Uno-Konferenzabkommen Welt soll ab 2030 FCKW-frei sein

Mehr Tempo beim Klimaschutz: Auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in Montréal haben sich 191 Länder darauf geeinigt, die Verwendung von FCKW zehn Jahre früher zu beenden als bisher geplant. Teilnehmer sprachen von einer "historischen Nacht".


Ottawa - Ab 2030 sollen die unter dem Kürzel FCKW bekannten Fluorchlorkohlenwasserstoffe Geschichte sein, zehn Jahre früher als bisher geplant. Regierungsvertreter von 191 Staaten einigten sich bei einer Uno-Konferenz im kanadischen Montreal darauf, dass die Industrieländer sogar spätestens 2020 auf die Verwendung der Chemikalien verzichten. Die Entwicklungsländer sollen spätestens zehn Jahre später nachziehen.

Zu dem beschleunigten FCKW-Verzicht hatte vor allem die US-Regierung die Delegierten der Uno-Konferenz gedrängt. Washington sieht darin eine Alternative zum Kyoto-Klimaschutzprotokoll, dem die USA - der größte Produzent von Treibhausgasen - nicht beigetreten sind. FCKW werde vor allem in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet und gelte als ein Hauptgrund für die Schädigung der Ozonschicht. Der endgültige Verzicht auf FCKW würde nach Schätzungen der Uno einem Abbau der weltweiten Treibhausgasemissionen um 3,5 Prozent pro Jahr entsprechen.

Der kanadische Umweltminister John Baird sprach am Ende der einwöchigen Verhandlungen von einer "historischen Nacht". Ein hochrangiger Experte des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep), Lambert Kuijpers, begrüßte vor allem die Zusage Chinas, sich ebenfalls an die Abmachung zu halten. Laut Kuijpers entfallen 80 Prozent aller in Entwicklungsländern verwendeten FCKW auf China. Allerdings stimmte die Volksrepublik genau wie andere Schwellen- und Entwicklungsländer der neuen Vereinbarung erst zu, nachdem die Industrieländer finanzielle Unterstützung bei der Umstellung auf alternative Technologien und Stoffe zugesagt hatten.

Die Konferenz fand auch zur Feier des 20-jährigen Bestehens des Montréaler Protokolls statt. 1987 hatten sich 24 Staaten in der ostkanadischen Stadt auf das Verbot des ozonschädigenden FCKWs geeinigt - allerdings erst bis 2040. Deutschland ratifizierte das Abkommen als eines der ersten Beitrittsländer im Dezember 1988.

ase/dpa/Reuters



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