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Virus: Erster Fall von Blauzungenkrankheit in Großbritannien entdeckt

Die Blauzungenkrankheit hat Großbritannien erreicht: Zum ersten Mal überhaupt wurde das gefährliche Virus auf der Insel bei einem Tier nachgewiesen. Zugleich hat Premierminister Brown eine Krisensitzung anberaumt - nach dem vierten Fall von Maul- und Klauenseuche in neun Tagen.

London - Das britische Landwirtschaftsministerium hat mitgeteilt, dass sich eine Kuh mit der Blauenzungenkrankheit infiziert habe. Ein Labor fand das Virus in dem Tier in der Nähe des ostenglischen Ipswich. Das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten teilte mit, der Betrieb sei abgesichert. Das infizierte Tier werde gekeult und epidemiologische Untersuchungen eingeleitet.

Eine von der Blauzungen-Krankheit betroffene Kuh: Zum ersten Mal in Großbritannien nachgewiesen
DPA

Eine von der Blauzungen-Krankheit betroffene Kuh: Zum ersten Mal in Großbritannien nachgewiesen

Die BBC, die über den Fall berichtete, wies darauf hin, dass die von einer Mückenart übertragene Blauzungenkrankheit normalerweise nur in Afrika und im Mittelmeerraum auftrete. Es habe jedoch auch schon Fälle in den Niederlanden, Belgien und Deutschland gegeben. Das Virus könne alle Arten von Wiederkäuern befallen, sei für den Menschen aber wohl nicht gefährlich. Bei Tieren löst es dagegen Fieber und Zungengeschwüre aus und färbe die Zunge in manchen Fällen blau.

Unterdessen hat der britische Premierminister Gordon Brown nach der Bestätigung eines sechsten Falls von Maul- und Klauenseuche in Südengland eine Krisensitzung der Behörden geleitet. Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, auf dem betroffenen Bauernhof in Surrey, südlich von London, sollten alle etwa 40 Tiere getötet werden. Der Hof befindet sich innerhalb einer Schutzzone bei Egham, wo in der Nachbarschaft eines Labors für Tiermedizin die hochansteckende Tierseuche erstmals aufgetreten war.

Es war der vierte Fall von Maul- und Klauenseuche in den vergangenen neun Tagen. Bei dem neuen Ausbruch handelt es sich den Behörden zufolge um den gleichen Virus wie bei den Fällen im August. Seit dem ersten Ausbruch der Seuche Anfang vergangenen Monats wurden etwa 1800 Tiere getötet.

tno/Reuters/AP

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