Neue Regeln: Obama verpflichtet Autohersteller zum Spritsparen

Die amerikanische Umweltpolitik bewegt sich doch - zumindest ein bisschen: Die US-Regierung hat neue Regeln zur Begrenzung des Spritverbrauchs beschlossen. Im Jahr 2025 dürfen Neuwagen demnach nur noch halb so viel Benzin schlucken wie heute.

Verkehr in Manhattan: US-Autos sollen sparsamer werdenZur Großansicht
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Verkehr in Manhattan: US-Autos sollen sparsamer werden

Washington - 8,4 Liter Benzin hat das durchschnittliche US-Auto im vergangenen Jahr auf 100 Kilometer verbraucht - viel zu viel, sagt das Weiße Haus. Jetzt hat Präsident Barack Obama neue Regeln festgezurrt, die den Spritverbrauch von Autos und Kleintransportern nahezu halbieren würden. Neuwagen dürfen demnach bis zum Jahr 2025 nur noch 4,36 Liter pro 100 Kilometer schlucken, gemittelt über die gesamte Flotte der in den USA verkauften Autos.

"Diese Standards für den Treibstoffverbrauch sind der wichtigste Schritt, den wir jemals unternommen haben, um unabhängig vom ausländischen Öl zu werden", sagte Obama. Die neuen Vorschriften sollen schrittweise eingeführt werden. Autohersteller, die sich nicht daran halten, können mit Geldstrafen belegt werden. Schon jetzt sind US-Autohersteller verpflichtet, den durchschnittlichen Spritverbrauch für die Modelle der Jahre 2011 bis 2016 auf 6,7 Liter auf 100 Kilometer zu senken.

Nach Berechnungen der US-Umweltbehörde Epa wird der Ölverbrauch der Vereinigten Staaten durch das Programm um 317 Millionen Liter pro Tag sinken. Die Konsumenten werden nach Angaben des Weißen Hauses durch die größere Effizienz ihrer Wagen insgesamt rund 1,7 Billionen Dollar (1,35 Billionen Euro) Spritkosten sparen. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase solle durch das Programm während der Zeit bis 2025 um insgesamt sechs Milliarden Tonnen sinken.

Ausnahmen für Pick-up-Trucks

Obama hatte seinen Plan bereits im Juli vergangenen Jahres vorgestellt, unterstützt von 13 Autofirmen, darunter auch BMW. Es gibt allerdings auch Kritik. Denn ausgerechnet für die spritschluckenden Pick-up-Trucks und Geländewagen gibt es großzügige Ausnahmen.

Während der Verbrauch normaler Pkw von Jahr zu Jahr um fünf Prozent sinken soll, sind es bei den schweren, geländegängigen Fahrzeugen zunächst im Schnitt lediglich 3,5 Prozent. Anders könnten die Hersteller die typischen Eigenschaften von Pick-up-Trucks und Geländewagen - eine hohe Zuladung und Anhängelast - nicht erhalten, begründete der Gesetzgeber die Ausnahme.

Zu den Kritikern dieser Regelung gehören die deutschen Autobauer Daimler und Volkswagen. "Die Bürden sind nicht gleichmäßig in der Branche verteilt worden", erklärte VW in einer Stellungnahme. Beide Hersteller verkaufen überwiegend Pkw. Dagegen gehören bei den US-Platzhirschen General Motors, Ford und Chrysler die massigen Spritschlucker zu den Verkaufsschlagern.

Nach Daten des Marktforschers Autodata sind in den ersten sieben Monaten des Jahres beinahe so viele sogenannte Light Trucks in den Vereinigten Staaten verkauft worden wie Pkw: 4,0 Millionen zu 4,4 Millionen. Die Dickschiffe dürfen im Jahr 2025 noch 5,4 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen, bei Pkw sind es 3,8 Liter. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte, die von einzelnen Modellen deutlich übertroffen werden können.

Mit den neuen Regeln ist der US-Regierung ein seltener Erfolg in der Umweltpolitik gelungen. Bisher sind Fortschritte im Klimaschutz, die zu den zentralen Versprechen Obamas vor seinem Amtsantritt gehörten, weitgehend ausgeblieben.

mbe/dpa/dapd

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insgesamt 20 Beiträge
WernerT 29.08.2012
regelt Obama. Mit welchem Recht versucht die Regierung Menschen zu ihrem Glück zu zwingen? Wenn die Leute sparsame Autos wollen, dann kaufen sie diese und die Hersteller produzieren sie. Wenn nciht dann eben nicht.
Zitat von sysopUnd sie bewegt sich doch - zumindest ein bisschen: Die US-Regierung hat neue Regeln zur Begrenzung des Spritverbrauchs beschlossen. Ab 2025 dürfen Neuwagen demnach nur noch halb so viel Benzin schlucken wie heute. USA: Obama will Spritverbrauch von Neuwagen halbieren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,852721,00.html)
regelt Obama. Mit welchem Recht versucht die Regierung Menschen zu ihrem Glück zu zwingen? Wenn die Leute sparsame Autos wollen, dann kaufen sie diese und die Hersteller produzieren sie. Wenn nciht dann eben nicht.
ecosys 29.08.2012
"Die Konsumenten werden nach Angaben des Weißen Hauses durch die größere Effizienz ihrer Wagen insgesamt rund 1,7 Billionen Dollar (1,35 Billionen Euro) Spritkosten sparen." Daß Konsumenten durch Einsparungen Kosten [...]
"Die Konsumenten werden nach Angaben des Weißen Hauses durch die größere Effizienz ihrer Wagen insgesamt rund 1,7 Billionen Dollar (1,35 Billionen Euro) Spritkosten sparen." Daß Konsumenten durch Einsparungen Kosten senken können ist ja wohl ein Ammenmärchen! Was wird der Mineralölkonzern wohl machen, wenn die Autos plötzlich nur noch die Hälfte verbrauchen? - Na klar: natürlich die Spritpreise vedoppeln! Irgend einen Grund werden sie dafür schon finden. Oder glaubt irgend jemand, daß ein Konzern auch nur auf einen müden Cent Gewinn verzichtet?
manni-two 29.08.2012
"die Menschen werden nicht zu ihren Glück gezwungen" sondern dazu uns die Luft -etwas weniger- zu verpesten.
"die Menschen werden nicht zu ihren Glück gezwungen" sondern dazu uns die Luft -etwas weniger- zu verpesten.
ChrisQa 29.08.2012
Ohne staatlichen Zwang wird die Autoindustrie nicht ausreichend interessiert sein, Entwicklungsgelder in effizientere Antriebe zu stecken, sondern wird stattdessen diese Resourcen in die Entwicklung sonstiges Bling-Blings [...]
Zitat von WernerTregelt Obama. Mit welchem Recht versucht die Regierung Menschen zu ihrem Glück zu zwingen? Wenn die Leute sparsame Autos wollen, dann kaufen sie diese und die Hersteller produzieren sie. Wenn nciht dann eben nicht.
Ohne staatlichen Zwang wird die Autoindustrie nicht ausreichend interessiert sein, Entwicklungsgelder in effizientere Antriebe zu stecken, sondern wird stattdessen diese Resourcen in die Entwicklung sonstiges Bling-Blings stecken. Der Staat muss schon ab und zu mal Vorgaben machen, damit es zu Fortschritten kommt. Siehe z.B. Unfallsicherheit oder Schadstoffausstoss. Angebot und Nachfrage funktionieren nur begrenzt, und solange die Hersteller Monster-SUVs bauen, werden die auch Käufer finden (angebotsgesteuerter Markt), erst wenn der Sprit unbezahlbar wird, werden automatisch sparsame Fahrzeuge entwickelt (nachfragegesteuerter Markt). Da der Staat nicht warten wil, bis die Galone 20$ kostet, damit sich etwas an der Umweltbelastung und deer Ölabhängikeit ändert, geht es halt nur entweder dadurch, die Zulassung von Spritfresssern zu verweigern, oder eben den Herstellern Verbrauchsvorgaben zu machen. Letzteres ist die sanftere Tour.
Beat Adler 29.08.2012
Ja und was passiert dann, im Jahre 2025? Nach Verdoppelung des Benzin und Dieselpreises? Dann fahren die Amis eben mit heimischem Erdgas aus USA Boeden gewonnen und Bio-Ethanol (volgo Schnaps) aus heimischer USA [...]
Zitat von ecosys"Die Konsumenten werden nach Angaben des Weißen Hauses durch die größere Effizienz ihrer Wagen insgesamt rund 1,7 Billionen Dollar (1,35 Billionen Euro) Spritkosten sparen." Daß Konsumenten durch Einsparungen Kosten senken können ist ja wohl ein Ammenmärchen! Was wird der Mineralölkonzern wohl machen, wenn die Autos plötzlich nur noch die Hälfte verbrauchen? - Na klar: natürlich die Spritpreise vedoppeln! Irgend einen Grund werden sie dafür schon finden. Oder glaubt irgend jemand, daß ein Konzern auch nur auf einen müden Cent Gewinn verzichtet?
Ja und was passiert dann, im Jahre 2025? Nach Verdoppelung des Benzin und Dieselpreises? Dann fahren die Amis eben mit heimischem Erdgas aus USA Boeden gewonnen und Bio-Ethanol (volgo Schnaps) aus heimischer USA Landwirtschaft und mit Elektrizitaet aus Windanlagen (die Groesste der Welt ist in Texas) und Sonnen-Waermeanlagen (die Groesste der Welt gerade im Bau in den USA). mfG Beat
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  • Mittwoch, 29.08.2012 – 12:01 Uhr
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Wie funktionieren natürliche Kohlenstoffsenken?
Wenn Bäume wachsen, dann nehmen sie über die Photosynthese Kohlendioxid auf. Je natürlicher die Wälder dabei sprießen, desto mehr CO2 kann gebunden werden. Den Kohlenstoff speichern die Pflanzen zum Beispiel in ihrem Holz oder in den Wurzeln. Wenn die Bäume absterben und verrotten - oder wenn sie verbrennen -, dann wird das CO2 wieder frei. Die Wälder sind also nur ein CO2-Zwischenlager. Wenn sich aber die Waldgebiete auf ehemals landwirtschaftliche Flächen ausdehnen - wie zumindest an einigen Stellen der Nordhalbkugel - dann ergibt sich eine positive Klimawirkung.




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