Vulkanausbruch Stromboli könnte Flutwelle auslösen

In Italien ist der Vulkan Stromboli ausgebrochen. Forscher befürchten, dass ins Meer rutschende Gesteinsmassen Flutwellen auslösen könnten. Die Bewohner der Gefahrenzone wurden aufgefordert, höhergelegene Gebiete aufzusuchen.


Rom - Der Stromboli, einer der aktivsten Vulkane Europas, spuckt seit gestern wieder Lava. Wissenschaftler sehen derzeit keine unmittelbare Gefahr einer Katastrophe, äußern sich aber besorgt. Wie zuletzt 2002, so die Befürchtung, könnten Gesteinsmassen von dem Vulkankegel ins Meer stürzen und einen Tsunami auslösen.

Damals waren rund zwei Millionen Kubikmeter vulkanisches Gestein ins Meer gerutscht. Die Folge war eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle, die mehrere Häuser beschädigte und drei Männer verletzte, darunter einen deutschen Touristen. Die Behörden riefen die Bewohner der Insel Stromboli sowie der benachbarten Inseln Panarea und Lipari deshalb auf, sich in mindestens zehn Metern Höhe über dem Meeresspiegel aufzuhalten.

"Auf den ersten Blick scheint sich die Situation stabilisiert zu haben, aber wir brauchen weitere Daten, um uns ein klares Bild machen zu können", sagte Enzo Boschi, Direktor des nationalen vulkanologischen Instituts.

Der letzte größere Ausbruch des 60 Kilometer nördlich der Hauptinsel von Sizilien gelegenen Stromboli liegt knapp vier Jahre zurück, zu kleineren Eruptionen kommt es immer wieder.

Bereits am gestrigen Dienstag hatten die Behörden der Bevölkerung im Gefahrengebiet geraten, die Küste zu verlassen und höhere Regionen aufzusuchen. An dem über 900 Meter hohen Vulkan waren drei neue Krater aufgebrochen, aus denen sich eine Lavaflut ergoss.

mbe/AP/dpa



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