Von Jens Lubbadeh
Der lange Winter ist endlich vorbei - zahlreiche Singvögel trällern wieder ihr Lied. In der Stadt müssen sie sich dabei noch viel mehr anstrengen als auf dem Land, denn sonst haben sie keine Chance gegen den Straßenlärm.
Was für uns anziehend klingt, soll aber eigentlich abstoßen: Singvögel markieren mit ihrem Gesang ihr Territorium und wollen sich Rivalen vom Hals halten. Aus den Gesangsqualitäten sollen potentielle Eindringlinge auf die physische Stärke des Vogelsängers schließen. Aber auch für Weibchen stecken im Gesang wichtige Informationen: Anhand des Gesangs informieren sie sich über die körperlichen Vorzüge des möglichen Vaters ihres Nachwuchses.
Bei Zebrafinken zählen neben der Gesangsqualität vor allem auch harte Dezibel. Hier sind die lauten Männchen im Vorteil. Und Meisenmännchen werden von den Weibchen gleich ganz mit Seitensprüngen abgestraft.
Der Gesang der Vögel ist oft sehr komplex. So gilt auch bei den Singvögeln: Nur Übung macht den Meister. Als Junge müssen sie den Gesang lernen, dabei brabbeln sie anfangs wie Kleinkinder.
Die Gesänge der Vögel sind auch veränderbar. So entwickeln Singvögel regionale Dialekte, Rotkehlchen sind dabei besonders variabel. Die Rotkehlchen auf Teneriffa singen mittlerweile so verschieden von ihren Festlandsartgenossen, dass sie auf deren Gesänge gar nicht mehr reagieren. Singvögel in der Stadt integrieren auch Fremdgeräusche in ihren Gesang, zum Beispiel das Klingeln von Handys. Und ähnlich wie Musik Moden unterliegt, verändern sich auch die Gesänge der Vögel über die Zeit, wie Wissenschaftler herausfanden.
Dennoch: Die Grundstrukturen der Gesänge bleiben. Testen Sie, wie gut Sie die heimische Vogelwelt kennen.
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