Uno-Konferenz Gabun will Afrikas größtes Meeresschutzgebiet einrichten

Zum ersten Mal veranstaltet die Uno eine Konferenz zum Schutz der Meere. Zahlreiche Staaten kritisierten Donald Trump, Gabuns Präsident kündigte an, ein großes Meeresschutzgebiet vor Afrika zu erschaffen.

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Mit einem eindringlichen Appell hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, die erste Uno-Konferenz eröffnet, die sich mit dem Schutz der Ozeane befasst. Guterres rief die Staatengemeinschaft am Montag in New York dazu auf, "kurzfristige nationale Gewinne" zurückzustellen, um eine "langfristige globale Katastrophe zu verhindern". "Unsere Ozeane zu schützen und nachhaltig zu nutzen, bedeutet den Schutz des Lebens selbst".

Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba kündigte am Montag die Schaffung von Afrikas größtem Meeresschutzgebiet an, einem Netzwerk aus neun Meeresparks und -reservaten. Laut einer am Montag veröffentlichten internationalen Studie könnten Meeresschutzgebiete tatsächlich den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.

In der Studie kommen die Forscher unter Leitung von Callum Roberts von der Universität von York zu dem Ergebnis, dass ausgewiesene Schutzgebiete die Übersäuerung der Ozeane - die ein wichtiger Grund sind für das Korallensterben - abmildern und bedrohten Arten Schutz bieten könnten. Zudem könnten sie - vor allem in den Küstenfeuchtgebieten - klimaschädliches CO2 binden und damit helfen, "das Tempo des Klimawandels zu reduzieren".

Nur 3,5 Prozent der Ozeane sind derzeit als Schutzgebiete ausgewiesen, und nur in 1,6 Prozent sind Fischfang und andere Formen der Ausbeutung komplett verboten.

Uno-Generalsekretär António Guterres (rechts) begrüßt den belgischen Außenminister Didier Reynders
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Uno-Generalsekretär António Guterres (rechts) begrüßt den belgischen Außenminister Didier Reynders

Scharfe Kritik an Trump

Die fünftägige Konferenz steht unter dem Eindruck der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, das Pariser Klimaschutzabkommen zu kündigen. Der bolivianische Staatschef Evo Morales sagte in New York, der geplante Ausstieg der USA bedeute, "die Wissenschaft zu leugnen, dem Multilateralismus den Rücken zuzukehren und zu versuchen, kommenden Generationen eine Zukunft zu verwehren". Ein solches Verhalten sei "die Hauptbedrohung für Mutter Erde und das Leben an sich".

Trump hatte am Donnerstag verkündet, ab sofort die Pariser Vereinbarung von 195 Staaten nicht mehr umsetzen zu wollen, da diese einseitig zu Lasten seines Landes gehe und dort Jobs koste. Während des Wahlkampfs hatte er zudem immer wieder zu verstehen gegeben, dass er nicht an die Erderwärmung glaube.

In deutlicher Anspielung auf Trumps Entscheidung sagte Guterres, es sei an der Zeit, "den künstlichen Gegensatz zwischen ökonomischen Erfordernissen und dem gesunden Zustand unserer Meere" aufzuheben. "Schutz und nachhaltige Nutzung der Ressourcen unserer Meere sind zwei Seiten derselben Medaille."

"Mehr Mikroplastikteilchen als Plankton"

Bis Freitag werden Regierungsvertreter aus aller Welt, Meeresschützer und einige Staatschefs über Wege aus der gigantischen Verschmutzung der Ozeane beraten. Zu den großen Problemen zählen der Plastikmüll, die Korallenbleiche, die Übersäuerung der Meere sowie ihre Überfischung - aber auch der aufgrund des Klimawandels steigende Meeresspiegel. Er bedroht vor allem kleine Inselstaaten.

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Schwedens Vize-Regierungschefin Isabella Lövin, die der Konferenz gemeinsam mit den Fidschi-Inseln vorsitzt, erklärte, sie hoffe auf eine für die "Ozeane so dringend benötigte Wende". Sie warnte, in einigen Gebieten gebe es inzwischen "mehr Mikroplastikteilchen als Plankton".

Ziel der Konferenz ist ein "Aufruf zum Handeln" an Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um dem 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziel Nummer 14 zum Schutz der Ozeane mit konkreten Schritten näherzukommen. Diskutiert wird unter anderem, bis 2020 mindestens zehn Prozent der Küsten- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen. Außerdem sollen die Verschmutzung der Meere verringert und illegaler Fischfang stärker bekämpft werden.

jme/AFP

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