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Untersuchung geklauter E-Mails: Klimaforscher unterdrückten unerlaubt Informationen

Klimaforscher der University of East Anglia haben gegen geltendes Recht verstoßen - sie hielten Daten zurück. Zu diesem Schluss kommt eine britischen Regierungsbehörde. Bestraft werden die Wissenschaftler wohl trotzdem nicht.

Mann vor Klimaprognose (auf dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen): Umkämpfte Daten Zur Großansicht
Getty Images

Mann vor Klimaprognose (auf dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen): Umkämpfte Daten

London - E-Mails von Klimaforschern, die im November gestohlen und ins Internet gestellt worden waren, haben unter Wissenschaftlern und in der Öffentlichkeit für Diskussionen gesorgt. Einige der Nachrichten deuten darauf hin, dass Klimaforscher voreingenommen mit Daten umgegangen waren. Nun kommt eine britische Regierungsbehörde zu dem Schluss, dass Wissenschaftler der University of East Anglia auch gegen geltendes Recht verstoßen haben.

Universitäten in Großbritannien dürfen ihre Erkenntnisse nicht für sich behalten. Wie alle staatlichen Organisationen des Landes müssen sie ihre Daten bei Bedarf zur Verfügung stellen. Das fordert das Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act). Die Forscher an der University of East Anglia hätten ihre Daten aber auf Nachfrage nicht übermittelt, erklärte das Information Commissioner's Office (ICO). Damit läge ein Verstoß gegen Paragraf 77 des Freedom of Information Act vor.

Regelmäßig waren die britischen Klimaforscher um die Übermittlung ihrer Daten der Klimaentwicklung der vergangenen Jahrzehnte gebeten worden. Insbesondere sogenannte Klimaskeptiker, die grundlegende Ergebnisse der etablierten Wissenschaft bezweifeln, warfen den Forschern um Phil Jones, Chef der Climatic Research Unit (CRU), eine Blockadehaltung vor. Auch andere Wissenschaftler hatten sich beschwert, nicht an die Daten heranzukommen. Die CRU-Forscher hatten wiederum argumentiert, dass sie die Informationen nicht herausgeben könnten, weil sie nicht die Rechte an allen Daten hätten. Ein Teil der Informationen sei von nationalen Wetterdiensten gesammelt worden und gehöre diesen damit auch.

Mail mit Aufforderung zum Löschen

Mit Anfragen sei das Institut nicht so umgegangen, wie es das Gesetz verlange, erklärte das ICO nun britischen Medien zufolge. Besonders eine E-Mail, die Jones im Jahr 2007 geschrieben hatte, erregte den Unmut der Prüfer. In der Nachricht forderte er Kollegen zum Löschen aller E-Mails auf, die diese aus Anlass des Klimareports der Vereinten Nationen geschrieben hatten.

Nachdem die E-Mails im November auf illegale Weise öffentlich geworden waren, hatten zahlreiche Forscher Konsequenzen gefordert. Phil Jones hatte im Dezember angekündigt, sein Amt vorerst ruhen zu lassen. Er bestritt aber, dass sein Institut Daten manipuliert habe. Die Vorgänge werden derzeit von einer unabhängigen Untersuchungskommission unter Leitung des früheren Rektors der Universität Glasgow, Muir Russell, untersucht.

Rechtliche Schritte müssen die beschuldigten Wissenschaftler einstweilen wohl nicht fürchten. Die Vorgänge lägen länger als sechs Monate zurück und damit außerhalb der Rechtsfrist, erklärte das ICO. In Großbritannien war bereits im vergangenen Sommer über eine Änderung der Sechs-Monats-Frist beraten worden. Die Regierung hatte entsprechende Forderungen von Bürgerrechtsaktivisten aber mit dem Verweis abgelehnt, die bisherige Praxis habe keine Probleme bereitet.

boj/chs

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 72 Beiträge
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1. Der Begriff Wissenschaftler....
DasBrot 28.01.2010
ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht !
2. Der Anfang vom Ende...
Schalke 28.01.2010
...ist damit eingeläutet. Die Begründung für die Zurückhaltung der Daten ist... MUMPITZ! Zumal in den CRU-Mails darauf auch noch Bezug genommen wird, daß die Daten eher im Orkus landen bevor sie jemand anders kriegt... Ich bin gespannt, was alles rauskommt, wenn die Daten jetzt nochmals peer-reviewed werden. Aber man sollte sich beeilen, sonst frißt sie wieder der Hund. Mit jedem Tag bröckelt das Lügengebäude mehr. Und mir scheint, die Medien in D suchen gerade die Exit-Strategie aus der CO2-Klimahysterie-Doktrin.
3. Unter Catwiesel hat es sowas nie gegeben ...
rkinfo 28.01.2010
Zitat von sysopKlimaforscher der University of East Anglia haben gegen geltendes Recht verstoßen - sie hielten Daten zurück. Zu diesem Schluss kommt eine britischen Regierungsbehörde. Bestraft werden die Wissenschaftler wohl trotzdem nicht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,674578,00.html
Früher gabs noch Hexenprozesse für Forscher. Aber seit Galileo Galilei hat sich ein *"Und sie erwärmt sich doch"* trotzig etabliert. Generell fehlt auch eine Betrachtung des Einflusses von Emails, Wünschelruten oder Krähenfüße auf das Weltklima. Unter Catwiesel hat es sowas nie gegeben ... Vielleicht sollte man zumindest die Scharia für Klimaforscher einführen ? Oder doch ne Kopfpauschale aussetzen ?
4. Man stelle sich mal vor...
Petra, 28.01.2010
Man muß sich mal vorstellen, wie die vereinigten ökologisch-alternativen klimahysterischen Grüngruppen aufgeschrieen hätten, wenn das z.B. bei der "Atom-Lobby" passiert wäre: "Wir haben keine Erklärung für die unvorhergesehene Strahlung rund um die AKW, aber eher würde ich unsere Daten löschen als sie herausgeben und bitte löscht sofort diese Email..." - und dann würden die Herrschaften straffrei ausgehen, weil das Vergehen gegen die Informationspflicht nach sechs Monaten angezeigt werden muß und nun nach Gesetz leider leider verjährt ist... Na, das Getobe der Entrüstung und Empörung möcht ich dann mal hören. Man denkt in England übrigens über eine Gesetzesänderung nach, um solche Strafverfolgungspannen in Zukunft zu vermeiden.
5. Rudert mal alle etwas zurück!
sichreid, 28.01.2010
Was soll man denn nun machen? Es muß alles so weiterlaufen! Da kann man nun nicht mehr zurück. Wohin sollen nun die CO2-Abläße? Wohin mit den vielen "Wissenschaftlern"? Welche Berechtigung hätten die ganzen CO2-Abgaben? (Milliardenlöcher würden sich auftun!) Wie würde die "Klimakanzlerin" dastehen? Man würde die ganzen Gutmenschen, die den Blödsinn erst ermöglichen vor den Kopf stoßen - die braucht man schließlich noch für den nächsten Schwindel! Ihr macht es euch alle viel zu einfach. Schließlich kann man die Bevölkerung nur mit Panik vom Denken abhalten! Zahlt und haltet den Mund! (Ironie? Was soll das sein?)
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