Satellitenbild der Woche Geschüttelter Vulkan

Unter großem Donner spuckte der Vulkan Villarrica im Süden Chiles diese Woche Lava und Asche - Tausende mussten fliehen. Ein Satellitenbild zeigt: Die Explosion hat den Berg zerrüttet.

Vulkan Villarrica: Explosion mit Folgen
DFD / ESA

Vulkan Villarrica: Explosion mit Folgen


Hamburg - Der Berg schien müde geworden in den letzten Jahren. Jahrhundertelang galt der Villarrica im Süden Chiles als einer der aktivsten Vulkane Südamerikas, alle paar Jahre spuckte er Lava. Doch seit 15 Jahren wurden keine Eruptionen mehr beobachtet, allenfalls leichtes Rumpeln im Berg war zu vernehmen.

Die Ruhe war trügerisch, im Bauch des 2800-Meter-Riesen hatte sich stetig Magma gesammelt. Vergangenen Dienstag wurde der Druck zu groß - unter Rumpeln und Donner schossen Lavafontänen und drei Kilometer hohe Aschewolken in die Luft.

In umliegenden Städten fiel die Schule aus. Fast 4000 Menschen mussten ihre Wohnungen räumen, sie wurden in entferntere Orte gebracht. Sie konnten mittlerweile zurückkehren. "Der Vulkan hat sich beruhigt", sagte Staatschefin Michelle Bachelet nach einem Treffen des Krisenkabinetts.

"Der Vulkan ist unberechenbar"

Bilder des Satelliten "Sentinel-1A" der Europäischen Raumfahrtagentur Esa zeigen, dass sich der Berg verändert hat durch die Explosion. Radarwellen des Satelliten geben Aufschluss über Veränderungen der Landschaft.

Je länger die Signale unterwegs sind, desto größer der Abstand zwischen Satellit und Boden. Weil der Satellit auf exakter Bahn fliegt, bleibt dann nur eine Folgerung: Der Vulkan hat sich gesenkt. Verkürzt sich hingegen die Laufzeit der Wellen, hat sich der Boden gehoben.

Die blau markierten Flächen zeigen, dass sich der Abstand zwischen Vulkan und Satellit verändert hat, das Dach des Berges hat sich bewegt - in welche Richtung, sei noch unklar, teilt die Esa mit. Doch die Bilder zeigen: Der Ausbruch hat den Vulkan heftig geschüttelt.

Womöglich ist das Dach des Vulkans eingesunken, weil Magma ausgestoßen wurde. Druck wurde abgelassen. Doch noch gibt es keine Entwarnung: Der Gouverneur der betroffenen Region Araucanía, Francisco Huenchumilla, warnte: "Der Vulkan ist unberechenbar."

boj



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.