Vulkan in Indonesien Merapi stößt kilometerhohe Aschesäule aus

Neuer Alarm am indonesischen Vulkan Merapi: Der Berg ist noch stärker ausgebrochen als in der vergangene Woche. Das Militär verlagert nun Flüchtlingscamps. Wissenschaftler vermuten, dass der Ausbruch noch mehrere Wochen andauern könnte.

AP

Merapi - Der Vulkan Merapi in Indonesien hat bei der bislang größten Eruption Aschewolken bis zu zehn Kilometer weit geschleudert. Der etwa einstündige Ausbruch am Mittwochnachmittag (Ortszeit) folgte auf mehrere kleinere Eruptionen am Morgen, bei denen glühende Gaswolken freigesetzt wurden. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

"Es ist der bisher stärkste Ausbruch, er dauerte zwei Stunden lang", sagte der Vulkan-Experte Subandrio. Die Behörden auf der Insel Java ordneten angesichts des neuen Ausbruchs eine Ausweitung der Sicherheitszone um den Merapi an. Durfte sich bisher im Umkreis von zehn Kilometern niemand aufhalten, so sind es nun 15 Kilometer. Soldaten sind dabei, Flüchtlinge an andere Orte zu bringen, die weiter weg vom Vulkan liegen.

Beim Ausbruch des 2914 Meter hohen Merapi waren am 26. Oktober 36 Menschen getötet worden, unter ihnen der spirituelle "Hüter" des Vulkans. Etwa 70.000 Menschen wurden evakuiert, sie halten sich zum Großteil in Notlagern in der 25 Kilometer entfernten Stadt Yogyakarta auf. Wegen der Aschewolken über dem Vulkan ist der Überflug über die Region verboten. Wissenschaftler vermuten, dass der Ausbruch noch mehrere Wochen andauern könnte.

Der 3000 Meter hohe Merapi zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Indonesiens.Das südostasiatische Land liegt im sogenannten pazifischen Feuerring mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Das folgenschwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean 230.000 Menschen das Leben kostete.

boj/AFP/dapd/AP

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