Unesco-Weltnaturerbe Umweltschützer bangen um Kronjuwelen der Erde

Weltnaturerbestätten wie das Great Barrier Reef sind äußergewöhnliche Oasen des Lebens. Doch ihr Schutz wird oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet - auch in Deutschland, klagen Umweltschützer.

Getty Images

Wichtige Teile des Weltnaturerbes sind nach einer Analyse im Auftrag der Umweltschützer des WWF bedroht. Jede zweite der 229 Unesco-Stätten sei nicht ausreichend vor menschlichen Eingriffen geschützt, beklagt die Organisation. In den Gebieten oder deren Umgebung würden Bodenschätze, Öl und Gas gefördert sowie Häfen, Autobahnen oder Dämme gebaut. Meere würden überfischt, Bäume illegal abgeholzt.

Von Regierungen, Unternehmen und Finanziers fordert der WWF, schädliche Projekte zu unterlassen. Die Organisation sieht auch das Wattenmeer in Deutschland bedroht, weil Öl inmitten des Nationalparks gefördert werde. Die Umweltschützer beklagen das ständige Risiko eines Ölunfalls, zudem seien weitere Anträge für Explorationsbohrungen gestellt. Auch Schifffahrt und Fischerei stellten Gefahren dar.

Unesco sieht "so viel Engagement wie nie zuvor"

Zu den Weltnaturerbe-Stätten zählen nach Angaben der Unesco "überragende Naturerscheinungen", die außergewöhnliche Zeugnisse der Erdgeschichte und besonders bedeutend für den Artenschutz sind. "Diese einzigartigen Naturgebiete sind für die ganze Menschheit von genau so großer Bedeutung wie die Kulturgüter", so Günter Mitlacher vom WWF Deutschland.

Die Organisation dringt auf einen besonders strikten Schutz der Gebiete, die 0,5 Prozent der Erdoberfläche umfassten. Schließlich seien elf Millionen Menschen davon abhängig - in Form von Arbeitsplätzen und Wasser.

Besonders problematisch ist die Situation demnach in:

  • Zentral- und Südafrika, wo 71 Prozent der Unesco-Gebiete als bedroht eingestuft werden.
  • Süd- und Ostasien, der Pazifikregion, in Lateinamerika und der Karibik. Dort beurteilt der WWF mehr als die Hälfte der Stätten ebenfalls als gefährdet.

Die Unesco bemüht sich in einer Erklärung um Zweckoptimismus. An vielen Orten gebe es ein Umdenken: "Der WWF-Bericht wird in einer Zeit veröffentlicht, in der Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Anstrengungen gegen schädigende Ressourcenförderung ausweiten", so die Leiterin des Unesco Welterbezentrums, Mechtild Rössler. "2015 zeigten sie so viel Engagement wie nie zuvor."

chs/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
grommeck 06.04.2016
1. Umwelt??
Wen interessiert die noch - höchstens die, die an der Verschmutzung und Vergiftung dieser Umwelt verrecken. Allerdings merken die meisten es erst, wenn es zu spät ist. Business als usual.
manni.baum 06.04.2016
2. Kronjuwelen
"Kronjuwelen" als Zeichen der Macht des Menschen über den Menschen braucht niemand, Great Barrier Reef schon.
binismus 07.04.2016
3. Weltnaturerbe
Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder und Euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des Einzelnen. Alexander von Humboldt (1769 - 1859) "Es ist ein weiter Weg, vom Homo sapiens, dem Vernunftbegabten, hin zum von Vernunft Geleiteten." Wenn sich der Mensch auf die Profitgier reduziert, ist er zum Untergang verurteilt. Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph Es ist bezeichnend wie viel Menschen diese Seite interessiert.
jim corbett 16.08.2017
4. Corbett national park, Aisa'a largest tiger reserve, India
Jim Corbett National Park lies in Uttarakhand. It's the whole area surrounded by hills, rivers, grasslands and a large lake. There are so many resorts allows overnight stays in the National Park. you can check out now at Corbett Machaan Resort
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.