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Uno-Treffen: Bonner Klimakonferenz endet im Stillstand

Die Aussichten für den internationalen Klimaschutz verdüstern sich. Fast zwei Wochen wurde auf einem Uno-Treffen in Bonn verhandelt - herausgekommen ist so gut wie nichts. Damit ist klar, dass ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll nicht mehr rechtzeitig fertig wird.

Schornsteine des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf: Klimaschutz-Verhandlungen erfolglos Zur Großansicht
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Schornsteine des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf: Klimaschutz-Verhandlungen erfolglos

Bonn - Die Hoffnungen gingen schon zu Beginn der Bonner Konferenz gegen null. Man habe keine Chance mehr, rechtzeitig ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Klimaprotokoll zustande zu bringen, sagte Uno-Klimachefin Christiana Figueres. Jetzt, elf Tage später, ist das erneute Scheitern perfekt: Bei der Verhandlungsrunde in Bonn waren kaum Fortschritte greifbar.

Mehrere tausend Delegierte aus aller Welt sollten in Bonn den nächsten großen Klimagipfel im südafrikanischen Durban vorbereiten, der vom 28. November bis 9. Dezember stattfinden wird. Sie bissen sich allerdings bis zum Abschluss am Freitag in Verfahrensfragen und technischen Details fest.

Damit ist die Zukunft des internationalen Klimaschutzes ungewiss. Eine Fortführung des Kyoto-Protokolls als bisher einzig verbindlichem Regelwerk ist umstritten. Mit Japan, Russland und Kanada lehnen drei wichtige Länder eine Weiterführung ab. Sie wollen keine Verpflichtungen in einem solchen festen Rahmen eingehen, wenn nicht auch die USA und große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien mitziehen. Diese aber lehnen Klimaschutzverpflichtungen ab, da sie um ihr Wirtschaftswachstum fürchten.

"Ohne größeren Willen bei den politische Fragen besteht die Gefahr eines Scheiterns in Durban", erklärte die Umweltorganisation Germanwatch. Die EU müsse jetzt ungeachtet der "Blockadehaltung" der USA eine Vorreiterrolle übernehmen, um wenigstens zentrale Elemente des Kyoto-Protokolls über 2012 hinaus zu sichern, mahnte Germanwatch-Experte Sven Harmeling.

Das Scheitern scheint gewiss

Andere halten ein Scheitern in Durban schon jetzt für ausgemacht. Figueres erwartet in Durban keinen neuen internationalen Vertrag, sondern allenfalls Fortschritte bei den Bausteinen und Strukturen für den künftigen Klimaschutz. Selbst wenn bei hohem politischen Willen in Durban noch ein "Kyoto II" beschlossen werden sollte, würde die Zeit nicht reichen, um bis Anfang 2013 eine völkerrechtliche Bindung zu erreichen und damit eine Rechtslücke zu vermeiden, sagte die Chefin des Uno-Klimasekretariats.

Auch WWF-Klimaexpertin Tasneem Esso gab sich nach der Bonner Konferenz wenig hoffnungsfroh. "Ein rechtlich verbindliches Abkommen kann in Durban nicht erreicht werden", sagte Esso. Aber zumindest ein Mandat dafür müsse dort vereinbart werden. "Der derzeitige politische Rahmen ist nicht günstig für ein Abkommen. Wir können nicht optimistisch sein."

Unter Klimawissenschaftlern herrscht indes weitgehende Einigkeit, dass ein neues internationales Abkommen dringend notwendig wäre. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sind die CO2-Emissionen aus Energieerzeugung 2010 so stark gestiegen wie noch nie und liegen auf einem neuen Höchstwert.

mbe/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Klimakonferenz-Tourismus
hempi88 18.06.2011
...Aber wie sollen dann die vielen tausend "Klimaschützer" weiterhin CO2-neutral zu ihren Konferenzen in den entlegendsten Ecken der Welt jetten?
2. Das größte Wirtschaftsverbrechen der Geschichte
Olaf aus der Hauptstadt 18.06.2011
Zitat von sysopDie Aussichten für den internationalen Klimaschutz verdüstern sich. Fast zwei Wochen wurde auf einem Uno-Treffen in Bonn verhandelt - herausgekommen ist*so gut wie nichts. Damit ist klar, dass ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll nicht mehr rechtzeitig fertig wird. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,769063,00.html
Kaum ein Politiker redet mehr von der nahenden Klimakatastrophe (füher: GLOBAL WARMING). Die grünen präferieren Gas als Brücktechnologie, die ehemalige Klimamutti präferiert Kohle ... Tausende Milliarden Dollar wurden dem Klimagötzen geopfert (oder nur von unten nach oben umverteilt?). Aber: Das Geld ist ja nicht weg, es haben nur Andere: http://business.timesonline.co.uk/tol/business/specials/article5816774.ece Eigentlich nur noch ein Fall für den Staatsanwalt.
3. zu kalt
MtSchiara 18.06.2011
Es ist im Moment einfach *zu kalt* für eine erfolgreiche Klimaschutz-Konferenz. Bei einstelligen Frühtemperaturen im Hochsommer ist es schwierig, Teilnehmer von der Notwendigkeit weitreichender Anstrengungen zu überzeugen.
4. Geht jetzt das Klima kaputt???
besso 18.06.2011
Huch, was passiert nun? Alles umsonst? Die Treibhaustheorie ein Gerücht? Wer rettet uns?
5. Keine Sorge
RWagner 19.06.2011
Zitat von hempi88...Aber wie sollen dann die vielen tausend "Klimaschützer" weiterhin CO2-neutral zu ihren Konferenzen in den entlegendsten Ecken der Welt jetten?
die finden ein anderes Objekt der Sorge. Wie wärs mit der Plattentektonik: Stoppt die Plattenbewegung: Jetzt oder die Entfernung des Monds von der Erde: Haltet den Mond fest.
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Wie funktionieren natürliche Kohlenstoffsenken?
Wälder
Wenn Bäume wachsen, dann nehmen sie über die Photosynthese Kohlendioxid auf. Je natürlicher die Wälder dabei sprießen, desto mehr CO2 kann gebunden werden. Den Kohlenstoff speichern die Pflanzen zum Beispiel in ihrem Holz oder in den Wurzeln. Wenn die Bäume absterben und verrotten - oder wenn sie verbrennen -, dann wird das CO2 wieder frei. Die Wälder sind also nur ein CO2-Zwischenlager. Wenn sich aber die Waldgebiete auf ehemals landwirtschaftliche Flächen ausdehnen - wie zumindest an einigen Stellen der Nordhalbkugel - dann ergibt sich eine positive Klimawirkung.
Böden
Auch Böden binden große Mengen Treibhausgase. Der Permafrost in den arktischen Regionen schließt zum Beispiel seit der Eiszeit große Mengen Kohlenstoff aus nicht vollständig verrotteten Pflanzen ein. Auch in Mooren lagern große Mengen Kohlenstoff. Wenn der Permafrost taut oder die Moore trocken fallen, dann können Kohlenstoffquellen entstehen.
Ozeane
Die Weltmeere sind die wichtigste Kohlenstoffsenke des Planeten. Aus der Atmosphäre gelangt das CO2 in das Meerwasser. Dort löst es sich, weil seine Konzentration im Wasser niedriger ist als in der Luft. Durch Meeresströmungen gelangt ein Teil des CO2-reicheren Wassers in die Tiefsee, wo es Hunderte von Jahren verbleiben kann. Auch organische Sedimente am Ozeanboden können große Mengen Kohlenstoff speichern. Die zunehmende Aufnahme von CO2 macht das Ozeanwasser allerdings auch immer saurer, was zum Problem für Schalentiere und Korallen werden kann - denn deren kalkhaltige Schalen werden durch die entstandene Kohlensäure im Wasser aufgelöst.

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