Ur-Garnele Super-Augen führten tödliche Jäger zur Beute

Die versteinerten Augen einer 500 Millionen Jahre alte Garnele entzücken australische Forscher: Die Ur-Meeresbewohnerin konnte vermutlich so gut sehen wie kein anderes Lebewesen. Greifwerkzeuge und tödliche Zähne machten das Tier zum gefürchteten Unterwasserräuber.

Lange Stielaugen: Mit 16.000 Linsen sah die Ur-Garnele so scharf wie kein anderes Tier
DPA/ University of Adeilaide/ Katrina Kenny

Lange Stielaugen: Mit 16.000 Linsen sah die Ur-Garnele so scharf wie kein anderes Tier


Hamburg - Lange Stielaugen, bis zu drei Zentimeter groß, ausgestattet mit 16.700 Linsen: Ihre Sehkraft dürfte eine Ur-Garnele zu einem gefürchteten Räuber in der Unterwasserwelt gemacht haben. Die Sehorgane des ausgestorbenen Tieres waren ähnlich aufgebaut wie die Facettenaugen der heutigen Insekten und Krebse. Diese bestehen nicht nur aus einer Linse, sondern aus mehreren hundert oder - wie bei dem Fossil - aus tausenden Einzelaugen.

Kaum ein anderes Tier hat derart viele Linsen pro Auge wie die Ur-Garnele Anomalocaris - weder unter bisher gefundenen Fossilien, noch unter derzeit lebenden Arten, berichten Forscher um John Paterson von der University of New England nun im Fachmagazin "Nature". Die Wissenschaftler hatten in einer Schieferformation der südaustralischen Emu-Bucht einen spektakulären Fund gemacht: Zwar konnten sie kein komplettes Fossil des 515 Millionen Jahre alten Tieres bergen, wohl aber die Überreste seiner Augen.

Der Fund belegt nach Ansicht der Forscher eine enge Verwandtschaft zwischen dem Urzeittier und den heutigen Gliederfüßlern. Wahrscheinlich konnten die Ur-Krebse allerdings noch besser sehen als die Käfer, Bienen oder Fliegen heute, vermuten Paterson und seine Kollegen.

Zusammen mit ihrem Erscheinungsbild ließen der Anblick des Tiers wohl das Herz von so manchem Unterwassertier schneller schlagen. Die wirbellose Anomalocaris war einen Meter groß und hatte früheren Funden zufolge ausgeprägte Greifwerkzeuge und Zahnstrukturen im Mund. Ein großer, dreigliedriger Schwanz machte den urzeitlichen Krebs nach Ansicht der Forscher zu einem sehr guten Schwimmer. Die Wissenschaftler vermuten sogar, dass durch den Beutezug der Ur-Garnele einige unterlegene Arten ausgestorben sein könnten.

jha/dpa



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JaIchBinEs 08.12.2011
1. Schlagzeile vs. Inhalt
Zitat von sysopDie versteinerten Augen einer 500 Millionen Jahre alte Garnele entzücken australische Forscher: Die Ur-Meeresbewohnerin konnte vermutlich so gut*sehen wie kein anderes Lebewesen. Greifwerkzeuge und tödliche Zähne*machten das Tier zum gefürchteten Unterwasserräuber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802223,00.html
Hoffentlich hatte die Garnele diese Augen sonst war es eine Ente... Tom
berteb 08.12.2011
2. Tödliche Jäger
Zitat von sysopDie versteinerten Augen einer 500 Millionen Jahre alte Garnele entzücken australische Forscher: Die Ur-Meeresbewohnerin konnte vermutlich so gut*sehen wie kein anderes Lebewesen. Greifwerkzeuge und tödliche Zähne*machten das Tier zum gefürchteten Unterwasserräuber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802223,00.html
Jäger, die ihr Jagdwild am Leben lassen, werden selten satt!!!!
algoviano 08.12.2011
3. Maßlos übertrieben
Zitat von sysopDie versteinerten Augen einer 500 Millionen Jahre alte Garnele entzücken australische Forscher: Die Ur-Meeresbewohnerin konnte vermutlich so gut*sehen wie kein anderes Lebewesen. Greifwerkzeuge und tödliche Zähne*machten das Tier zum gefürchteten Unterwasserräuber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802223,00.html
Warum muss SPON eigentlich immer so maßlos übertreiben? Das Tier hatte laut Bericht ca. 16000 Ommatidien (= Einzelauge im Facettenauge) pro Auge, für eine Garnele ein überaus guter Wert, ja, aber für eine Großlibelle mit ihren ca. 28000 Ommatidien pro Auge eher mitleiderregend. Und von ganz anderen Lebewesen, die zwar auf andere Art, aber insgesamt wohl noch sehr viel besser sehen können als eine Garnele, wie z.B. Adlern, möchte ich jetzt gar nicht erst anfangen ...
joseff 09.12.2011
4.
Solche "Garnelen" gibt es auch heute noch (Fangschreckenkrebs): Fangschreckenkrebse - Die Scharfschützen der Meere 1/3 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=8UGdNNSEFms)
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