Vogelgrippe Zehn weitere infizierte Tiere gefunden

Die Ausbreitung der hochansteckenden Vogelgrippe über weite Teile Deutschlands ist offenbar nicht mehr zu verhindern. Auf Rügen sind weitere zehn infizierte Vögel gefunden worden.


Schwerin - "Damit spitzt sich Vogelgrippe-Situation extrem zu", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, Till Backhaus, heute Abend in Schwerin. Von 40 neuen Proben, die auf der Insel Riems ausgewertet wurden, wiesen zehn das Virus H5N1 auf.

Die positiven Proben betrafen sechs Höckerschwäne, drei Singschwäne und eine Gans. Alle Tiere stammten aus der Umgebung von Wittower Fähre, wo auch die ersten drei Fälle aufgetreten waren. Ein Singschwan sei in Lettland beringt worden.

Das Gebiet um Wittower Fähre werde jetzt konsequent abgesperrt, versicherte der Minister. "Ich habe den Landkreis aufgefordert, umgehend alle toten Wildvögel zu beseitigen", sagte er. Der Landkreis habe sich überfordert gezeigt und sich nicht an die zur Bekämpfung der Vogelgrippe erlassenen Maßgaben gehalten. Das sei unter anderem bei der säumigen Bergung der toten Vögel deutlich geworden.

Am Freitag wird der Tierseuchen-Krisenstab auf Ebene der Staatssekretäre telefonisch beraten, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. Auch Bundesagrarminister Horst Seehofer werde an den Beratungen teilnehmen. Seehofer will am Samstag zunächst nach Schwerin reisen und von dort aus nach Rügen fliegen.

ler/AP/AFP



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