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US-Westküste: Mysteriöse Krankheit rafft Seesterne dahin

Sea Star Wasting Syndrome: Kranke Sterne Fotos
UCSC/ Nathaniel Fletcher

Der Körper überzieht sich mit weißen Wunden, die Arme zersetzen sich und fallen ab - nach wenigen Tagen ist das Tier tot. Vor der US-Westküste sterben Seesterne an einer seltsamen Krankheit, in einzelnen Bereichen sind mehr als 90 Prozent der Tiere betroffen.

"Es ist ziemlich unheimlich", sagt Biologe Pete Raimondi. "Wir haben keinen offensichtlichen Auslöser, auch wenn wir annehmen, dass ein Krankheitserreger dahintersteckt." Raimondi und seine Kollegen von der University of California in Santa Cruz sammeln Informationen über das Seesternsterben das sich derzeit vor der US-Küste vollzieht. Es wird als "Sea Star Wasting Syndrome" bezeichnet.

In den kommenden Wochen wollen sie Küstenbereiche vor Kalifornien, Oregon und Washington intensiv überwachen, um die Ausbreitung des Syndroms zu kartieren und der Ursache näherzukommen.

Die ersten Anzeichen sind laut einem Bericht der Universität weiße Läsionen an den Armen der Tiere, die sich dann Richtung Körpermitte ausbreiten. Das Gewebe zersetzt sich, Arme fallen ab. Die Tiere lösen sich regelrecht auf, nach einer Woche bleibt nur eine schleimige Masse. "Ihr Gewebe schmilzt einfach dahin", sagt Biologin Melissa Miner vom Multi-Agency Rocky Intertidal Network, das ein Auge auf Flora und Fauna vor der US-Küste hat.

Das Syndrom sei schon früher gelegentlich aufgetreten, doch meistens waren nur wenige Seesterne vor Südkalifornien betroffen, sagt Raimondi. Und während man frühere Ausbrüche mit überdurchschnittliche hohen Temperaturen in Zusammenhang gebracht habe, würden diese jetzt nicht vorliegen.

Wichtiger Muschelfresser

Die ersten Fälle haben Forscher im Juni registriert. Nach Angaben von Raimondi ist die Sterblichkeit deutlich höher als bei vorher vermerkten Ausbrüchen. In einem Bereich in Santa Cruz seien sogar 90 bis 95 Prozent der infizierten Seesterne verendet.

Das Syndrom treffe vor allem die Art Pisaster ochraceus, einen orangefarbenen oder violetten Seestern, der sich vorzugsweise von Muscheln ernährt. Laut Raimondi haben Forscher jedoch seit Juni bei mindestens zehn verschiedenen Arten die typischen Symptome beobachtet.

Gerade Pisaster ochraceus gilt als extrem wichtige Art, da diese Seesterne dafür sorgen, dass viele Regionen nicht komplett von Muscheln überwuchert werden, was die Artenvielfalt senken könnte.

wbr/Reuters

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1. Die Müllkippe Meer wird bald herhalten dürfen für viele mysteriöse Krankheiten
neanderspezi 06.11.2013
Da strengt sich nun die Menschheit aus Eigennutz seit Jahrzehnten an, das Meer als Nahrungsreservoir, Müllabladeplatz, Becken zur Aufnahme aller nur denkbaren giftigen und seit Kernkraft-Nutzungszeiten auch strahlender Stoffe sich verfügbar zu machen und dann wird die Wissenschaft auf den Plan gerufen, wenn das ökologische Gleichgewicht mal hier mal da und immer heftiger schwere Störungen zeigt. Möglicherweise darf die Wissenschaft ja gar nicht alles kund tun, was sie in dieser zunehmend verdorbenen Welt als kombinierten Wirkungskreis für desaströse Schädigungen erkennen kann. Was die Seesterne betrifft könnte man annehmen, dass in einem so hochkomplizierten Gleichgewichtssystem, wie es das Meer vor allen Dingen vor den Küsten darstellt, einen auffälligen Anfang machen beim großen Umkippen des Ganzen. Vielleicht könnte die Wissenschaft einmal prüfen, ob das Immunsystem solcher Seesterne aus der Region mit diesen Krankheitssymptomen im Vergleich mit Seesternen außerhalb eines solchen schwer betroffenen Habitats bedeutsame Unterschiede bezüglich Intaktheit zeigt und dann den Schadstoffen die dazwischen im Meer sich ausbreiten besonders nachspüren. Ob die Wissenschaft allerdings die Quellen des Desasters publizieren dürfen, steht auf einem anderen Papier.
2. Mein Verdacht ist...
dfhhzkouioi9hj 06.11.2013
folgender....Muscheln kulminieren Schadstoffe vieler Art durch ihre Lebensweise als Filtrierer....ein Seestern-noch dazu ein Muschelspezialist..potenziert die Giftstoffe abermals und überschreitet seine Tolleranzgrenze...und stirbt....mann könnte es wohl recht schnell herausfinden um welchen Stoff- oder Stoffe -es sich handelt...
3.
nettervetter 12.11.2013
Zitat von neanderspeziDa strengt sich nun die Menschheit aus Eigennutz seit Jahrzehnten an, das Meer als Nahrungsreservoir, Müllabladeplatz, Becken zur Aufnahme aller nur denkbaren giftigen und seit Kernkraft-Nutzungszeiten auch strahlender Stoffe sich verfügbar zu machen und dann wird die Wissenschaft auf den Plan gerufen, wenn das ökologische Gleichgewicht mal hier mal da und immer heftiger schwere Störungen zeigt. Möglicherweise darf die Wissenschaft ja gar nicht alles kund tun, was sie in dieser zunehmend verdorbenen Welt als kombinierten Wirkungskreis für desaströse Schädigungen erkennen kann. Was die Seesterne betrifft könnte man annehmen, dass in einem so hochkomplizierten Gleichgewichtssystem, wie es das Meer vor allen Dingen vor den Küsten darstellt, einen auffälligen Anfang machen beim großen Umkippen des Ganzen. Vielleicht könnte die Wissenschaft einmal prüfen, ob das Immunsystem solcher Seesterne aus der Region mit diesen Krankheitssymptomen im Vergleich mit Seesternen außerhalb eines solchen schwer betroffenen Habitats bedeutsame Unterschiede bezüglich Intaktheit zeigt und dann den Schadstoffen die dazwischen im Meer sich ausbreiten besonders nachspüren. Ob die Wissenschaft allerdings die Quellen des Desasters publizieren dürfen, steht auf einem anderen Papier.
Sie sagen es. Laut einem aktuellen Artikel (http://www.spektrum.de/alias/umweltschutz/warum-katzen-delfine-umbringen/1210997) in Spektrum der Wissenschaft töten sogar die liebsten Haustiere des Menschen, nämlich die Katzen, mit einem ins Meer übertragenen Virus Delfine. Hier sind die Vertreter der Industrie nicht an einer Aufklärung interessiert, da Ihnen die Lüge und der Mammon naturgemäß näher stehen als die vom großen Philosophen Edmund Husserl (http://phänomenologie.com/edmund-husserl/) begründete Phänomenologie (http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5973/). Ansonsten wären schon längst entsprechende Gelder zur Aufklärung dieser Sachverhalte geflossen.
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