Umweltministerin Hendricks glaubt an Erfolg bei Klimagipfel

Gelingt in New York eine Wende der internationalen Klimaverhandlungen? Umweltministerin Hendricks sieht konkrete Fortschritte. Und sie verteidigt die Bundeskanzlerin.

New York: Hoffnungen auf die USA gesetzt
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New York: Hoffnungen auf die USA gesetzt


Beim Uno-Klimagipfel in New York soll ein neuer Versuch gestartet werden, die globale Erwärmung zu bremsen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erwartet vom Uno-Klimagipfel in New York neuen Schwung für die internationalen Verhandlungen. Sie setze große Hoffnungen auf die USA, sagte Hendricks am Dienstag im rbb-Inforadio. Diese hätten wie China erkannt, dass sie mehr Klimaschutz brauchen.

Zuvor hatte die Ministerin das Fehlen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Treffen gegen Kritik verteidigt. Die Bundesregierung sei mit ihrer Person und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bestens vertreten, sagte sie der "Frankfurter Rundschau". Merkel bleibe weiter "Klimakanzlerin".

Die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter kritisierte das Fernbleiben Merkels hingegen. "Ich halte es für eine Blamage der deutschen Politik, dass die Kanzlerin nicht zum Gipfel fährt", sagte sie am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Die "ehemalige Klimakanzlerin" habe aufgegeben. Das sende ein falsches Signal an andere Länder. "Die Absage zeigt, wie wenig die Bundesregierung mit Klimaschutz und internationaler Solidarität am Hut hat. Sie betreibt Klientelpflege statt Klimaschutz", sagte Peter der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Mit gutem Beispiel voran

Hendricks forderte für das New Yorker Treffen ein breites Bekenntnis zum Fahrplan zum Paris-Protokoll, das den Vertrag von Kyoto ablösen soll. "Alle Staaten sollen bis März 2015 ihre eigenen, möglichst ambitionierten Klimaziele für das Zieljahr 2030 vorlegen. So entsteht eine Basis für den globalen Vertrag", sagte sie.

Außerdem erwarte sie, dass eine Reihe von Ländern Gelder für den neuen Klimafonds bereitstellten, der den Entwicklungsländern Hilfen für Anpassung und klimafreundliches Wirtschaften gibt. Deutschland hat angekündigt, 750 Millionen Euro einzuzahlen. "Auch da gehen wir mit gutem Beispiel voran", sagte sie.

In New York werden mehr als hundert Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama. Die Veranstaltung auf Einladung von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon soll einem angestrebten Weltklimavertrag für über 190 Staaten den Weg ebnen. Er soll Ende 2015 bei der Uno-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad. Sie ist in erster Linie dem Ausstoß von Treibhausgasen geschuldet, haben Wissenschaftler festgestellt.

Vor dem Gipfel wurden am Montag laut Medienberichten etwa hundert Umweltaktivisten festgenommen.

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boj/dpa



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