Uno-Konferenz Umweltverbrechen kosten 230 Milliarden Euro jährlich

Wilderei, illegale Abholzung und falsch entsorgter Elektromüll sorgen jedes Jahr für Milliardenschäden, berichtet die Uno. Sorgen machen sich die Umweltschützer unter anderem um die Elefanten.

Wildhüter neben einem getöteten Elefanten in Kenia
EPA/Daniel Irungu

Wildhüter neben einem getöteten Elefanten in Kenia


Mehr als ein Viertel aller Elefanten weltweit sind binnen eines Jahrzehnts getötet worden. Das teilte das Uno-Umweltprogramm Unep anlässlich des Weltumwelttages mit. Konkrete Zahlen nannte Unep aber nicht. Nach WWF-Angaben gibt es weltweit noch 470.000 Afrikanische und 40.000 bis 50.000 Asiatische Elefanten.

Mehr als 250 Milliarden Dollar (rund 230 Milliarden Euro) würden Umweltverbrechen die Weltwirtschaft jährlich kosten, so die Uno-Organisation . Etwa die Hälfte davon sei der illegalen Abholzung von Wäldern zuzuschreiben. Auch die unrechtmäßige Entsorgung elektronischen Mülls und der internationale Handel mit Elfenbein tragen zu dem Verlust bei.

Vor allem in Asien werden Elfenbein aus Elefantenstoßzähnen und das Horn von Nashörnern als Aphrodisiakum und als Heilmittel in der traditionellen Medizin eingesetzt. Aber auch Trophäenjäger erlegen die Tiere.

Tausende Menschen seien auf der Konferenz zum Schutz von Wildtieren zusammengekommen, sagte Unep-Direktor Achim Steiner in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Die Umweltverbrechen schadeten der Natur, Nationen und Gemeinschaften.

Elefanten, Nashörner, Menschenaffen, Schuppentiere

Experten gehen davon aus, dass jährlich etwa 50.000 Elefanten Wilderern zum Opfer fallen. Das Nördliche Breitmaulnashorn steht bereits kurz vor dem Aussterben - nur noch drei Exemplare leben in einem Schutzgebiet in Kenia. Der einzig überlebende Bulle ist jedoch zu alt, um sich fortzupflanzen und zudem eng mit den verbleibenden Weibchen verwandt.

Zudem zählen die Unep-Verantwortlichen den jährlichen Verlust von 3000 Menschenaffen auf. Schuppentiere trügen zudem eine besondere Last, da sie die am häufigsten illegal gehandelten Wirbeltiere seien und zudem kaum bekannt, weshalb besonders wenig auf ihren Schutz geachtet werde.

Gastgeber der Feierlichkeiten zum Weltumwelttag war das südafrikanische Land Angola. Angola habe eine Behörde zum Kampf gegen Umweltverbrechen eingerichtet, damit die Tötungen von geschützten Wildtieren in dem Land ein Ende fänden, sagte Vizepräsident Manuel Domingos Vicente. Der Bürgerkrieg in dem Land, der von 1975 bis 2002 dauerte, habe einen Großteil der Elefanten das Leben gekostet, hieß es in der Uno-Mitteilung.

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.