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Unep-Kritik: Die Welt vernachlässigt ihre Schutzzonen

Unep-Kritik: Die Welt vernachlässigt ihre Schutzzonen Fotos
AP

Klare Worte vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen Unep: Immer mehr Länder der Welt weisen neue Naturschutzgebiete aus. Aber es seien nicht immer die schützenswertesten, und die Betreuung der Gebiete sei schlecht. Oftmals fehle Geld.

Sydney - Weltweit stehen immer mehr Landschaften und Meere unter Naturschutz. Derzeit sind es mehr als 200.000 Einzelflächen mit zusammen fast 33 Millionen Quadratkilometern - eine Fläche, größer als Afrika. Das berichtete das Umweltprogramm der Vereinten Nationen Unep am Donnerstag in Sydney. Allerdings schützen die Länder nicht immer die Gebiete, die es am nötigsten hätten, meinen die Autoren der Unep-Studie: Gebiete mit besonders hoher Artenvielfalt.

Außerdem müsse das Management in vielen Bereichen verbessert werden. Das wird aber teuer: Dem Bericht zufolge wären im Jahr für den Schutz aller relevanten Flächen und das nachhaltige Management 76 Milliarden Dollar (61 Mrd Euro) nötig.

Entwicklung der Schutzzonen weltweit seit 1961 Zur Großansicht
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Entwicklung der Schutzzonen weltweit seit 1961

"Schutzgebiete spielen auch eine wichtige wirtschaftliche Rolle, weil sie beispielsweise Wasser und Holz liefern und den Ökotourismus fördern", so Unep-Exekutivdirektor Achim Steiner. "Weitere Flächen müssen gezielt geschützt werden, um Anstrengungen zum Klimaschutz zu flankieren, um die Artenvielfalt zu erhalten und um Ökosysteme zu schützen, von deren Produkten Milliarden Menschen leben."

Die Zahl der Schutzgebiete habe sich in jeder Dekade der vergangenen 20 Jahre verdoppelt. Insgesamt stehen nach diesen Angaben 15,4 Prozent der weltweiten Landfläche samt Inlandsgewässern sowie 3,4 Prozent der Ozeane unter Naturschutz.

Unep-Report 2014: Schutzzonen an Land Zur Großansicht
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Unep-Report 2014: Schutzzonen an Land

Bis 2020 sollen es nach dem Willen der Unterzeichner der UN-Konvention über biologische Vielfalt 17 Prozent Land- und zehn Prozent Meeresfläche sein. Das dürfte klappen, glauben die Autoren der Studie. Dazu müssten noch 2,2 Millionen Quadratkilometer Land sowie 23,7 Millionen Quadratkilometer Meeresgebiete zusätzlich geschützt werden. Schwierig sei dies in internationalen Gewässern, für die keine nationale Regierung zuständig ist.

Unep-Report 2014: Schutzzonen in Meeresgebieten Zur Großansicht
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Unep-Report 2014: Schutzzonen in Meeresgebieten

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist die Artenvielfalt auch in Gebieten bedroht, die bereits unter Schutz stehen: bei Teilen des Weltnaturerbes. Einer neuen Studie zufolge gibt es bei knapp 30 Prozent dieser Gebiete mit besonderem Wert für die Natur "erhebliche Bedenken", sie dauerhaft erhalten zu können. Bei acht Prozent wird die Lage sogar als "kritisch" eingeschätzt.

nik/dpa

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1. wieder kein Wort
wilam 13.11.2014
über die Ursache der Ursachen. Da unten werden die Schutzgebiete doch einfach zusammengedrückt durch das Bevölkerungswachstum. Die verwüsten ihr Land und wir kontaminieren und expropriieren die Welt. Aus demselben Grund, doch, doch. Denn: morgen machen wir Umweltschutz, aber heute brauche wir noch schnell Braunkohle, Massentierhaltung, Gentechnik, Fracking, Hormone, Arbeitsplätze usw. Man kann beschließen, terminieren und versuchen was man will - solange die Bevölkerung nicht abnimmt, solange Produzenten und Verbraucher nicht weniger werden, ist alles nur Papier.
2. mmm
garfield53 13.11.2014
Das wäre ja auch wirtschaftsfeindlich. Da in den Schutzgebieten der letzten Jahrhunderte wahrscheinlich Bodenschätze in unbekannter Höhe liegen, ist das ein Riesengeschäft für unsere kriminellen Politiker, ein Art Selbstbedienungsladen für die Konzerne beim Run auf die Abbaulizensen, welch dann ausnahmsweise höchstbietend verhöckert werden. Natur- Umweltschutz - Scheiss drauf, alles hat seinen Preis. Wie man heute schon an den Umweltvernichtungen in Kanada beispielhaft sehen kann. Die Menschen sind mehrheitlich feige zum Widerstand und in der Regel käuflich, da muss sich kein Konzern oder Politiker Sorgen machen.
3.
Celegorm 13.11.2014
Zitat von wilamüber die Ursache der Ursachen. Da unten werden die Schutzgebiete doch einfach zusammengedrückt durch das Bevölkerungswachstum. Die verwüsten ihr Land und wir kontaminieren und expropriieren die Welt. Aus demselben Grund, doch, doch. Denn: morgen machen wir Umweltschutz, aber heute brauche wir noch schnell Braunkohle, Massentierhaltung, Gentechnik, Fracking, Hormone, Arbeitsplätze usw. Man kann beschließen, terminieren und versuchen was man will - solange die Bevölkerung nicht abnimmt, solange Produzenten und Verbraucher nicht weniger werden, ist alles nur Papier.
Das grösste Problem des Naturschutzes ist der ungehemmte globale Ressourcenhunger, der zwar auch mit der Bevölkerungsgrösse, aber v.a. deren Konsumverhalten zusammenhängt. Südostasiatische Wälder etwa werden nicht primär durch Palmölplantagen ersetzt, weil sich die malaysische Bevölkerung um das x-fache ausgedehnt hätte, sondern weil insbesondere der Westen Unmengen an Palmöl in allen möglichen Produkten verkonsumiert. Ähnliches gilt für alle möglichen Rohstoffe. Aber es ist ja so viel einfacher auf irgendein diffuses Bevölkerungswachstum irgendwo zu zeigen als an dem eigenen Konsumverhalten etwas zu ändern..
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