Nitrate) sowie durch Phosphate (Eutrophierung der Gewässer). Trotzdem ist fast alles noch schlimmer geworden: Die quälerische Massentierhaltung, die Unmengen Gülle entstehen lässt, das Vergiften der Böden und der Gewässer, der Gestank, der ungebremste Rückgang natürlicher Lebensräume durch Überbebauung und damit die weitere Versiegelung von Boden, also eine zunehmende Verschandelung der Landschaft. Die Landwirtschaft verkommt zu einer Gift-Industrie, die Bauern werden zu Umweltzerstörern erster Ordnung – gefördert von unverantwortlichen Politikern. Die Menschen in der Stadt registrieren oft gar nicht, wie dramatisch die Lage auf dem Land geworden ist, und die Menschen auf dem Land verdrängen die Tatsachen.
2.
kdshp 28.04.2013
Zitat von sysopDPAIn Deutschland nimmt die Verschmutzung durch Ammoniak-Belastungen zu. Nach Informationen des SPIEGEL gelangten 2011 etwa 563 Kilotonnen gasförmiger Stickstoffverbindungen in die Umwelt. Dieser Wert liegt deutlich über der zulässigen Grenze. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/umweltverschmutzung-ammoniak-emissionen-uebersteigen-zulaessigen-grenzwert-a-897005.html
Den "bauern" geht es auch nur ums geld und wenn ich hier die bauern sehe ist da keiner arm sondern eher reich. Je mehr geld im spiel ist desto geringer die moral! Witzig auch das der kleine hausbesitzer seinen abfluss konntrolieren lassen muss und gegebenfalls reapieren muss. Jaja die großen läßt man machen und die kleinen hängt man.
3.
dwg 28.04.2013
Bei der "Düngung" mit Gülle handelt es um staatlich tolerierte Sondermüllverklappung. Und ja, es gibt ausgeprägten Gülletourismus aus Belgien und den Niederlanden. Das führt nicht nur zur Überdüngung der Felder, sondern auch der Flüsse und Seen. Damit werden Uferfiltrate ungeeignet als Trinkwasser. Aber solange der Monstertrecker die richtige Umweltplakette hat, ist ja alles in Ordnung und das Zeug muss ja weg...
4. Mit was düngen ...
westerwäller 28.04.2013
... denn eigentlich Biobauern?
5. Der Staat subventioniert Umweltverschmutzung
mischpot 28.04.2013
Frau Aigner sollte dringendst Ihren Hut nehmen müssen und Pensionsansprüche gestrichen bekommen. Ausgelaugte überdünkte und saure Böden, von Trinkwasser ganz zu schweigen dafür gibt es Uran im Trinkwasser dessen Werte schon bedenklich sind. Die Hamburger Wasserwerke testen noch nicht einmal auf Uran. Schöne Neue Welt.
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Gefahren durch Stickoxide
dapd

Auswirkungen auf die Gesundheit:
-NO2 ist ein ätzendes Reizgas, das die Atemwege schädigt und die Augen reizt.
-Die Folgen können Atemnot, Husten, Kopfschmerzen, Schwindel, ein Lungenödem (Flüssigkeit in der Lunge) sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion sein.
-Die Atemwege werden anfälliger für Allergien.
-Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen kann steigen.

Auswirkungen auf die Umwelt:
-In Verbindung mit Wasser bilden sich Säuren, die Pflanzen schädigen können.
-Pflanzen, die besonders viel Stickstoff benötigen (zum Beispiel Brennnessel, Brombeere und Holunder) können sich verstärkt ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen.
-Stickstoffdioxid trägt zur Bildung von Ozon bei.