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Uno-Klimatagung in Peru: Minister Müller kritisiert USA und China

Debatte in Lima: Entwicklungsminister Gerd Müller (r.) mit Perus Umweltminister Pulgar-Vidal Zur Großansicht
AFP

Debatte in Lima: Entwicklungsminister Gerd Müller (r.) mit Perus Umweltminister Pulgar-Vidal

Kritik aus Deutschland auf der Weltklimakonferenz in Lima: Entwicklungsminister Gerd Müller bemängelt die Umweltpolitik von China und den USA.

Lima/Hamburg - Entgegen der bisherigen Linie der Bundesregierung hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die neuen Klimaziele der USA und China als unzureichend kritisiert. "Ich sehe das nicht als ehrgeizig an, was Obama verkündet hat", sagte Müller beim Uno-Klimagipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima mit Blick auf die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama.

Die USA wollen bis zum Jahr 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Er hoffe, dass Obama seine Präsidentschaft noch dazu nutze, sich zumindest im Mittelfeld der Industriestaaten beim CO2-Ausstoß einzureihen. "Dazu bedarf es wesentlich ehrgeizigerer Vorgaben", sagte Müller.

Er kritisierte auch das Ziel Chinas, erst ab 2030 mit einer Minderung der klimaschädlichen CO2-Emissionen beginnen zu wollen. "Das ist natürlich eine Vorgabe, die wenig ehrgeizig ist." Zuvor hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die neuen Ankündigungen beider Staaten gewürdigt - auch weil etwas Bewegung besser angesehen ist als gar keine. "Beide Länder verpflichten sich auf höchster Ebene zu anspruchsvollen Klimaschutzzielen", hatte Hendricks betont.

Die Vereinten Nationen und Gastgeber Peru zeigen sich mit dem bisherigen Verlauf der Uno-Klimakonferenz in Lima zufrieden. Die Gespräche über die Textelemente für den Entwurf eines Weltklimavertrages gingen voran, lobte die Chefin des Uno-Klimasekretariats, Christiana Figueres. Perus Umweltminister und Konferenzpräsident Manuel Pulgar-Vidal gab sich überzeugt, dass die Konferenz ein Erfolg und am Freitag pünktlich beendet werde.

"Energiequelle von unglaublichem Ausmaß"

Den 195 Teilnehmerstaaten lag am Montag ein 33-Seiten-Papier mit vorläufigen Textbausteine für das im Dezember 2015 in Paris zu entscheidende Klimaabkommen vor, durch das die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad begrenzt werden soll. Einen ersten Entwurf gab es auch für den Lima-Beschluss, der Kriterien für nationale Klimaschutzzusagen definieren soll. Der Text werde nun "Zeile für Zeile und Komma für Komma" durchgegangen, so Figueres.

So optimistisch wie die Konferenzführung in Lima ist Martin Kaiser von Greenpeace nicht. Bislang seien die Verhandlungen konfliktfrei verlaufen, weil die Konferenz einfach immer mehr Optionen zu einzelnen Verhandlungspunkten hineingenommen habe. Nun müssten die Minister die Optionen wieder eingrenzen. "Wir befürchten, dass die verbleibende Zeit in Lima nicht dazu genutzt wird."

Am Dienstag startet in Lima die Ministerrunde, an der auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) teilnimmt. Auch Uno- Generalsekretär Ban Ki Moon wird erwartet. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kam bereits am Montag nach einer Kolumbienreise nach Lima, wollte aber am Abend planmäßig wieder abreisen.

Er stellte in Lima ein Projekt zur Förderung von Geothermie in mehreren lateinamerikanischen Ländern vor. Zur Finanzierung von Risikoanalysen werden von mehreren internationalen Geldgebern, darunter Deutschland, zum Start 75 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, eine Leistung von 350 Megawatt zur Energiegewinnung zu erreichen, um 50 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. "Geothermie ist hier eine fast ungenutzte Energiequelle von unglaublichem Ausmaß", sagte Müller.

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boj/dpa

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1. Wer im Glashaus sitzt...
michibln 09.12.2014
Dank Energiewende kommt Deutschland auch nicht mehr mit dem Klimaschutz voran. Also sollte man den Schwarzen Peter nicht den Anderen zuschieben.
2. Und als heiteres Begleitprogramm
fpwinter 09.12.2014
geben die den Klimaschützern nahestehenden PR-Agenturen wieder mal eine Horrormeldung nach der anderen heraus. Nie ist so viel Klima in den "Leid-Medien" wie zu den Zeiten, wenn Klimakonferenzen über Wohl und Wehe des Großkapitals entscheiden oder Pseudo-Wissenschaftler neue "Welt-Klima-Berichte" vorlegen. Da ist dann plötzlich das aktuelle Jahr das "wahrscheinlich (!) heißeste aller Zeiten"; wieder einmal stürzen Gletscher in bisher nicht gekanntem Ausmaß ins Meer und Fluten dräuen (he: erinnert sich eigentlich noch jemand an das Physik-Experiment aus der dritten Klasse mit dem Glas, halbvoll mit Wasser, halbvoll mit Eiswürfeln...?) - aber wehe, hier wird es winterlich. Dann schlagzeilt die "Volksbildung" auf der Titelseite "Es wird kälter in Deutschland" - und möchte damit NICHT in der Vorweihnachtszeit auf den Sozial-Abbau aufmerksam machen. Rechtzeitig zum Fest gibt es dann hoffentlich gute Nachrichten von der Klima-Konferenz; Politiker dürfen sich dann zu Weihnachten wieder als Retter und Helden präsentieren und in den bekannten Weihnachts- und Neujahrsansprachen Gutmenschen geben... Also - am besten ab sofort keine Nachrichten mehr bis Januar. Dann muß man auch nicht ständig seine Würge-Reflexe unterdrücken und kann sich ganz auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren -- Zeit mit seinen Lieben verbringen und das Leben genießen, so gut man kann.
3. Alles erstunken und erlogen, wenn nicht, dann uebertrieben.
Beat Adler 09.12.2014
Zitat von fpwintergeben die den Klimaschützern nahestehenden PR-Agenturen wieder mal eine Horrormeldung nach der anderen heraus. Nie ist so viel Klima in den "Leid-Medien" wie zu den Zeiten, wenn Klimakonferenzen über Wohl und Wehe des Großkapitals entscheiden oder Pseudo-Wissenschaftler neue "Welt-Klima-Berichte" vorlegen. Da ist dann plötzlich das aktuelle Jahr das "wahrscheinlich (!) heißeste aller Zeiten"; wieder einmal stürzen Gletscher in bisher nicht gekanntem Ausmaß ins Meer und Fluten dräuen (he: erinnert sich eigentlich noch jemand an das Physik-Experiment aus der dritten Klasse mit dem Glas, halbvoll mit Wasser, halbvoll mit Eiswürfeln...?) - aber wehe, hier wird es winterlich. Dann schlagzeilt die "Volksbildung" auf der Titelseite "Es wird kälter in Deutschland" - und möchte damit NICHT in der Vorweihnachtszeit auf den Sozial-Abbau aufmerksam machen. Rechtzeitig zum Fest gibt es dann hoffentlich gute Nachrichten von der Klima-Konferenz; Politiker dürfen sich dann zu Weihnachten wieder als Retter und Helden präsentieren und in den bekannten Weihnachts- und Neujahrsansprachen Gutmenschen geben... Also - am besten ab sofort keine Nachrichten mehr bis Januar. Dann muß man auch nicht ständig seine Würge-Reflexe unterdrücken und kann sich ganz auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren -- Zeit mit seinen Lieben verbringen und das Leben genießen, so gut man kann.
Alles erstunken und erlogen, wenn nicht, dann uebertrieben. Vielleicht sehen das die Opfer der immer zahlreicheren Ueberschwemmungen weltweit etwas anders. Vielleicht werfen die Eiswuerfel ins Meer, um wieder trockenen Fuesse zu haben;-) mfG Beat
4. Eingeordnet
les2005 09.12.2014
Man muß die Ankündigungen von China und USA einordnen in ihre bisherigen Positionen - dann ist es in der Tat ein gewaltiger Schritt nach vorne, und einer der es vielen anderen Zauderern schwieriger macht, weiter nichts zu tun. Auch wenn die Klimaskeptiker, zumindest hier im Forum, nicht aussterben - die Politik in den meisten Ländern ist inzwischen schon viel zu sehr mit der gegenwärtigen Bewältigung der realen Folgen des Klimawandels und der vielen Umweltsünden beschäftigt, um weiter Zeit für diese Diskussion zu verschwenden. Im Falle Chinas, wo man die Hand vor Augen nicht mehr sieht infolge der Luftverschmutzung, ist es relativ egal warum man jetzt aufhören muß Kohle zu verbrennen - ob wegen der mittelfristigen Klimaauswirkungen, oder der gegenwärtigen akuten Gesundheitsgefährdung. Dasselbe gilt für den Schutz vor der nächsten Überschwemmung in Bayern oder der nächsten, noch höheren Sturmflut an der norddeutschen Küste. Tatsache ist aber auch, daß die deutsche Politik einfach nur erbärmlich ist, und alle großen Fortschritte durch Wind- und Solarenergie durch eine total verkorkste Energie- und Kohleschutzpolitik konterkariert werden.
5. vielleicht vielleicht
die80er 09.12.2014
Zitat von Beat AdlerAlles erstunken und erlogen, wenn nicht, dann uebertrieben. Vielleicht sehen das die Opfer der immer zahlreicheren Ueberschwemmungen weltweit etwas anders. Vielleicht werfen die Eiswuerfel ins Meer, um wieder trockenen Fuesse zu haben;-) mfG Beat
und vielleicht wird heute auch einfach nur mehr über die Überschwemmungen berichtet als früher so das es einem auch nur so vorkommt als ob es mehr Überschwemmungen gibt? Vielleicht werden Gebiete auch viel mehr überschwemmt weil der ach so intelligente Mensch alles zugebaut hat?
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