Ozeanversauerung Die steile These der Uno-Forscher

Fischer-Protest gegen Ozeanversauerung: "Acid Ocean", "Saurer Ozean"
AP/ Spectral Q/ Lou Dematteis

Fischer-Protest gegen Ozeanversauerung: "Acid Ocean", "Saurer Ozean"


Die Uno wollte aufrütteln: Nie zuvor in den vergangenen 300 Millionen Jahren seien die Meere vermutlich so schnell saurer geworden, mahnt sie in ihrem Sachstandsbericht zur Ozeanversauerung. Die marine Lebenswelt stehe mithin vor einem unvergleichlichen Umbruch. Wie aber konnten Wissenschaftler die Aussage treffen, wo der pH-Wert der Meere doch erst seit gut 20 Jahren systematisch gemessen wird?

"Die erdgeschichtlichen Daten sind vermutlich nicht sehr robust", kritisiert der Biochemiker Kenneth Johnson vom Monterey Bay Aquarium Research Institute in Kanada. Es sei schwierig, den pH-Wert vergangener Epochen zu schätzen.

Ob die aktuelle Entwicklung einzigartig sei, scheint zweifelhaft: Besonders zu Zeiten geologischer Katastrophen könnten die Ozeane rapide versauert sein, etwa nach Meteoriteneinschlägen oder vor 55 Millionen Jahren, als Wärmeschocks die Welt heimsuchten.

Bor als Beweis

Der Säuregehalt der Ur-Ozeane wird vor allem anhand der CO2-Menge geschätzt, die in Bläschen in Eisschichten aus der Luft vergangener Epochen konserviert ist. Doch der pH-Wert der Meere hängt auch von anderen Einflüssen ab, etwa der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung des Wassers.

Auch die Menge zweier Varianten des Elements Bor in Kalkschalen aus früheren Zeiten gibt Aufschluss: Organismen bauen je nach pH-Wert beide Bor-Varianten in unterschiedlichem Maße ein. Doch Fossilien decken die Vergangenheit nur spärlich ab, die Entwicklung des pH-Werts zeigen sie unvollständig.

Wie besonders die derzeitige Versauerung ist, sei aber gar nicht entscheidend, betont Johnson: "Auch wenn die derzeitige Entwicklung nicht einzigartig wäre, ist sie gefährlich", sagt Johnson. Es sei schlicht fraglich, ob sich Lebewesen schnell genug anpassen könnten.

Hier geht es zurück zum Hauptartikel "Die gefährliche Wandlung der Ozeane".

boj



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endrag 08.04.2014
1. Schwefeldioxid
Wer die Meeresversauerung nur Au CO2 zurückführt ignoriert die Bedeutung von Schwefeldioxid drück Kohlekraftwerke und den Schiffsverkehr. Das Waldsterben in Europa und die Versauerung der skandinavischen Seen waren nicht auf CO2, sondern sauf Schwefeldioxid und andere Säurebildner zurück zu führen. Wer den Smog über Chinas Großstädten sieht erkennt, wodurch die Meere versauern. Der in den letzten 20 Jahren exorbitant angestiegene Schiffsverkehr mit seiner Schwerölverbrennung tut ein Übriges. Das Geschwafel über CO2 als Ursache für die Meeresversauerung soll nie von den wirklichen Ursachen ablenken.
druck_im_topf 08.04.2014
2. Säuren
@endrag ... die Chemie besagt, das die stärkere Säure (Schwefelsäure) die schwächere ("Kohlensäure") aus ihren Salzen vertreibt. Da Karbonate (Salze der Kohlensäure) vor allem in den Meeren reichlich vorhanden sind, wird es somit wieder zu einem CO2-Problem. Letzlich geht es darum, dass Kalkschalentiere ihre Hülle durch Auflösung verlieren (pH-Wert-Abhängigkeit). Aber im Grunde haben sie Recht! Der Säure-Eintrag durch andere Säurebildner ist nicht zu vernachlässigen! MfG
ballancer 09.04.2014
3. Zauberlehrlinge
Zitat von endragWer die Meeresversauerung nur Au CO2 zurückführt ignoriert die Bedeutung von Schwefeldioxid drück Kohlekraftwerke und den Schiffsverkehr. Das Waldsterben in Europa und die Versauerung der skandinavischen Seen waren nicht auf CO2, sondern sauf Schwefeldioxid und andere Säurebildner zurück zu führen. Wer den Smog über Chinas Großstädten sieht erkennt, wodurch die Meere versauern. Der in den letzten 20 Jahren exorbitant angestiegene Schiffsverkehr mit seiner Schwerölverbrennung tut ein Übriges. Das Geschwafel über CO2 als Ursache für die Meeresversauerung soll nie von den wirklichen Ursachen ablenken.
Aber auch hier ist die Datenlage dürftig. Der Anteil an SO2 in der Atmosphäre ist so gering, dass es detaillierter Untersuchungen bedarf, hier eine seriöse Abschätzung vornehmen zu können. Es ist dann bedeutungslos, was in der 5-ten Stelle hinter dem Komma passiert. Auch nicht korrekt. Das Waldsterben gab es eigentlich garnicht, sondern war ein Flukuation des Klimas (Temperatursturz, Trockenheit) und einer Welle von Borkenkäfern zuzuschrieben. Entsprechend schnell erholten sich überall die Wälder, auch wenn nicht gekalkt wurde. Mag sein, dass dies eine Wirkung hat. In Europa und USA haben wir jedoch Rauchgasentschwefelung. Die Abschätzung der Mengen bleibt schwierig. Interessant aber, dass ernsthaft über Vorschläge diskutiert wurde, große Mengen von Schwefelsäure in die Atmosphäre einzubringen, weil dies angeblich die Erdtemperatur senkt. Immer diese Zauberlehrlinge ...
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