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UV-Schutzschirm: Ozonloch über Europa schrumpft

Die Ozonschicht war in den vergangenen Wochen dramatisch kleiner geworden, die Sonnenbrand-Gefahr in Europa war hoch wie nie. Jetzt geben Experten Entwarnung: Der atmosphärische Schutzschirm erholt sich - vorerst.

Polarwirbel mit vermindertem Ozongehalt: Prognose für den 21. April Zur Großansicht
AWI Potsdam

Polarwirbel mit vermindertem Ozongehalt: Prognose für den 21. April

Potsdam/Bremerhaven - Die Ozonschicht über der Arktis war dieses Frühjahr so dünn wie selten. Die polaren Luftmassen wanderten auch nach Europa - und in den betroffenen Bereichen drang vermehrt gefährliche UV-Strahlung der Sonne bis zum Erdboden vor. Doch nun zeigen Messungen, dass sich das Ozonloch wieder auffüllt.

Die schützende Ozonschicht über der Arktis war bis in die vergangenen Tage so stark geschwunden wie noch nie seit Beginn der Messungen in den sechziger Jahren. Die vermeintlich sanfte Frühlingssonne brannte so heftig wie im Hochsommer. Das Problem: Im Gegensatz zum Sommer schützt im Frühjahr kaum jemand seine Haut mit Sonnencreme.

Betroffen waren vor allem Skandinavien, Russland und Kanada. Doch auch in Mitteleuropa gab es kurze Phasen erhöhter UV-Strahlung. Deutschland hatte Glück: Nur der Norden war wenige Tage betroffen.

Nun haben Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts die Erholung der Schutzsicht beobachtet. Im Frühjahr erwärmt sich die Luft, so dass der chemische Zerstörungsprozess der Ozonschicht gestoppt wird. Er wird durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verursacht, die der Mensch in die Luft geblasen hat.

"Die arktische Stratosphäre bleibt anfällig für Ozonzerstörung"

Dennoch empfehlen Experten weiterhin Sonnenschutz, vor allem für Kleinkinder. Die Wettervorhersage gibt mit dem UV-Index Auskunft über Episoden erhöhter Strahlung.

Erst im vergangenen September hatten Forscher bewiesen, dass das Verbot der FCKW, das die Vereinten Nationen 1987 beschlossen hatte, Wirkung zeigt: Der Trend sei eindeutig positiv, berichtete ein internationales Forscherteam, die Ozonschicht regeneriere sich, die Menge der schädlichen Substanzen in der Stratosphäre habe abgenommen. Doch die FCKW zersetzen sich nur langsam. "Die arktische Stratosphäre bleibt anfällig für Ozonzerstörung", sagt WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Auch im nächsten Frühjahr müsse mit einer ausgedünnten Schicht gerechnet werden.

In diesem Frühjahr hat eine extreme Kältephase den Erholungsprozess unterbrochen: Zwar sei es in der Stratosphäre derzeit nicht rekordverdächtig kalt, doch die Temperaturen seien bereits seit mehr als vier Monaten sehr niedrig. Mit jedem Grad, das die Stratosphäre unter minus 78 Grad abkühlt, nimmt die Ozonmenge um etwa ein Zwanzigstel ab. Bei diesen Minusgraden wirken die FCKW, die die Schutzschicht zerstören.

Anfang April war die Ozonschicht bis auf minus 83 Grad abgekühlt. Jetzt liegen die Temperaturen weitenteils wieder oberhalb von 78 Grad minus - das Ozon kommt zurück.

boj

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insgesamt 20 Beiträge
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1.
picard95, 20.04.2011
..ohne dieses "vorerst" hätte doch glatt eine positive Nachricht daraus werden können.
2. Was soll das Gemecker?
artusdanielhoerfeld 20.04.2011
Endlich wird man mal richtig braun und die Solarzellen liefern doppelt so viel Strom! Sahara at Home, was will man mehr?
3. Immer wieder schön zu sehen....
tz88ww 20.04.2011
..wie es sog. "Experten" verstehen mit den Ängsten der Leute zu spielen.
4. Angst machen belebt das Mediengeschäft
Titmouse 20.04.2011
Zitat von picard95..ohne dieses "vorerst" hätte doch glatt eine positive Nachricht daraus werden können.
...und das wäre gegen die SPON Prinzipen. Egal, worüber berichtet wird, etwas Negatives findet sich immer. Und der "richtige" Platz dafür ist immer am Ende der Meldung. Gelernt ist gelernt: Bad news is good news.
5. Na so was?
chrimirk 20.04.2011
Hängt das zusammen mit den Wahlergebnissen in Süddeutschland und den momentanen Umfrageergebnissen? Vermutlich flieht das Ozon vor den Änderungen des politischen Klimas in Deutschland? ;-)
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