Vogelgrippe im Rostocker Zoo Weitere 18 Tiere getötet

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe im Rostocker Zoo wurden am Donnerstag vorsorglich alle betroffenen Störche und Enten getötet. Nun wurde bei einem Roten Ibis das Virus H5N8 nachgewiesen. Der Tierpark bleibt weiter geschlossen.

Vogelgrippe im Zoo von Rostock: Ein Rote Sichler - auch Roter Ibis genannt - sowie 17 andere Vögel wurden getötet
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Vogelgrippe im Zoo von Rostock: Ein Rote Sichler - auch Roter Ibis genannt - sowie 17 andere Vögel wurden getötet


Rostock/Magdeburg/Stendal - Im Zoo von Rostock ist bei einem weiteren Tier das hochansteckende Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden. Daraufhin wurde der Rote Sichler - auch Roter Ibis genannt - sowie 17 andere Vögel, die in diesem Gehege gehalten wurden, getötet. Dabei handelte es sich um weitere Ibisse sowie um Nacht- und Seidenreiher.

Bereits am Donnerstag waren zwölf Weißstörche im Rostocker Zoo getötet worden, sie waren alle mit H5N8 infiziert gewesen. Auch im selben Stall untergebrachte Enten und Gänse wurden getötet. Daraufhin war die Untersuchung aller rund 500 Vögel im Zoo angeordnet worden.

Der Zoo bleibt weiter geschlossen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bat um Verständnis: "Wir versuchen, die teilweise seltenen Arten im Zoo zu schützen, damit der Verlust für die biologische Vielfalt möglichst gering bleibt. Doch es ist auch klar, dass wir bei weiteren Funden weitere Tötungen vornehmen müssen." Die bisherigen Untersuchungen hätten keinen Aufschluss darüber erbracht, wie das Virus in den Zoo gelangt ist.

Erreger zuerst in Korea aufgetreten

Für das gesamte Stadtgebiet Rostocks ist die Stallpflicht ausgerufen worden. In der Hansestadt leben nach Angaben von Ministeriumssprecher Constantin Marquardt insgesamt 5900 Nutzgeflügel, meist Legehennen.

Bislang steht nicht eindeutig fest, ob das Virus über Wildvögel oder den Futter- und Geflügelhandel nach Europa gekommen ist. Der Erreger war zuerst in Korea aufgetreten. Zugvögel, die selbst offenbar nicht daran erkranken, könnten die Viren via Russland nach Mitteleuropa gebracht und auf auf Nutztiere in Ställen übertragen haben.

Das FLI hatte bundesweit bereits im November eine Stallpflicht für Nutzgeflügel in Regionen mit einer hohen Wildvogeldichte oder in der Nähe von Wildvogel-Rastplätzen empfohlen. Grund war unter anderem der Fund einer infizierten Wildente am 17. November auf der Insel Rügen. Erkrankungen von Menschen, die dem Subtyp H5N8 ausgesetzt waren, sind bisher nicht bekannt geworden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Kampf gegen die Geflügelpest

nik/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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vet-spatz 10.01.2015
1.
Diese Voegel, bei denen eine Diagnose noch gar nicht feststand, " mussten" nicht getoetet werden - das war einfach nur feiges Gemetzel! Ich habe dort mal gearbeitet - ich schaeme mich fuer so ein Vorgehen!!!
LK1 11.01.2015
2. Bei Tieren ist man mit der Tötungsmachinerie immer...
...schnell zugange. Beim nächsten Ebola-Ausbruch bitte gleiche Vorgehensweise zur Anwendung bringen. Wie wir wissen, gibt es keine andere Möglichkeit Seuchen einzudämmen.
uwe4321 11.01.2015
3. ist die Letalität bei A/H5N8 so groß
daß es "humaner" ist, den kompletten Bestand zu vernichten? Oder sind es eher wirtschaftliche Interessen, daß evt. überlebendes Geflügel nicht mehr verkauft werden kann/darf? Ist ausreichend erhitztes Fleisch infizierter Tiere beim Verzehr überhaupt noch gefährlich? Ich kann mir nicht vorstellen, daß A/H5N8 bei Vögeln zu 100% tödlich ist oder daß die überlebenden Tiere dann lebenslang Ausscheider des Virus sind. Gibt es keine Impfstoffe oder "rentiert" sich die Entwicklung einfach nicht?
7eggert 11.01.2015
4.
Zitat von uwe4321daß es "humaner" ist, den kompletten Bestand zu vernichten? Oder sind es eher wirtschaftliche Interessen, daß evt. überlebendes Geflügel nicht mehr verkauft werden kann/darf? Ist ausreichend erhitztes Fleisch infizierter Tiere beim Verzehr überhaupt noch gefährlich? Ich kann mir nicht vorstellen, daß A/H5N8 bei Vögeln zu 100% tödlich ist oder daß die überlebenden Tiere dann lebenslang Ausscheider des Virus sind. Gibt es keine Impfstoffe oder "rentiert" sich die Entwicklung einfach nicht?
Man kann mit den Tests keine geimpften von infizierten Tieren unterscheiden. Die Tiere gelten also als infiziert und müssen - jedenfalls bei Menschenfutter - vernichtet werden. Bei einem Zoo könnte ich mir den pragmatischeren Ansatz vorstellen, daß man die Tiere gruppenweise in Quarantäne steckt. Zwei Ställe waren ja schon frei ...
gefaehrlicheshalbwissen 11.01.2015
5. Risiko minimieren..
das ist ein hochansteckender Virus! getrockneter Kot über den derzeitigen heftigen Wind zur nächsten Voliere geblasen... vielleicht hängt er auch nur im Gefieder und beim nächsten Putzen wird er aufgenommen.. man sollte alles tun um die infizierten Tiere zu "entfernen". vorsorglich die ganze Gruppe, wenn man die Übertragung auf den restlichen Bestand vermeiden möchte.
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