Vulkanausbruch in Kolumbien Schlammlawinen verwüsten Wohngebiet

Bei Erdrutschen nach dem Ausbruch eines Vulkans im Südwesten von Kolumbien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte können sich nur langsam ein Bild von der Lage machen.


Bogotá - Der 5364 Meter hohe Nevado del Huila im Südwesten Kolumbiens ist der höchste Vulkan des Landes - und außerdem einer der höchsten der gesamten nördlichen Erdhalbkugel. Bereits am Donnerstag war der Riese, dessen Gipfelgebiet von Gletschern bedeckt ist, ausgebrochen, doch erst jetzt wird das Ausmaß der Schäden in dem vergleichsweise dünn besiedelten Gebiet um den Berg deutlich: Der Gouverneur des Staates Cauca, Guillermo Alberto Gonzalez, berichtete von vier Toten nachdem massive Schlammlawinen auf einem Wohngebiet niedergegangen seinen.

Die Opfer seien am Samstag entdeckt worden, als Rettungskräfte das rund 300 Kilometer südwestlich von Bogotá gelegene Gebiet erreichten. Innenminister Fabio Valencia sprach in der Hauptstadt Bogotá sogar von zehn Opfern. Die Rettungskräfte seien nach dem Ausbruch auch noch nicht in alle betroffenen Gebiete vorgedrungen, so dass es möglicherweise weitere Opfer gebe.

Der Vulkan Nevado del Huila hatte mit einer Eruption am Donnerstag zwei Lawinen ausgelöst, die in seiner Umgebung sechs Brücken am Fluss Páez weggerissen haben, wie das Geologische Institut in Bogotá mitteilte. Mehrere Siedlungen, darunter die Ortschaft Belalcázar, waren dadurch abgeschnitten, die Lebensmittel gingen zur Neige, berichteten Rettungskräfte im Rundfunk. Präsident Alvaro Uribe ließ sich über die Region fliegen, um den Schaden abzuschätzen.

Inzwischen hat sich der Vulkan wieder beruhigt, berichtet das "Volcanism Blog" unter Berufung auf die kolumbianischen Behörden. Seit 500 Jahren inaktiv, war der Schichtvulkan erstmals wieder am 19. Februar 2007 und dann erneut im April ausgebrochen. Vorsorglich waren etwa 13.000 Menschen aus den besonders gefährdeten Regionen in Sicherheit gebracht worden. Auch zwei weitere Vulkane in Kolumbien, der Galeras oberhalb der Stadt Pasto in der Provinz Nariño und der Machín in der Provinz Tolima, waren in den vergangenen Monaten wieder aktiv geworden.

Der schwerste Vulkanausbruch in dem südamerikanischen Land hatte sich im November 1985 ereignet, als nach der Eruption des Vulkans Nevado del Ruiz eine Schlammlawine rund 25.000 Menschen unter sich begrub.

chs/AP/AFP/dpa



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