Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Uno-Bericht zur Bodenerosion: Die verlorene Erde

Acker in Haiti: Nährstoffarmer Boden aufgrund falscher Landwirtschaft Zur Großansicht
AFP

Acker in Haiti: Nährstoffarmer Boden aufgrund falscher Landwirtschaft

Die Vereinten Nationen warnen vor der falschen Nutzung von Böden: Millionen Menschen seien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf viele Billionen Euro.

Intensive Landwirtschaft und Verstädterung zerstören immer mehr ökologisch wertvolle Flächen. Ein am Dienstag veröffentlichter Uno-Bericht bezifferte den Verlust auf weltweit 6,3 bis 10,6 Billionen Dollar (etwa 5,6 bis 9,4 Billionen Euro) im Jahr.

Die verlorenen Werte sind zum Beispiel Ernteerträge und sauberes Wasser. Der jährliche Verlust entspricht der Studie zufolge 10 bis 17 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts.

Nach Angaben der Uno könnte die Entwertung der Flächen in den nächsten zehn Jahren zu 50 Millionen zusätzlichen Flüchtlingen führen - Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil der Boden sie nicht mehr ernähren kann.

"Unsere Botschaft ist, dass sich nachhaltige Landwirtschaft wirklich lohnt", sagte Mark Schauer, einer der beteiligten Forscher von der Universität Bonn. "Herkömmliche Landwirtschaft ist für die Volkswirtschaft eine Minusrechnung. Der Boden wird degradiert und die Ökosysteme in der Umgebung auch." Ursachen seien beispielsweise Überdüngung oder Überweidung.

Wuchernde Metropolen

Ein besonderes Problem sei, dass Metropolen häufig in besonders fruchtbaren Gebieten lägen, weil sich eben dort vor langer Zeit die ersten Pioniere angesiedelt hätten. Doch die Städte breiten sich aus - und verschlingen fruchtbares, ökologisch wertvolles Land.

Intensive Landwirtschaft habe oft verheerende langfristige Folgen. In dem westafrikanischen Land Benin zum Beispiel sei der Baumwollanbau ein großes Problem. "Das ist extrem nährstoff- und wasserintensiv, und davon profitieren nur sehr wenige Menschen, die Volkswirtschaft leidet sehr darunter", erklärte Schauer.

In Deutschland werden jeden Tag Bodenflächen in der Größe von mehr als hundert Fußballfeldern überbaut, wie aus dem sogenannten Bodenatlas hervorgeht. Ein Viertel der Ackerflächen sei zudem von Bodenerosion betroffen. Gleichzeitig werden den Angaben zufolge Agrar- und Verbrauchsgüter importiert, deren Produktion mit 80 Millionen Hektar mehr als das Doppelte der hiesigen Landesfläche in Anspruch nimmt.

boj/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Überbevölkerung
altmannn 15.09.2015
führt zur Übernutzung. Egal, wie klein der ökologische Fussabdruck in einigen Ländern auch sein mag, am Ende machts die Masse Mensch. Das kann immer mal eine Weile durch fortschrittliche Techniken überspielt werden, bei weiterem Bevölkerungswachstum ist dann trotzdem irgendwann Ende.
2. leider
orthonormalbürger 15.09.2015
wird vor allem in den Dritte Weltländern ohne Rücksicht angebaut. Dort wäre mal Hilfe von erfahrenen Bauern nötig.
3. Richige Bauern erhalten die Bodenfruchtbarkeit
Beat Adler 15.09.2015
"Unsere Botschaft ist, dass sich nachhaltige Landwirtschaft wirklich lohnt", sagte Mark Schauer, einer der beteiligten Forscher von der Universität Bonn. "Herkömmliche Landwirtschaft ist für die Volkswirtschaft eine Minusrechnung. Der Boden wird degradiert und die Ökosysteme in der Umgebung auch." Ursachen seien beispielsweise Überdüngung oder Überweidung." Zitatende Herkoemmliche Landwirtschaft = nachhaltige Landwirtschaft. Jeder Bauer sorgt fuer sein Land, fuer seine Bodenfruchtbarkeit, denn wenn nicht, ist er nicht mehr lange Bauer.
4. Das Problem der UNO Berichte ist,
rolandjulius 15.09.2015
das daraus, wenn auch so relevant, keine Lehren gezogen werden. Die glorreiche Idee alles der privaten Initiative zu überlassen, und un-befragt tüchtig zu subventionieren, führt allemal zu Exzessen welche der Unbeteiligte ausbaden muss. Die Ironie liegt darin, dass schließlich die ganze Welt, ohne Ausnahme, am Schaden zu leiden hat. 17 Billionen Dollar würden die Hungersnot aller Betroffenen lindern, aber nur wenn sie in die richtigen Hände fallen.
5. Kein Problem
Glückshormon 15.09.2015
wir haben ja noch eine zweite Erde im Kofferraum. Grenzen des Wachstums? Pah. Macht euch die Erde untertan - alles wird gut! Rationales Verhalten? Wozu? Erst die Urwälder abbrennen und dann Monokulturen. Danach weiter ziehen und weiter so. Sozialleistungen gibt es letztlich in Deutschland und ein besseres Leben sowieso ;-) Also, wozu verantwortngsvolles Handeln?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Neuer "Bodenatlas": Moderner Kolonialismus


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: