Vulkan-Ausbruch Anak Krakatau spuckt Lava und Gas

Der Anak Krakatau spuckt Lava: Mit lautem Krachen ist der Vulkan in den Morgenstunden ausgebrochen und hat ein spektakuläres Feuerwerk entfacht. Der indonesische Vulkan Kelud, dessen Ausbruch tagelang unmittelbar bevorzustehen schien, scheint sich derweil beruhigt zu haben.


Jakarta - Während sich alle Aufmerksamkeit auf den indonesischen Vulkan Kelud richtete, brach ganz in der Nähe ein weiterer Vulkan aus: der Anak Krakatau ("Kind des Krakatau"). Mit einem lauten Knall begann am frühen Donnerstag die Eruption, bei der der Feuerberg heiße Gase und Asche in die Luft schleuderte. Lava lief die Berghänge auf der Vulkaninsel in der Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java hinab. Gefahr für Menschen bestand ersten Meldungen zufolge nicht.

Der Anak Krakatau steht an derselben Stelle wie der Krakatau, der bei einem ungeheuren Ausbruch im August 1883 explodierte und vollständig zerstört wurde. Die damalige Eruption löse einen Tsunami aus, mehr als 36.000 Menschen kamen ums Leben. Im Laufe der Jahre bildete sich an der Stelle zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java der Anak Krakatau.

Am gefährlichen Kelud gab es unterdessen Entwarnung: Der Druck im Krater habe sich wahrscheinlich durch kleinere Lavaergüsse entladen, teilte die zuständige Behörde am Donnerstag mit. Sie setzte die seit drei Wochen geltende höchste Alarmstufe herunter. Damit können tausende Menschen, die geflüchtet waren, in ihre Häuser an den Hängen des Vulkans zurückkehren.

Im Krater des 1731 Meter hohen Bergs rund 600 Kilometer südöstlich von Jakarta wurden nach Angaben der Experten keine neuen Erdstöße mehr gemessen. Der Kratersee, der sich fast bis zum Siedepunkt aufgeheizt hatte, war völlig ausgetrocknet. Der Boden hatte sich in den vergangenen Tagen plötzlich mehr als 70 Meter angehoben und eine Lavakuppel mit einem Durchmesser von mehr als 100 Metern geformt. Das Wasser ergoss sich über die Hänge.

Die Vulkanologen schließen neue Aktivitäten im Vulkan aber nicht aus. Deshalb bleibt der Kelud unter Beobachtung, das Gebiet in einem Umkreis von drei Kilometern um den Krater weiter gesperrt. Monatelang waren Betonbarrieren gebaut worden, um Schutz vor den erwarteten Lava- und Gasströme zu gewähren. Der gut 1700 Meter hohe Kelud brach zuletzt 1990 aus, 34 Menschen kamen ums Leben und hunderte wurden verletzt. 1919 fielen mindestens 5160 Menschen einer gewaltigen Eruption zum Opfer. Auf den indonesischen Inseln gibt es rund 150 aktive Vulkane.

mbe/AP



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