US-Pläne Eisbär soll auf die Liste der bedrohten Arten

Der Lebensraum schmilzt ihnen buchstäblich unter den Pranken weg: Eisbären haben unter dem Klimawandel besonders zu leiden. Nun will die US-Regierung das Raubtier auf die Liste der bedrohten Tierarten setzen lassen.


Hamburg - Laut der "Washington Post" soll der Eisbär als bedrohte Tierart in das nationale Artenschutzprogramm aufgenommen werden. "Eisbären gehören zu den letzten Überlebenden der Natur, die in einer der rauesten Gegenden der Welt leben können", sagte der Staatssekretär des US-Innenministeriums, Dirk Kempthorne, heute auf einer Pressekonferenz in Washington. "Aber wir fürchten, dass der Lebensraum der Eisbären buchstäblich wegschmelzen könnte."

Eisbär: Der Lebensraum geht verloren
AP

Eisbär: Der Lebensraum geht verloren

Die US-Regierung werde nun öffentliche Stellungnahmen einholen und in einem Jahr entscheiden, ob die Eisbären offiziell zur bedrohten Tierart erklärt werden sollten. Nach Angaben eines Mitarbeiters des US-Innenministeriums war es das erste Mal, dass die US-Regierung einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und ihrer Auswirkung auf eine Spezies einräumte. Die im Innenministerium angesiedelte Behörde für Fisch- und Wildfang erklärte, dass durch den Temperaturanstieg in der Arktis die Eisflächen immer kleiner würden, wodurch der natürliche Lebensraum der Eisbären verloren gehe.

Umweltschützer sprachen von einem "Wendepunkt". Die Entscheidung war auf eine Petition der Umweltschutzorganisationen Greenpeace, Center for Biological Diversity und Natural Resources Defense Council (NRDC) zurückgegangen. "Die Zeit der halbherzigen Maßnahmen und Verzögerungen ist vorbei", sagte ein Sprecher des NRDC. Die Leiterin des Center for Biological Diversity, Kassie Siegel, sagte: " Diese Entscheidung ist ein Wendepunkt, was den Umgang dieses Landes mit dem Klimawandel betrifft."

Weltweit gibt es zwischen 20.000 und 25.000 Eisbären. Etwa 4700 der Tiere leben in Alaska. Umweltschützer warnen seit Jahren davor, dass die Eisbären wegen des Klimawandels aussterben könnten, weil die Polkappen abschmelzen.

bri/AFP



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