Montréal - Eine Gruppe Schwertwale, die tagelang im kanadischen Eismeer in der Hudson Bay eingeschlossen war, ist wieder frei. Die Orcas hatten sich zuvor um ein einziges - lieferwagengroßes - Loch im Meereis gedrängt, um Luft zu holen. Sie drohten zu ersticken.
Die Orcas seien "dank Mutter Natur" wieder freigekommen, sagte der Bürgermeister des nahegelegenen Ortes Inukjuak, Peter Inukpuk, am Donnerstag. "Glücklicherweise wurde durch den Neumond eine Meeresströmung aktiviert, die das Packeis öffnete und eine Rinne bis zu den eisfreien Gewässern freilegte", sagte Inukpuk.
Tierschützer hatten zuvor um das Leben der auch als Killerwale bekannten Tiere gefürchtet. Sie hatten einen Eisbrecher gefordert, um den Orcas den Rückweg zum Meer zu bahnen. Sogar der britische Unternehmer Richard Branson hatte im Internet eine Unterschriftenaktion gestartet, um die Behörden dazu zu bringen, den Eisbrecher zu schicken.
Die zwölf Wale waren am Dienstag von einem Inuit-Jäger bei der Robbenjagd dicht vor der Küste der Gemeinde Inukjuak im Norden der Provinz Québec entdeckt worden. Zahlreiche Schaulustige waren daraufhin zu dem Eisloch geströmt. Orcas seien im Winter dort selten zu sehen. Die Walherde könnte Meeresbiologen zufolge sowohl von der kanadischen Westküste als auch aus dem Atlantik stammen. Möglicherweise habe sich das Eis hinter ihnen geschlossen, nachdem sie in die Bucht hinein geschwommen waren.
kha/dpa/AFP
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