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01. Februar 2018, 14:29 Uhr

Küste der USA

Forscher melden rätselhaftes Walsterben

Sie kollidieren mit Schiffen, verheddern sich in Netzen, sterben an Infektionen: Vor der Ostküste der USA haben Forscher ungewöhnlich viele tote Wale entdeckt - ein Alarmsignal.

Meeresforscher untersuchen ein ungewöhnliches Walsterben vor der Ostküste der USA. Seit Januar 2017 wurden an der US-Atlantikküste vom Bundesstaat Maine im Norden bis nach South Carolina im Süden 28 verendete Zwergwale entdeckt, wie die US-Meeresschutzbehörde (NOAA) am Mittwoch mitteilte.

Die Todesrate der Population sei damit mehr als doppelt so hoch wie normalerweise. Durchschnittlich werden zwölf Kadaver im Jahr gefunden. Zwergwale erreichen eine Länge von sieben bis neun Metern und leben in kleinen Gruppen.

Neun der verendeten Wale hatten sich nach Angaben der Behörde in Fischernetzen verfangen, acht starben an Infektionskrankheiten und zwei durch Einwirkung stumpfer Gewalt. Autopsien sollen nun auch die Todesursachen der übrigen Wale klären. Zur Einleitung der Untersuchung hat die Behörde das Walsterben offiziell als "ungewöhnlich" eingestuft.

Es ist bereits die dritte derartige Untersuchung binnen weniger Jahre. Die beiden anderen Untersuchungen zu verendeten Buckelwalen und Atlantischen Nordkapern laufen noch.

Seit Januar 2016 waren an der US-Atlantikküste von Maine bis Florida 62 tote Buckelwale entdeckt worden. 18 Atlantische Nordkaper verendeten seit Januar 2017, zwölf an der US-Küste und sechs in Kanada.

Noch nie zuvor seien unabhängig voneinander mehrere große Walsterben im gleichen Gebiet und im gleichen Zeitraum registriert worden, sagte die Expertin Teri Rowles, die bei der NOAA für die Gesundheit von Meeressäugern und für Massenstrandungen zuständig ist. "Wir werden alle drei weiter untersuchen", versicherte sie.

Ersten Erkenntnissen zufolge starben die meisten Buckelwale durch stumpfe Gewalt, was auf Kollisionen mit Schiffen hindeutet. Die zweithäufigste Todesursache waren Fischernetze, gefolgt von Infektionen.

Die Forscher wollen nun vor allem klären, warum die Wale vorbeifahrenden Schiffen nicht wie üblich ausweichen. Dabei sollen neben den Kadavern auch ökologische und umweltbedingte Faktoren untersucht werden.

boj/AFP

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