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Uno-Report: CO2-Debatte verzögert Klimaverhandlungen

Aus Stockholm berichtet

Weltklimabericht: Verhandlungen drohen zu stocken Fotos
Corbis

Die Staatengemeinschaft ringt in Stockholm um den Welt-Klimabericht. Doch zähe Debatten bringen die Verhandlungen ins Stocken, auch die deutsche Delegation plant einen Vorstoß. Muss die Veröffentlichung des Uno-Reports verschoben werden?

Die Verhandlungen über den Welt-Klimabericht stecken fest. Eigentlich soll am Freitagvormittag um 10 Uhr die Zusammenfassung des Klimareports präsentiert werden. Seit Montag verhandeln Regierungsdelegierte und Wissenschaftler in Stockholm in geheimer Sitzung. Doch schwierige Debatten über die Zukunft des Klimas drohen den Zeitplan zu sprengen, die Verhandlungen können jedenfalls nicht wie geplant am Donnerstagabend beendet werden. "Wir erwarten Debatten bis tief in die Nacht zum Freitag", sagt ein Mitarbeiter des Uno-Klimarats IPCC.

Ob das gut 30-seitige Resümee des IPCC-Klimareports wie vorgesehen Freitagmorgen vorgestellt werden kann, sei keineswegs sicher, berichtet ein Delegierter. Montag um 11.30 Uhr hatten sich Türen des Verhandlungsraums in der Münchenbryggeriet geschlossen, einem alten Brauereigebäude am Ostseeufer in Stockholm. Seither gab es für die gut 500 Delegierten aus fast allen Ländern der Erde kaum eine Pause.

Obwohl auch Mittwoch bis 2.30 Uhr nachts verhandelt worden war, hinken die Gesandten mit dem Zeitplan hinterher. Nun wird erwogen, das Gremium aufzuspalten, so dass jede Gruppe einzelne Kapitel bearbeiten kann. Am Ende haben aber noch alle Staaten das Recht, Einspruch einzulegen - das Dokument muss einstimmig verabschiedet werden. "Da sind Überraschungen noch am frühen Freitagmorgen möglich", erklärt ein Teilnehmer. Selbst eine Vertagung des Klimareports sei nicht auszuschließen.

Widerspruch von Brasilien

Für die Zusammenfassung des tausendseitigen Sachstandsberichts, der in Gänze am Montag veröffentlicht werden soll, müssen Regierungsvertreter jedem Wort zustimmen. Je nach ihrer politischen Agenda versuchen die Regierungsvertreter, Einfluss zu nehmen. So kommen auch diesmal viele Einsprüche von Delegierten arabischer Erdölstaaten. Sie hätten beispielsweise beantragt, andere Treibhausgas-Quellen als industrielle Abgase ausdrücklich im Report-Resümee hervorzuheben, berichten Teilnehmer. Der Vorstoß blockierte die Verhandlungen zeitweise, er stieß auf heftigen Widerstand Brasiliens, das die CO2-Emissionen seiner Waldrodungen aus der IPCC-Zusammenfassung heraushalten möchte.

Eine lange Debatte gab es um die Pause der Erderwärmung. Die bodennahe Temperatur der Luft hat sich in den vergangenen 15 Jahren im weltweiten Durchschnitt nicht weiter erwärmt. Appelle, diese Phase als "klimatologisch nicht signifikant" einzustufen, stießen dem Vernehmen nach auf Akzeptanz im Plenum. Einem Entwurf der Zusammenfassung zufolge, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, wird der Klimarat gleichwohl konstatieren, dass es keine ausreichende Erklärung für den sogenannten 15-jährigen Hiatus gibt.

Vermutlich hätten Ozeane einen Teil der Wärme geschluckt. Aber auch eine außergewöhnliche Schwäche der Sonne und andere "interne Variabilitäten des Klimasystems" dürften den nicht vorhergesehenen Temperaturverlauf verantwortlich sein, heißt es. Als problematisch erwies sich auch bei dem Thema die Sperrfrist für den Uno-Klimabericht: Studien, die später als März erschienen sind, dürfen nicht berücksichtigt werden.

Schweigsame Chinesen, redselige Schweizer

Ausführlich debattierten die Delegierten auch über die Forderung Saudi Arabiens, Messungen und Vorhersagen im Klimabericht-Resümee deutlicher zu trennen. Während Messdaten über Gletscherschmelze und Meeresspiegelanstieg schnell durchgewunken worden seien, gab es bei den Prognosen Streit im Plenum, berichten Teilnehmer. Insbesondere wackelige Szenarien etwa zur Entwicklung von Hurrikanen oder Dürren gerieten in die Kritik.

Während US-Amerikaner, Japaner, Österreicher und Schweizer sich ausführlich zu Wort meldeten, sei von Russen und Chinesen bislang nicht viel zu hören gewesen, wundert sich ein Teilnehmer. Die Russen meldeten sich nur, wenn es um die Arktis gehe. Für die Region wird der Klimareport feststellen, dass die Dicke des ganzjährig gefrorenen Bodens aufgrund der Erderwärmung der vergangenen Jahrzehnte abgenommen habe.

Von der deutschen Delegation erwarten Beobachter, dass sie darauf dränge werde, erstmals konkrete Zahlen zum Kohlendioxid-Budget in den Klimareport zu schreiben, die das Risiko des Treibhausgas-Ausstoßes taxieren. Offen ist, ob ihr Vorstoß am späten Abend durchkommen wird.

Neue Prognosen

Die Beiträge der Delegierten bleiben auch nach Beendigung der IPCC-Verhandlungen geheim, eine Aufzeichnung wird nicht veröffentlicht. Wissenschaftler aber hätten immer das letzte Wort, versichern beteiligte Klimaforscher, denn alle Formulierungen in der Zusammenfassung müssen im Report durch Studienergebnisse gedeckt sein. Die große Bandbreite der Resultate lässt allerdings Spielraum für Interpretationen.

Der gut tausendseitige Uno-Klimabericht dokumentiert das aktuelle Wissen über die Umwelt. Es ist der fünfte IPCC-Klimareport in 23 Jahren. Er soll vor allem die Frage beantworten, wie sich das Klima entwickeln könnte. Der aktuelle Entwurf zeigt, dass die Fachleute einen stärkeren Anstieg der Ozeane aufgrund der Erderwärmung befürchten als im letzten Klimabericht.

Die Meerespegel könnten dem Klimabericht zufolge Ende des Jahrhunderts im schlimmsten Fall um bis zu 81 Zentimeter höher stehen - zahlreiche Küstenstädte wären in Gefahr, besonders bei Sturmfluten. Ein ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen könnte die Luft den neuen Abschätzungen zufolge im weltweiten Durchschnitt bis zum Ende des Jahrhunderts um knapp vier Grad erwärmen.

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1.
mneisen 26.09.2013
Zitat von sysopCorbisDie Staatengemeinschaft ringt in Stockholm um den Welt-Klimabericht. Doch zähe Debatten bringen die Verhandlungen ins Stocken, auch die deutsche Delegation plant einen Vorstoß. Muss die Veröffentlichung des Uno-Reports verschoben werden? Uno-Klimareport: IPCC-Verhandlungen in Stockholm schwierig - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/uno-klimareport-ipcc-verhandlungen-in-stockholm-schwierig-a-924728.html)
Oh nein, eine Verschiebung wäre ja wirklich, WIRKLICH eine Katastrophe! Spaß beiseite: Wollen wir mal lieber hoffen, dass die Wissenschaftler (a) in diesen Bericht auch mit einfließen lassen, dass sich der Klimawandel verlangsamt hat, und zwar trotz eines immer schneller steigenden CO2-Gehalts der Athmosphäre, und dass diese Wissenschaftler (b) dem Drängen der Politiker widerstehen, die aufkommenden Zweifel an der Richtigkeit der Klimamodelle unter den Tisch fallen zu lassen, damit wir Bürger weiter über steigende Steuern, Abgaben und Grenzwerte drangsaliert werden können. Tatsächlich müsste über diese Zweifel und die offensichtlich falschen Modelle in aller Öffentlichkeit diskutiert werden.
2.
mneisen 26.09.2013
Zitat von sysopCorbisDie Staatengemeinschaft ringt in Stockholm um den Welt-Klimabericht. Doch zähe Debatten bringen die Verhandlungen ins Stocken, auch die deutsche Delegation plant einen Vorstoß. Muss die Veröffentlichung des Uno-Reports verschoben werden? Uno-Klimareport: IPCC-Verhandlungen in Stockholm schwierig - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/uno-klimareport-ipcc-verhandlungen-in-stockholm-schwierig-a-924728.html)
Oh nein, eine Verschiebung wäre ja wirklich, WIRKLICH eine Katastrophe! Spaß beiseite: Wollen wir mal lieber hoffen, dass die Wissenschaftler (a) in diesen Bericht auch mit einfließen lassen, dass sich der Klimawandel verlangsamt hat, und zwar trotz eines immer schneller steigenden CO2-Gehalts der Athmosphäre, und dass diese Wissenschaftler (b) dem Drängen der Politiker widerstehen, die aufkommenden Zweifel an der Richtigkeit der Klimamodelle unter den Tisch fallen zu lassen, damit wir Bürger weiter über steigende Steuern, Abgaben und Grenzwerte drangsaliert werden können. Tatsächlich müsste über diese Zweifel und die offensichtlich falschen Modelle in aller Öffentlichkeit diskutiert werden.
3. Auf dem Klima-Basar
fwittkopf 26.09.2013
Zitat von sysopCorbisDie Staatengemeinschaft ringt in Stockholm um den Welt-Klimabericht. Doch zähe Debatten bringen die Verhandlungen ins Stocken, auch die deutsche Delegation plant einen Vorstoß. Muss die Veröffentlichung des Uno-Reports verschoben werden? Uno-Klimareport: IPCC-Verhandlungen in Stockholm schwierig - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/uno-klimareport-ipcc-verhandlungen-in-stockholm-schwierig-a-924728.html)
werden die Deutschen etwas auf den Tisch legen müssen, damit es mit der Klimaerwärmung weiter geht. Vom Klima hängt einiges ab. Die Meldung, das Klima kühlt sich ab würde bei der Volksseele das Gegenteil bewirken. Und so mancher Politiker kann sich dann warm anziehen.
4. Das IPCC erstellt KEINE Prognosen !!
solarkritik 26.09.2013
Mehrfach wurde Axel Bojanowski bereits darüber informiert, dass das IPCC keine Prognosen (sondern: Projektionen für Szenerien) erstellt. Immer wieder taucht der Begriff "Prognose"trotzdem in seiner Klimaberichterstattung auf. Wie wichtig die begriffliche Unterscheidung ist, kann hier recherchiert werden: http://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/?cat=8
5.
mneisen 26.09.2013
Zitat von solarkritikMehrfach wurde Axel Bojanowski bereits darüber informiert, dass das IPCC keine Prognosen (sondern: Projektionen für Szenerien) erstellt. Immer wieder taucht der Begriff "Prognose"trotzdem in seiner Klimaberichterstattung auf. Wie wichtig die begriffliche Unterscheidung ist, kann hier recherchiert werden: http://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/?cat=8
Können wir uns darauf einigen, dass die Projektionen für Szenarien dennoch samt und sonders grob daneben liegen? Der CO2-Gehalt der Athmosphäre steigt noch schneller als in irgendeinem der Szenarien, und dennoch liegen die globalen Durchschnittstemperaturen seit langem unter der prognostizierten Werten. Ob das jetzt eine Prognose für ein Szenario ist (und alle Szenarien hinsichtlich der CO2-Emissionen sogar noch übertroffen werden) oder ob es hier leicht falsch Prognose genannt wird - das ist für die Diskussion nicht wirklich wichtig. Leben Sie damit, dass die Klimaforschung die Annahmen zu Klimasensitivität und einigen anderen Dingen wird zurücknehmen müssen. Auch wenn das nicht jedem in die politische/religiöse Weltsicht passt.
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