Lebenswichtige Symbiose: Pflanzen überleben Rekordtemperaturen

Heiße Quelle im Yellowstone-Nationalpark: Pflanzen trotzen dank Symbionten der Hitze Zur Großansicht
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Heiße Quelle im Yellowstone-Nationalpark: Pflanzen trotzen dank Symbionten der Hitze

Manchmal können Viren und Pilze auch ein Segen sein: Einige Pflanzen überleben dank des Befalls extreme Hitze und Kälte, wie Biologen entdeckten. Ohne ihre Symbionten gingen die Pflanzen ein - das zeigten Analysen von Gräsern des Yellowstone-Nationalparks.

Boston - Viren und Pilze sind nicht immer schädlich für Pflanzen, sondern können diese Forschern zufolge sogar wetterfest machen. Einige Pflanzen halten nach dem Befall mit Pilzen und Viren extreme Hitze oder Kälte aus, sagte die US-Forscherin Marilyn Roossinck auf dem Jahreskongress des US-Wissenschaftsverbands AAAS. Diese extremen Klimabedingungen würden die Pflanzen sonst eingehen lassen.

Gemeinsam mit ihrem Team hat die an der Pennsylvania State University forschende Biologin beispielsweise Pflanzen im Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA untersucht, wo der vulkanische Boden sehr heiß werden kann. Die Wissenschaftler entdeckten, dass alle Proben einer bestimmten Gras-Sorte von einem Pilz befallen waren, der wiederum mit einem Virus infiziert war.

Das Forscher-Team trennte Pilz und Pflanze und befreite den Pilz von dem Virus. Wenig später gingen sowohl Pilz als auch Pflanze bei den herrschenden Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius ein. Als die Forscher die Verbindung aus Pflanze, Pilz und Virus wieder hergestellt hatten, konnten alle Komponenten die Temperaturen überleben. "Das Virus ist absolut notwendig für die Fähigkeit, der Hitze zu widerstehen", sagte Roossinck.

Wie das Virus die Pflanze aber genau wetterfest macht, das haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Weitere Untersuchungen könnten möglicherweise in der Zukunft dazu beitragen, Pflanzen auf natürlichem Weg ohne Chemikalien widerstandsfähiger zu machen, sagte Roossinck

nik/dpa

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1. na bitte!
neu_ab 18.02.2013
Hört jetzt endlich das Geheule wegen "Erderwärmung" auf?
2. Werfen sie mal einen Blick...
derjansel 18.02.2013
Zitat von neu_abHört jetzt endlich das Geheule wegen "Erderwärmung" auf?
... auf die Venus! So könnte unser Planet mit ungebremster Entwicklung der Treibhausgase in ein paar Jahrhunderten aussehen... naja, nicht ganz. Erderwärmung bedeutet eine Flächendeckende Veränderung der Vegetation und der Lebewesen. Menschen könnten selbst auf dem Mond überleben, wenn sie wollten, es geht also nie um den Totalausfall, sondern darum, dass es für uns ungemütlich werden kann, wenn sich zuviele Änderungen ergeben. @Thema Nennt man sowas dann nicht generell Symbiose anstatt Befall?
3. Schädlich oder Segen???
Layer_8 18.02.2013
Zitat von sysopAFPManchmal können Viren und Pilze auch ein Segen sein: Einige Pflanzen überleben dank des Befalls extreme Hitze und Kälte, wie Biologen entdeckten. Ohne ihre Symbionten gingen die Pflanzen ein - das zeigten Analysen von Gräsern des Yellowstone-Nationalparks. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/viren-und-pilze-machen-manche-pflanzen-kaelteresistent-a-884060.html
"Viren und Pilze sind nicht immer schädlich für Pflanzen" "Manchmal können Viren und Pilze auch ein Segen sein" ...ohne Viren und Pilze gäbe es "uns" schlicht und einfach nicht!
4. Bald Pilz-Virus-Getreide auf dem Essenstisch
Septic 18.02.2013
Wenn man mit diesem Trick auch in extrem heißen Gegenden z.B. in Afrika bekannte Getreidearten anbauen kann, werden wir sowas bald auch im Aldi und Co. vorfinden. Da stecken mögliche Milliardengewinne drin.
5. vir pilz für den Expärten
cassandros 18.02.2013
Zitat von Layer_8"Viren und Pilze sind nicht immer schädlich für Pflanzen" "Manchmal können Viren und Pilze auch ein Segen sein" ...ohne Viren und Pilze gäbe es "uns" schlicht und einfach nicht!
Die Frage ist provoziert; also: Wie-so gäbe es uns dann schlicht und einfach nicht?
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Das Erbgut
Genom
Das Genom bezeichnet das gesamte Erbgut eines Organismus. Außer bei einigen Viren besteht es immer aus DNA (Desoxyribonukleinsäure). Das Genom beinhaltet den Bauplan für die Produktion sämtlicher Proteine (Eiweißmoleküle), die ein Organismus zum Leben benötigt. Ein Gen ist ein Sequenzabschnitt auf dem Genom und beinhaltet die Erbinformation für ein Protein. Die einzelnen Bausteine der DNA sind vier verschiedene sogenannte Nukleinsäuren: A, C, T und G.
Messenger-RNA (mRNA)
Die mRNA ist eine Art Genabschrift oder Blaupause der DNA. Nur die mRNA kann von den Proteinfabriken der Zellen, den sogenannten Ribosomen gelesen werden. Sie gibt ihnen vor, in welcher Reihenfolge Aminosäuren - die Bausteine von Proteinen - für das jeweilige Protein zu verknüpfen sind.
Codon
Ein Codon ist eine Folge von drei Bausteinen (Nukleotiden oder Basen) der DNA und analog auch der mRNA. Ein Codon steht für eine bestimmte Aminosäure oder als Stoppsignal, welches das Ende einer Bauanweisung für ein Protein kennzeichnet.
Genetischer Code
Der genetische Code ist die Zuordnung der Basen-Dreiergruppen und der Aminosäuren. Da vier verschiedene Basen zur Auswahl stehen, umfasst der genetische Code insgesamt 64 Codons. Für die meisten Aminosäuren gibt es daher mehr als ein Codon. So stehen beispielsweise die Codons CAG und CAA für die gleiche Aminosäure, die Glutaminsäure.
Transfer-RNA (tRNA)
Die tRNAs übernehmen eine Adapterfunktion beim Bau der Proteine: Jede tRNA hat auf der einen Seite jeweils ein sogenanntes Anticodon, das passend zum Codon auf der mRNA ist. Auf der anderen Seite ist sie mit der zugehörigen Aminosäure beladen. Auf diese Weise wird der genetische Code auf der mRNA abgelesen und in die entsprechende Aminosäurekette zum Protein verwandelt. Dieser Prozess geschieht in den Ribosomen.