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Vogelgrippe in Großbritannien: 6000 Enten müssen getötet werden

Vogelgrippe in Deutschland (Archiv): Nach dem Ausbruch Anfang November mussten etwa 1000 Tiere von Privathaltern getötet werden Zur Großansicht
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Vogelgrippe in Deutschland (Archiv): Nach dem Ausbruch Anfang November mussten etwa 1000 Tiere von Privathaltern getötet werden

6000 Tiere auf einer Entenfarm in Nordengland müssen wegen Vogelgrippe getötet werden. Zuvor war die Krankheit in Deutschland und den Niederlanden aufgetreten. Ob zwischen den Fällen ein Zusammenhang besteht, wird derzeit untersucht.

Nach Deutschland und den Niederlanden ist nun auch Großbritannien von einer neuen Vogelgrippeinfektion betroffen. Auf einer Entenfarm in Nordengland sei eine Variante des Virus festgestellt worden, erklärte die Regierung am Montag. Um welche Variante es sich genau handelt, ist noch unklar. Jedoch sei nicht der tödlichen Typ H5N1 festgestellt worden, sagte der zuständige Chefveterinär Nigel Gibbens.

"Wir wissen, dass es sich um einen H5-Stamm handelt, aber nicht um N1." Nach derzeitigem Wissen bestehe keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Es soll sich um eine nicht besonders aggressive Erregervariante handeln.

Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, rund um das Gehöft in Yorkshire sei eine Sicherheitszone errichtet worden. Alle 6000 Enten des Hofs sollen gekeult werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Die Behörden suchen nun nach möglichen Verbindungen mit den Vogelgrippe-Fällen in den Niederlanden und Deutschland, wie der Beauftragte der britischen Regierung für Tiermedizin, Nigel Gibbens, der BBC sagte. Dabei gehe es auch um eine mögliche Verbreitung des Virus durch Wildvögel. Auch Gibbens betonte, für die Öffentlichkeit bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr. Das größte Risiko trügen Menschen, die direkt mit kranken Vögeln in Kontakt gerieten.

Möglicherweise Eingeschleppt über Wildvögel

Bereits am Sonntag wurde begonnen, 150.000 Tiere auf einer niederländischen Geflügelfarm zu töten, die an Vogelgrippe erkrankt waren. Am Montag wurde weitere Geflügelbetriebe auf Vogelgrippe getestet. In einem Umkreis von zehn Kilometern um die ursprünglich betroffene Anlage würden 16 Höfe überprüft, sagte Lex Denen von der Ernährungs- und Verbraucherschutzbehörde.

Die niederländischen Behörden hatten den Transport von Geflügel im gesamten Land untersagt. Auch die Jagd ist derzeit verboten. Die Tötung in der derzeit von Vogelgrippe betroffenen Anlage in Hekendorp nahe Utrecht sollte im Laufe des Montags abgeschlossen werden. Das Dorf darf derzeit nur von Einwohnern und Behördenvertretern besucht werden.

Der Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Jens Teschke, sagte in Berlin, von dem niederländischen Fall gehe "keine unmittelbare Betroffenheit" für Deutschland aus. Der Betrieb befinde sich nicht in Grenznähe und betreibe keine Freilandhaltung. Deutschland sei mit den Behörden in den Niederlanden und in Großbritannien in Kontakt.

Derweil rüstet sich Niedersachsen gegen Grippe: "Es ist allerhöchste Vorsicht geboten", sagte am Montag Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes in Oldenburg. Höchstwahrscheinlich sei der Erreger des Subtyps H5N8 über Wildvögel nach Europa gekommen. Eine generelle Pflicht, Geflügel in die Ställe zu bringen, gebe es in Niedersachsen derzeit nicht.

Gleicher Virustyp in Deutschland und den Niederlanden

Das in Hekendorp aufgetretene Virus wurde als Typ H5N8 identifiziert. Dieser wurde auch zu Beginn des Monats in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt, nachdem er zuvor ausschließlich in Asien vorgekommen war. In Großbritannien steht die Identifizierung des Typs noch aus, die Behörden haben aber das besonders gefürchtete Virus H5N1 ausgeschlossen.

Der Typ H5N8 war Anfang November in einem Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden. Sämtliche Geflügelbestände in der Anlage und in einem Umkreis von drei Kilometern wurden getötet. Ende Oktober war zudem bekannt geworden, dass mehrere hundert Seehunde an der Nordseeküste ebenfalls an Vogelgrippe gestorben sind. Die schleswig-holsteinischen Behörden erklärten, für diese Fälle sei der Virustyp H10N7 verantwortlich.

Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, kann für die Tiere tödlich sein. Bestimmte Stämme können auch bei Menschen eine Erkrankung auslösen. Der Virustyp H5N1 hat seit seinem ersten Auftreten im Jahr 2003 mehr als 400 Menschen getötet, die meisten von ihnen in Südostasien. Mehr als 170 Menschen starben zudem seit vergangenem Jahr am Vogelgrippe-Virus H7N9.

jme/Reuters/AFP/dpa

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1.
af17555 17.11.2014
Vogelgrippehysterie Teil II. Wie albern!!
2.
tucks42 17.11.2014
Wo ist denn hier eine Hysterie. Es wird halbwegs sachlich über einzelne Vogelgrippe Ausbrüche berichtet. Würde SpOn garnichts dazu schreiben kämen wieder die Verschwörungstheoretiker aus den Löcher die Zensur und gleichgeschaltete Mainstreampresse wittern.
3. Es wird wieder gekeult !
timidus 17.11.2014
Im Journalistensprech wird hier normalerweise von Keulen geredet, statt Töten. Läuft aber auf das gleiche hinaus, hört sich aber mehr nach FrauMann vom Fach an...nur kleiner Hinweis meiner Wenigkeit
4.
oidahund 17.11.2014
Zitat von timidusIm Journalistensprech wird hier normalerweise von Keulen geredet, statt Töten. Läuft aber auf das gleiche hinaus, hört sich aber mehr nach FrauMann vom Fach an...nur kleiner Hinweis meiner Wenigkeit
Ok, Sie sind der Meinung, dass keine Fachbegriffe in Artikeln verwendet werden. Eine etwas eigenwillige Einstellung - aber bitte. Für meine Person bevorzuge ich Fachbegriffe. Keulung ist die vorsorgliche Tötung eines Tierbestandes um zB ansteckende Krankheiten an der Verbreitung zu hindern, aber es wird auch gekeult um zu verhindern, dass durch verunreinigtes Futter belastete Tier in den Umlauf zu bringen etc. Die gekeulten Tierkörper werden vernichtet. Schlachten ist hingegen das Töten um den ganzen bzw. Teile des Tierkörpers zu verwerten. Beides ist Töten von Tieren - nur der Hintergrund die Verwendung ist etwas anderes.
5. Na, zum Glück sind wir keine Nutztiere
nachtmensch2014 18.11.2014
Wenn man das bei Menschen auch so machen würde. Etwa: Bei einem Ebola-Fall im Dorf gleich alle Einwohner vorsorglich umbringen. Dann heißt es, das festgestellte Virus sei eigentlich gar nicht so gefährlich. Hätte da ggf. gutes Durchbraten auch gereicht? Oder geht es gar nicht um die Gesundheit, sondern darum bei Überproduktion und Preisverfall wenigstens gelegentlich etwas "Extra-Kohle" von der Versicherung zu bekommen?
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